Ein Hochbeet im Garten anlegen – Tipps für Hobbygärtner

Hochbeet anlegen
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Hochbeete sind nicht nur attraktiv anzusehen, sie sind auch praktische Lösungen für den Garten. Denn im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Beet lässt sich das Hochbeet wunderbar aus einer bequemen Position heraus pflegen. Zudem eignet es sich nicht nur für Blumen, sondern dient ebenso Nutzpflanzen als Nährboden. Und es ist erstaunlich leicht anzulegen und zu bauen. Selbst Gartenneulinge können sich innerhalb kürzester Zeit ein Hochbeet anfertigen und sich bald schon am Anblick von Nutzpflanzen oder Blumen erfreuen. Wie der Bau gelingt, erklärt dieser Artikel.

Was ist ein Hochbeet?

Im Grunde genommen ist ein Hochbeet ein einfaches Blumenbeet, das aus einer Ständerkonstruktion besteht und dessen oberste Erdschicht bis zu 80 Zentimeter über dem eigentlichen Boden liegt. Daher eignet es sich hervorragend für ältere Menschen, denen die Gartenarbeit in Flachbeeten nicht mehr leicht von der Hand geht. Natürlich passt es auch zu allen anderen Gärtnern und kann mühelos neben Flachbeeten und Blumenterrassen gepflegt werden. Sehr vorteilhaft an dem Beet ist, dass die Bodenqualität vollkommen unabhängig vom eigentlichen Gartenboden ist. Daher lassen sich in Hochbeeten auch Pflanzen anbauen, die im Garten sonst kaum gedeihen. Weitere Vorteile des Hochbeets sind:

  • höhere Ernteausbeute
  • seltener Schneckenbefall
  • Gestaltung bleibt individuell
  • Hochbeete können auch auf dem Balkon oder der Terrasse entstehen

Wer keinen Garten hat, kann wahlweise spezielle Baukastensysteme für Hochbeete nutzen, die einen vollends geschlossenen Unterbau garantieren. Alternativ lässt sich jede Bauanleitung für Hobbyhandwerker so abändern, dass das Hochbeet auf den Balkon gestellt werden kann.

Hochbeet anlegen – die Anleitung

Die einfachste Lösung, um sich ein Hochbeet anzulegen, ist die käufliche Variante. Hochbeetbausätze gibt es in nahezu jedem Baumarkt mit einer Gartenabteilung. Alternativ kann das Beet aus einem Stein-, Holz- oder Kunststoffrahmen gefertigt werden, wie auf bauen.de berichtet wird. Wer Holz nutzt, sollte auf sehr robustes Holz achten und es entsprechend lackieren. Um das Holz zusätzlich zu schützen, empfiehlt es sich, die Innenseite des Beetrahmens mit Teichfolie zu bedecken. Da die Gestaltung des Beets relativ individuell bleibt, beschränkt sich diese Anleitung auf die wichtigsten Punkte.

  • Untergrund – Unter das Hochbeet kommt ein Drahtgitter, beispielsweise Kaninchendraht. Das Gitter verhindert, dass sich Wühlmäuse oder anderes Ungeziefer von unten in das Hochbeet wühlen können.
  • Rahmenkonstruktion – Der Rahmen hält das Hochbeet zusammen. In der einfachsten Variante genügt ein rechteckiger Kasten, der aus Holz gefertigt wird. Ist der Rahmen gefertigt und standfest, kann das Beet bereits befüllt werden.

Damit die Pflanzen gut im Beet wachsen, muss auf einen guten Boden geachtet werden. Dieser besteht bei einem Hochbeet nicht allein aus normaler Erde, sondern aus fünf einzelnen Schichten, die übereinander aufgeschichtet werden:

  1. Bodenschicht – hier eignen sich Baum- und Strauchabfälle bestens. Der Schnitt sollte grob gehäckselt sein und dient dazu, dass das Erdreich gut durchlüftet wird.
  2. Grünabfälle – auf die Bodenschicht kommt nun eine Lage aus Grünabfällen. Rasenschnitte, Gartenabfälle, aber auch Stroh eignen sich hierfür.
  3. Gartenerde – dieser Schicht kommt keine besondere Aufmerksamkeit zu, auch muss die Erde nicht sonderlich wertig sein.
  4. Kompost – die zweitoberste Schicht besteht aus reifem und nahrhaftem Kompost. Der Kompost sorgt dafür, dass die Pflanzen ausreichend Nährstoffe vorfinden.
  5. Blumenerde – als oberste Schicht folgt eine Lage guter Blumenerde. Hier empfiehlt es sich, auf ein gutes Produkt zu achten.

Wie breit die einzelnen Schichten ausfallen, hängt von der Höhe des Blumenbeetes ab. Grundsätzlich gibt es ungefähre Richtlinien, die sich an der späteren Bepflanzung orientieren:

  • Erdbeerpflanzen – ein Meter Höhe
  • Kartoffeln – 30 Zentimeter Höhe
  • Rosen – halber Meter Höhe

Was wird in einem Hochbeet gepflanzt?

Bevor das Hochbeet gebaut wird, sollten sich Gärtner überlegen, welche Pflanzen sie später anbauen möchten. Denn die Wurzeltiefe, die Wuchsgröße der Pflanzen und deren Bedürfnisse entscheiden mit über die Größe und die Höhe des Beetes. Wer sich für ein gewöhnliches Hochbeet mit einer Höhe von knapp 80 Zentimetern entscheidet, hat relativ freie Auswahl, wenn es um die Bepflanzung geht. Gartenblumen, Rosen, kleine Ziersträucher, aber auch Gemüse und Obstsorten finden in diesem Beet einen sicheren und nahrhaften Standort. Wer es möchte, kann das Hochbeet auch zum Züchten von Zöglingen nutzen. Eine weitere Möglichkeit ist, das Hochbeet mit einem Deckel zu gestalten. In diesem Fall steht der Rand des Beets ein deutliches Stück über der obersten Erdschicht. Wird der transparente Deckel nun geschlossen, entsteht ein praktisches Gewächshaus.

Bodenbearbeitung
Schwere Bodenarbeit entfällt bei Hochbeeten – diese sind rückenfreundlicher.

Besonders begehrt ist das Hochbeet jedoch für den Gemüseanbau. Eine Einschränkung machen jedoch Kürbissorten. Kürbisse benötigen viel Platz und eignen sich daher nicht für diese Beetvariante. Auch Zucchini oder Rhabarber nehmen zu viel Raum ein.

Sehr vorteilhaft sind Anpflanzungen aus verschiedenen Sorten:

  • Dill
  • Gurken
  • Zwiebeln
  • Karotten
  • Bohnenkraut
  • Bohnen

Um dem Beet eine frische Farbe zu verleihen, empfiehlt es sich, Kapuzinerkresse auf den freien Stellen auszusäen.

Durch die Erdaufschichtung ist das Erdreich gerade im ersten Jahr besonders nahrhaft. Einige Gemüsepflanzen vertragen das Nährstoffgebot nicht, sodass es sich empfiehlt, zuerst Gemüsearten zu wählen, die einen hohen Nährstoffgehalt benötigen. Auberginen, Tomaten und Gurken kommen nun infrage. Letztendlich sollte zu Beginn auf Gemüse verzichtet werden, das Nitrat in Früchten oder Blättern ablagert.

Wer weniger Interesse an Gemüse hat, kann das Hochbeet mit kleinen Zierpflanzen bepflanzen. Nahezu alle Staudengewächse gedeihen hervorragend im Hochbeet, aber auch Fächer-Ahorn und Azaleen finden einen guten Standort. Alternativ kann das Hochbeet zum Heranziehen von Stecklingen genutzt werden. Haben die Stecklinge Wurzeln in einem kleinen Blumentopf geschlagen, können sie über den Sommer in das Hochbeet gesetzt werden und dort größer werden. Insbesondere für Nachzuchten von Bäumen und Sträuchern, die in den ersten Jahren noch nicht ins Freiland gesetzt werden können, ist das Hochbeet gut geeignet. Für den Winter werden die Pflanzen dick verpackt und die Erdschicht des Beets vor der Kälte geschützt. Da im Hochbeet kaum Bodenfrost auftritt, können viele Pflanzen über den Winter im Beet verbleiben.

Hochbeete sind echte Hingucker

Ein schön angelegtes Hochbeet, wahlweise neben oder zwischen Flachbeeten, als Terrassenbegrenzung oder auch auf dem Balkon sind praktische Gartenlösungen. Insbesondere die einfache Pflege der Pflanzen ist von besonderer Bedeutung. Aber auch die Möglichkeiten, die ein solches Beet bietet, sollten nicht verachtet werden – immerhin lässt sich mit einem ausreichend großen Hochbeet selbst mitten in der Stadt das eigene Gemüse anbauen.

Foto1: © condesign (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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