Backofen reinigen – 5 Hausmittel vorgestellt

Backofen reinigen
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Der Backofen kann zur echten Herausforderung werden, wenn es darum geht, eingebrannte Essensreste zu entfernen. Wir zeigen, welche Hausmittel dabei helfen.

Torten, Kuchen, Plätzchen, Auflauf, Sonntagsbraten, Pizza – der Backofen wird beinahe täglich in Betrieb genommen. Dabei passiert es nicht selten, dass Speisereste zurückbleiben, welche, wenn sie nicht umgehend entfernt werden, hässliche Krusten bilden, die sich nur schwer wieder entfernen lassen.

Nicht jeder wird nun die Mittel und Möglichkeiten besitzen, sich einen selbst reinigenden Backofen anzuschaffen und damit diesem Problem aus dem Wege zu gehen. Schmutzig muss der in die Jahre gekommene Backofen aber auf keinen Fall bleiben. Einfache Hausmittel bringen auch alte Bratröhren wieder zum Strahlen und machen den nächsten Backtag wieder zum Vergnügen. Mit welchen Hausmitteln sich ein Backofen reinigen lässt und wie Sie dabei vorgehen sollten, verraten wir Ihnen nun.

Schmutzfalle Backofen

Im Backofen brutzeln Braten, Kuchen oder Aufläufe vor sich hin. Dabei gerät nicht selten etwas daneben. Bratensaft und Fett lagern sich im Backofen ab. Nicht immer wird sofort geputzt. Die Speisereste trocknen ein und werden während jedes Backvorgangs ein Stück weit zu einer hartnäckigen Schmutzschicht, die sich nicht mehr einfach wegwischen lässt. Bevor Sie nun voreilig zum aggressiven Reiniger greifen, lohnt es sich, die für die Backofenreinigung geeigneten Hausmittel zu kennen.

Vor der Reinigung zu beachten

Haben Sie sich für ein Hausmittel entschieden, sollten Sie dieses vorab an einer unauffälligen Ecke des Backofens ausprobieren. Schauen Sie sich das Ergebnis an, werden Sie feststellen, ob die Beschichtung dem Mittel gewachsen ist. Leichtere Verschmutzungen lassen sich mit einem weichen Mikrofasertuch entfernen. Bei hartnäckigen Verkrustungen sollte zum Spülschwamm gegriffen werden.

» Tipp: Vermeiden Sie bei der Backofenreinigung den direkten Kontakt mit den Heizstäben des Backofens.

Hausmittel zur Backofenreinigung

❖ Backpulver

Backpulver
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Backpulver lässt sich für vielfältige Reinigungsarbeiten verwenden. Für die Reinigung des Backofens empfiehlt es sich, aus dem Pulver eine cremige Masse herzustellen. Hierfür vermischen Sie ein Päckchen Backpulver mit drei Esslöffeln Wasser.

Die Paste eignet sich sehr gut, um selbst hartnäckige Verkrustungen zu entfernen. Tragen Sie die Backpulver-Masse auf die betroffenen Stellen auf und lassen diese mindestens eine halbe Stunde einwirken.

Im weiteren Verlauf kommt es zu einer ganz natürlichen Reaktion. Backpulver enthält Natriumhydrogencarbonat, auch unter dem geläufigeren Begriff Natron bekannt. Zwischen der Backpulvermischung und der Verkrustung findet eine chemische Reaktion statt. Backpulver in Verbindung mit Wasser schäumt auf. Während dieses Prozesses wird Kohlendioxid freigesetzt, welches effektiv gegen den eingebrannten Schmutzfilm vorgeht.

» Tipp: Die cremige Backpulver-Mischung trocknet nach etwa einer halben Stunde wieder aus. Das Pulver lässt sich einfach aus dem Backofen kehren.

Der gelöste Schmutz wird abschließend mit einem feuchten Lappen oder Schwamm entfernt.

❖ Salz

Eine erstaunlich zuverlässige Wirkung gegen verschmutzte Backöfen, ist mit Salz gegeben. Das Salz wird großflächig auf das feuchte Blech aufgetragen. Der Boden sollte von einer vollständigen weißen Schicht verdeckt sein. Anschließend heizen Sie das Gerät auf 50 Grad auf. Das Salz wird sich nach und nach braun färben. Ist das Salz gebräunt, kann der Ofen ausgeschalten werden.

» Tipp: Warten Sie, bis das Salz gut ausgekühlt ist und kehren Sie es anschließend aus dem Ofen.

❖ Natron

Nicht nur als Backzutat, sondern auch als Reinigungsmittel macht Natron von sich reden. Auch hartnäckige Verkrustungen lassen sich lösen. Hierfür wird Natron im Verhältnis 1:1 mit Wasser vermischt.

»Tipp: Rühren Sie kräftig, bis sich beide Komponenten gut miteinander verbunden haben.

Die Natron-Mischung lässt sich am besten mit einem Pinsel auf die verdreckten Stellen im Backofen streichen.

» Achtung: Die Heizstäbe dürfen nicht mit der Mischung in Verbindung gebracht werden.

Nach etwa 20 Minuten kann die Lösung feucht abgewischt werden. Der Schmutz sollte sich nun gut ablösen und wird ebenfalls mit einem feuchten Tuch entfernt.

❖ Rasierschaum

Dieses Hausmittel überrascht vielleicht etwas, ist aber durchaus wirkungsvoll. Die Schmutzstellen werden mit Rasierschaum eingesprüht. Ähnlich eines herkömmlichen Backofenreinigers lassen Sie den Schaum nun etwa eine Stunde einwirken. Danach wird der Backofen feucht ausgewischt und die Flecken dürften verschwunden sein.

» Tipp: Nach der Verwendung von Rasierschaum sollte der Backofen für etwa zehn Minuten erwärmt werden. Anschließend lassen Sie die Backofentür einige Zeit geöffnet, damit die Dämpfe entweichen können.

❖ Zitrone

Die Zitrone ist eine wahre Allzweckwaffe im Haushalt. Von Vorteil ist nicht nur die Reinigungswirkung, sondern auch der angenehme, frische Duft, welcher nach der Anwendung zurückbleibt. Damit verschwinden ganz nebenbei auch unangenehme Gerüche im Backofen.

Die Zitrone wird wie folgt verwendet:

  • Zitronensaft auspressen oder Zitronensaftkonzentrat verwenden
  • Zitronensaft in ein Glas füllen
  • kaltes Wasser hinzugeben
  • Mischung gut verrühren
  • Zitronenwasser auf das Backblech geben
  • Backofen auf etwa 100 Grad einstellen
  • Flüssigkeit verdampfen lassen
  • Verkrustungen entfernen

Die Mischung muss nicht auf das Backblech gegeben werden. Sie können alternativ auch eine Schale damit füllen und diese auf den Boden des Backofens stellen.

» Tipp: Auch Essig kann zur Backofenreinigung verwendet werden. Wenn Sie sich nicht am unangenehmen Geruch stören, mischen Sie Essig und Spülmittel zu gleichen Teilen und reiben die Verkrustungen damit ein. Nach einer Einwirkzeit von zirka zehn Minuten kann der Backofen feucht ausgewischt werden.

Erste Hilfe bei starken Verschmutzungen

Backofen reinigen - Geschirrspülmittel
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Bei starken Verkrustungen kann es vorkommen, dass die beschriebenen Hausmittel an ihre Grenzen stoßen. Backofenspray muss nicht extra angeschafft werden, wenn Sie Geschirrspülmittel für die Spülmaschine im Haus haben. In diesem Pulver sind spezielle Fettlöser enthalten, welche selbst stärkste Verschmutzungen beseitigen.

Das Pulver lässt sich gut dosieren und kann gleichmäßig auf dem Boden des Backofens verteilt werden. Über diese Schicht legen Sie mit Wasser befeuchtete Küchentücher, möglichst in mehreren Lagen. Der Backofen wird nun geschlossen und das Pulver sollte über mehrere Stunden, bestenfalls über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen können die Tücher aus dem Backofen entfernt werden und Sie können die Verschmutzungen mit einem feuchten Schwamm entfernen.

» Tipp: Dieser Trick funktioniert auch mit Waschpulver.

Der Prozess lässt sich beschleunigen, wenn Sie den Backofen auf etwa 50 Grad aufheizen.

Hilfe, der Backofen stinkt!

Es gibt zwei einfache Erklärungen: Wenn Backöfen stinken, sind sie entweder fabrikneu oder in die Jahre gekommen.

✢ Alter Backofen

Aus alten Backöfen entweicht oftmals ein unangenehmer Geruch, wenn Schmutzreste darin vergessen wurden und sich zum Beispiel über den Heizstäben oder an der Oberseite des Backofens festgesetzt haben. Mit Hilfe von Putzlappen oder Schwamm lässt sich diesen versteckten Schmutzresten nur schwer begegnen.

» Tipp: Bei neueren Modellen lassen sich die Heizstäbe herausnehmen oder wegklappen. Dies erleichtert die Reinigung.

Bei älteren Modellen kann eine alte Zahnbürste helfen, auch in verwinkelten Stellen im Backofen für Sauberkeit zu sorgen.

Haben Sie Backofenspray genutzt, statt auf die beschriebenen Hausmittel zu vertrauen, kann es vorkommen, dass dieser nicht vollständig entfernt wurde und sich bei Inbetriebnahme des Gerätes chemische Stoffe freisetzen. Dann ist der Backofen abzuschalten und nochmals gründlich zu reinigen.

» Tipp: Verwenden Sie am besten Zitronenwasser – das ersetzt den chemische Geruch durch ein angenehmes Zitrus-Aroma.

✢ Neuer Backofen

Neue Backöfen sollten nicht sofort in Betrieb genommen werden, sondern erst ausbrennen. Dies bewirkt, dass kein unangenehmer Geruch entsteht, wenn Fette, Lacke oder Polierpasten beim Erstgebrauch des Backofens reagieren.
So funktioniert das Ausbrennen:

  • Backbleche und Zubehör aus dem Backofen nehmen.
  • Backofen auf 225 Grad Ober- und Unterhitze einstellen.
  • Backofen zirka eine Stunde heizen lassen.
  • Backofen auf Umluft umstellen.
  • Temperatur zurücknehmen
  • Ofen weiterlaufen lassen
  • Backofentür und Fenster öffnen
  • Raum verlassen
  • Ofen auskühlen lassen
  • Backofen gründlich auswischen.

Die Gründe für stinkende Backöfen zusammengefasst

  • versteckte Essensreste
  • Neue Öfen sind nicht ausreichend ausgebrannt.
  • Rückstände von Putzmitteln oder Putzschwämmen
  • Schmutz an den Heizstäben

Hinweise zur Backofenreinigung

HinweisErläuterung
Verschmutzungen vermeidenWer Verschmutzungen vermeidet, wird sich nicht mit der aufwendigen Reinigung des Backofens aufhalten müssen.
So kann Backpapier als Unterlage verhindern, dass Fett und Bratensauce auf das Backblech tropfen.
Auflaufformen sollten eine ausreichende Größe und möglichst einen hohen Rand besitzen, dann kann nichts überlaufen.
Verschmutzungen umgehend entfernenWer einer Verunreinigung des Backofens bemerkt, sollte die Speisereste möglichst sofort entfernen.
Dann entstehen keine hartnäckigen Krusten.
einzelnen Elemente separat reinigenBei vielen Backöfen lassen sich die Backbleche, Gitter oder auch die Türen aushängen und können separat gereinigt werden.
Dies geht einfacher und ist handlicher.
Dichtungen nicht vergessen, zu reinigenAuch die Dichtungen der Tür sollten regelmäßig gesäubert werden, denn auch hier können sich Speisereste ansammeln, was ein dichtes Abschließen der Tür verhindert.

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