Blattläuse an Zimmerpflanzen – Erkennen, bekämpfen und vorbeugen

Blattläuse an Zimmerpflanzen erkennen, bekämpfen und vorbeugen
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Blattläuse können Ihren Zimmerpflanzen enorm schaden. Deshalb sollten Sie sofort handeln! Wir zeigen Ihnen einige Hausmittel zur Bekämpfung der Schädlinge.

Im Garten wird die Blattlaus meist nur zu einem optischen Ärgernis. Denn es sind genügend Fressfeinde vorhanden, welche dem Hobbygärtner die Arbeit abnehmen. Aber Blattläuse an Zimmerpflanzen sind hartnäckiger und der Zimmergärtner ist in der Pflicht, möglichst umgehend zu handeln. Denn die Plagegeister breiten sich rasant über das gesamte Blumenfenster aus.

Erfahren Sie nun, wie Sie den Befall mit Blattläusen erkennen, mit wirkungsvollen Hausmitteln beheben und durch entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen dafür sorgen, dass den Schädlingen der Appetit auf Ihre Zimmerpflanzen vergeht.

Die Blattlaus unter der Lupe

Die Blattläuse zählen zur Familie der Pflanzenläuse. Es sind etwa 3.000 verschiedene Arten bekannt. Allein 850 davon sind in Mitteleuropa heimisch. Die robusten Schädlinge ließen sich im Laufe der Erdgeschichte nicht unterkriegen. Älteste Fossilienfunde stammen aus dem Trias. Auch in den an der Ostsee angespülten Bernsteinen ist nicht selten eine fossile Blattlaus eingeschlossen.

Blattläuse messen nur wenige Millimeter, lassen sich aber in der Regel mit dem bloßen Auge gut erkennen. Die Blattlaus ernährt sich vom Saft der Pflanzen. Mit ihrem Saugrüssel sticht sie die Wirtspflanze an und saugt die Flüssigkeit aus. Dabei hat es die Blattlaus vorwiegend auf die darin enthaltenen Aminosäuren abgesehen. Ein Großteil des Pflanzensaftes wird wieder ausgeschieden. Dabei setzt sich an den Pflanzen klebriger Honigtau ab.

Tipp: Wird der Blattlausbefall nicht rechtzeitig erkannt, kann der Honigtau weitere Schädlinge anlocken, sowie zu Pilzbefall führen.

Die meisten Blattläuse können nicht fliegen. Es kommen jedoch auch geflügelte Arten vor. Diese verbreiten sich dann umso schneller auch auf den umliegenden Zimmerpflanzen. Forschern der Universität in Jena ist es im Jahre 2005 gelungen, nachzuweisen, dass die Blattlaus quasi auf Befehl geflügelten Nachwuchs produzieren kann. Verantwortlich hierfür ist Pheromon, ein sogenannter Alarm-Duftstoff. Geraten die Blattläuse in Bedrängnis, wird dieser vermehrt ausgestoßen. Die Schädlinge werden unruhig und beginnen, geflügelte Nachkommen zu erzeugen.

Wie lässt sich die Blattlaus erkennen?

Blattlaus
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Betrachten Sie Ihre Zimmerpflanzen immer mit offenen Augen, wird Ihnen der Befall mit Blattläusen nicht entgehen. Die Tiere sind etwa vier Millimeter groß. Einige Arten können auch beinahe das Doppelte an Körpergröße erreichen. Blattläuse sind meist grün, kommen aber auch mit rotbrauner oder schwarzbrauner Färbung vor. Meist bevölkern die Blattläuse in größeren Gruppen die noch jungen, zarten Blätter und frischen Triebe der Pflanzen. Bei fortgeschrittenem Befall, wird Ihnen der zuckerhaltige Honigtau auffallen, welcher die Pflanzenteile wie ein klebriger Film überzieht.

Welche Blattläuse befallen Zimmerpflanzen?

Blattläuse scheinen vor Zimmerpflanzen nicht zurückzuschrecken. Es können grüne, braune, gelbe, gräuliche und auch schwarze Plagegeister vorkommen. Diese überziehen die Pflanzenteile meist in Form ganzer Kolonien.

Wenn Sie sich fragen: Wie kommen Blattläuse auf meine Zimmerpflanzen? Dann gibt es darauf mehrere mögliche Antworten:

  • Pflegefehler seitens des Zimmergärtners
  • Einschleppen der Schädlinge durch Pflanzenkauf
  • Einschleppen der Schädlinge durch Transport der Pflanze ins Winterquartier

Nicht selten ist der Zimmergärtner selbst der Verursacher von Schädlingsbefall. Wie Sie Ihre Pflanzen behandeln sollten, damit Sie von Blattläusen verschont bleiben, darauf gehen wir nachfolgend noch näher ein. Der Pflanzenkauf ist ebenfalls eine Gefahr für das Auftreten von Blattläusen. Nicht selten sind die Pflanzen bereits befallen und wir haben es nicht bemerkt, da uns die Optik scheinbar überzeugt hat und wir nicht näher hingeschaut haben.

Tipp: Kontrollieren Sie beim Pflanzenkauf die frischen Blätter und Triebspitzen auf einen möglichen Blattlausbefall.

Dürfen Ihre Pflanzen den Sommer im Freien verbringen? Dann ist dies sicher ein Gewinn für Entwicklung und Blühfreudigkeit. Beim Transport ins Winterquartier kann es jedoch schnell passieren, dass Sie Blattläuse einschleppen, welche sich anschließend munter am Blumenfenster vermehren. Auch hier kontrollieren Sie besser genau, bevor die Pflanze zurück ins Haus geholt wird.

Blattläuse an Zimmerpflanzen – Die ersten Schritte

Es ist also passiert, Sie haben die Plagegeister an einer Zimmerpflanze ausgemacht. Zunächst untersuchen Sie die Pflanze genau, dann werden Sie feststellen, ob bislang nur eine kleine Gruppe an Blattläusen davon Besitz ergriffen hat oder der Bestand bereits größere Ausmaße angenommen hat. Befallene Zimmerpflanzen müssen nun schleunigst in “Quarantäne”, damit nicht weitere Pflanzennachbarn befallen werden. Nehmen Sie bei der Betrachtung eine Lupe zu Hilfe, dann können Sie gut erkennen, ob es sich um geflügelte oder um ungeflügelte Vertreter der Blattlaus handelt. Bei geflügelten Exemplaren ist schnelles Handeln erforderlich. Eine ungeflügelte Blattlaus dagegen, kann am Boden nur kurze Distanzen zurücklegen und ist damit eine geringere Gefahr für die umliegenden Grünpflanzen.

Blattläuse bekämpfen

Die Blattlaus kann sehr gut mit natürlichen Hausmitteln bekämpft werden. Die chemische Keule muss in der Regel nicht ausgepackt werden. Sie haben verschiedene Möglichkeiten der effektiven Bekämpfung – häufig reicht bereits ein Wasserstrahl, um Zimmerpflanzen von Blattläusen zu befreien.

Finger oder Föhn bei leichtem Befall

Sie haben es rechtzeitig bemerkt und nur einige wenige Blattläuse tummeln sich an der geliebten Zimmerpflanze? Dann können Sie versuchen, die Blattläuse mit den Fingern von den Blättern zu streifen. Dies ist mitunter eine klebrige Angelegenheit. Ein Föhn kann Ihnen die Arbeit erleichtern. Die heiße Luft wird die Blattläuse zur Flucht bewegen und sie springen dann meist von der Pflanze ab.

Tipp: Stellen Sie den Föhn nicht zu heiß ein und halten einen gewissen Abstand zur Pflanze, damit diese keinen Schaden nimmt.

Weiterhin sollte diese Behandlung möglichst im Freien durchgeführt werden, damit sich die verschreckten Plagegeister nicht in der gesamten Wohnung verteilen.

Blattläuse mit Wasserstrahl bekämpfen – Schritt für Schritt

Bei einem eher geringen Befall hat sich die Behandlung mit dem harten Wasserstrahl bewährt. Dabei gehen Sie wie folgt vor:

  1. Pflanze in die Dusche oder Badewanne stellen
  2. Plastiktüte um den Topf hüllen und festbinden
  3. Pflanze gründlich absprühen
  4. Prozedur eventuell wiederholen

Damit die Pflanze während des Abduschens nicht förmlich ertränkt wird, ist es wichtig, für einen Schutz des Wurzelbereichs zu sorgen. Eine Plastik- oder Mülltüte wird um den Pflanztopf gehüllt und am Stamm festgebunden. So kann kein Wasser an den Wurzelbereich gelangen und auch die Blattläuse werden zuverlässig entfernt und nicht wieder in die Erde gespült.

Tipp: Drehen Sie die Pflanze während des Abduschens leicht, damit sich auch die an den Blattunterseiten sitzenden Schädlinge erreichen lassen.

Nach der Behandlung isolieren Sie die Pflanze zunächst weiterhin und beobachten sie über einige Tage, ggf. muss das Abduschen wiederholt werden.

Kartoffelwasser gegen Blattläuse

Bei leichtem Befall können Sie sich auch mit Kartoffelwasser behelfen. Hierfür das Wasser nach dem Kochen der Kartoffeln nicht entsorgen, sondern abkühlen lassen und durchsieben. Dann ist die Flüssigkeit klar genug, um in eine Sprühflasche gefüllt zu werden und die dortige Düse nicht zu verkleben. Stellen Sie die Pflanzen ebenfalls wieder in die Dusche oder Badewanne und sprühen die komplette Pflanze mit dem Kartoffelwasser ein. Auch hier sollte die Prozedur mehrmals wöchentlich wiederholt werden.

Brennnesselsud gegen Blattläuse

Brennnessel gegen Blattläuse
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Es steht nicht gut um Ihre Zimmerpflanzen, denn ganze Kolonien von Blattläusen haben sich darauf niedergelassen? Keine Angst, dagegen ist ein Kraut gewachsen, nämlich die Brennnessel.

Zunächst begeben Sie sich auf Brennnesselsuche. Wer im heimischen Garten nicht darauf zurückgreifen kann, wird sicher an Wiesen- oder Wegrändern fündig. Sammeln Sie einen halben Eimer voll Brennnesselkraut und füllen das Gefäß komplett mit Wasser auf. Nun sollte dieser Sud mindestens zwei Tage lang im Schatten ziehen, damit die Brennnessel ihre Wirkstoffe an das Wasser abgeben kann.

Tipp: Der Sud darf nicht gären und sollte daher nicht in der Sonne aufgestellt werden und auch nicht zu lange ziehen.

Geben Sie den Sud durch ein Sieb und füllen Sie die Flüssigkeit in einen Pflanzensprüher. Nun wird die Pflanze kräftig eingesprüht. Behandeln Sie auch die Ansätze der Stiele und die Unterseiten der Blätter.

Seifenlauge als Hausmittel gegen Blattläuse

Zugegeben, Brennnesselsud riecht etwas unangenehm. Suchen Sie für Ihre Zimmerpflanzen nach einer Alternative, kann Seifenlauge genannt werden.

So stellen Sie Seifenlauge selbst her:

  • 30 Gramm Kali-Seife in ein Gefäß geben
  • 1,5 Liter lauwarmes Wasser aufgießen
  • Umrühren, bis sich die Seife komplett gelöst hat
  • Seifenlauge in einen Pflanzensprüher füllen

Die betroffenen Pflanzen werden nun wieder kräftig und von allen Seiten eingesprüht. Besonders an den Unterseiten der Blätter verstecken sich die Blattläuse gern. Kali-Seifenlauge schadet Ihren Pflanzen nicht, denn es sind keine Duftstoffe oder ähnliches zugesetzt. Wirkung zeigt Seifenlauge lediglich bei kleinen Schädlingen. Größere Insekten nehmen davon keinen Schaden.

Knoblauch vertreibt Blattläuse

Knoblauch ist nicht nach jedermanns Geschmack. Der Genuss der Knollen kann schnell einsam machen. Auch Blattläuse sind keine Liebhaber der scharfen Knollen. Knoblauch kann bei leichterem wie auch bei einem bereits fortgeschrittenen Ausbreiten der Blattlaus helfen.

Dabei haben Sie zwei Möglichkeiten:

Vorgehen bei leichterem Befall
Vorgehen bei fortgeschrittenem Befall
Bei leichtem Befall kann es ausreichen, mehrere Knoblauchzehen im Pflanzgefäß zu verteilen.
Die Zehen sollten zur Hälft noch aus dem Boden schauen, damit sich der Geruch rund um die Pflanze verteilt.
Für den fortgeschrittenen Befall sollte ein Knoblauchsud hergestellt werden.
Hierfür schälen Sie drei bis vier Knoblauchzehen und geben diese halbiert in eine größere Glasflasche.
Füllen Sie die Flasche mit Wasser auf.
Nun sollte der Sud etwa 14 Tage ziehen.
Anschließend wird der Sud durchgesiebt und in einen Pflanzensprüher gefüllt.
Besprühen Sie alle Pflanzenteile gründlich und sparen auch die Blattunterseiten nicht aus.

Mit Essig den Blattläusen das Leben schwer machen

Ein weiteres wirkungsvolles Hausmittel gegen Blattläuse haben Sie garantiert im Küchenschrank. Auf einen Liter Wasser geben Sie 100 Milliliter Essig. Vermischen Sie beide Flüssigkeiten gut und füllen die Lösung in eine Sprühflasche. Nun wird wieder kräftig gesprüht. Zusätzlich können Sie auch die Blumenerde mit dem Essigwasser leicht benetzen. Kontrollieren Sie die Pflanzen nach einigen Tagen und wiederholen Sie das Ganze, wenn sich noch Blattläuse finden lassen.

Wie lässt sich einem Befall mit Blattläusen vorbeugen?

Hierbei gilt der Grundsatz: kräftige und gesunde Pflanzen werden nicht von Blattläusen befallen.

Ist eine Pflanze gesund, haben Sie alles richtig gemacht. Die Pflanze ist mit ihrem Standort zufrieden und erhält ausreichend Wasser und Nährstoffe. Dies sicherzustellen, ist nicht immer einfach, schließlich hat jede Pflanze ihre ganz eigenen Bedürfnisse und Vorlieben.

Bevor eine Pflanze bei Ihnen einziehen darf, sollten Sie sich folgende Fragen beantworten können:

  • Bevorzugt die Pflanze einen sonnigen, einen halbschattigen oder schattigen Standort?
  • Verträgt die Pflanze die pralle Mittagssonne am Südfenster?
  • Benötigt die Pflanze einen luftigen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung?
  • Braucht die Pflanze eine erhöhte Luftfeuchtigkeit?
  • Verträgt die Pflanze trockene Heizungsluft?
  • Muss die Pflanze kühl überwintert werden?
  • Benötigt die Pflanze tägliche Wassergaben?
  • Welche Ansprüche besitzt die Pflanze hinsichtlich des Bodens?
  • Muss die Pflanze regelmäßig gedüngt werden?

Können Sie Ihren Zimmerpflanzen optimale und auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Bedingungen bieten, sind sie weniger anfällig für Blattläuse, Schädlinge und Krankheiten aller Art.

Es gibt einige Risikofaktoren, welche ausgeschlossen werden sollten:

  • enger Pflanzenstand
  • trockene Heizungsluft
  • zu wenig Wasser
  • zu viel Wasser
  • zu wenig Licht
  • Überdüngung mit Stickstoff

Hat die Pflanze den Sommer auf Balkon oder Terrasse verbringen dürfen, ist vor dem Einzug ins Winterquartier eine gründliche Kontrolle notwendig. Finden sich Blattläuse an den Blättern, Stielen oder Trieben, sollte die Pflanze noch einige Tage im Freien bleiben. Behandeln Sie die betroffene Zimmerpflanze mit einem der beschriebenen Hausmittel und holen Sie sie erst ins Haus, wenn der Befall komplett bekämpft worden ist.

Mit diesen Hausmitteln beugen Sie einem Befall vor

Kaffeesatz ist als Pflanzendünger bekannt. Damit lassen sich aber auch Blattläuse von den Zimmerpflanzen abhalten. Der Kaffeesatz muss vor der Verwendung gut trocknen, denn ansonsten könnte es zu Schimmelbildung kommen. Den gut angetrockneten Kaffeesatz verteilen Sie auf dem Substrat und arbeiten ihn dabei leicht in den Boden ein.

Von der Wirkung des Knoblauchs haben wir bereits gesprochen. Die Zehen lassen sich auch vorbeugend anwenden. Hierfür sollten sie komplett im Boden verschwinden. Stecken Sie mehrere Zehen in Stielnähe in das Pflanzgefäß. Die ätherischen Öle werden in den Boden abgegeben. Mit einer Geruchsbelästigung muss nicht gerechnet werden, da die Zehen sich komplett im Erdboden befinden.

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