Chips selber machen – 3 Methoden vorgestellt

Chips selber machen - verschiedene Methoden
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Warum Chips kaufen, wenn man sie ebenso selber herstellen kann? Ich zeige Ihnen 3 Möglichkeiten, Chips zuhause selbst zu machen.

Irgendwie ist der Abend auf der Couch nicht vollkommen ohne die Chipstüte in den Händen? Gesunder Ernährung wird dadurch nicht wirklich entsprochen, doch es geht auch anders. Wir verraten hier, wie sich gesunde Knabbereien selbst herstellen lassen. Sie sparen dabei nicht nur Geld, sondern knabbern auch gesünder und vollwertiger. Künstliche Aromen und Geschmacksverstärker sind tabu. Werden Sie kreativ und servieren fortan selbst gemachte Chips.

Kartoffelchips – eine heimliche Liebe

Wir Deutschen knabbern am liebsten Kartoffelchips. Der Trend wurde in den USA in den 1950er Jahren geboren. Die Herstellung der Leckerei ist simpel und für jeden jederzeit machbar. Ganze Kartoffeln werden in Scheiben geschnitten und anschließend frittiert, abschließend kommen nach Wahl die Gewürze dazu. Der Herstellungsprozess ist immer gleich, ganz gleich, ob Chips industriell oder in der heimischen Küche hergestellt werden.

Wir Deutschen konsumieren jährlich mehr als ein Kilogramm Kartoffelchips. Dabei sind wir nicht unbedingt Weltmeister im Chips-Konsum. Die Engländer verzehren mehr als das Doppelte an Chips und die Niederländer führen die Chips-Liste an und gönnen sich mehr als drei Kilogramm pro Jahr.

Was steckt in der Chipstüte?

Kartoffelchips aus der Tüte sind nicht wirklich eine Empfehlung wert. Bei der industriellen Herstellung entsteht eine ganze Reihe an Schadstoffen, welche sich in den Chips verstecken:

SubstanzErläuterungGesundheitsrisiko
  • HCA
    Heterocykliche Amine
Diese Stoffe bilden sich unter großer Hitze und wenn es zur Verkohlung der Lebensmittel kommt. Das beste Beispiel hierfür ist ein verbranntes Steak auf dem Grill.
Auch bei der Herstellung von Kartoffelchips kann dieser Stoff gebildet werden.
  • Krebs, besonders Darmkrebs
  • Acrylamide
Wenn Kartoffeln hohen Temperaturen ausgesetzt werden, kann diese Substanz entstehen. Hierbei kommt es zu einer Verbindung der Aminosäure Asparagin und den in der Kartoffel enthaltenen Kohlenhydraten.
Sind die Chips bräunlich gefärbt, kann dies auf Acrylamide hinweisen.
  • Krebs
  • Schädigungen des Nervensystems
  • PAH
    Polyeyelische aromatische Kohlenwasserstoffe
Beim Frittieren kommt es zu einer Rauchentwicklung.
Die Kartoffel nimmt den Rauch auf und Sie konsumieren ihn mit Ihren Tütenchips.
  • Krebs
  • AGEs
    Advanced Glycation End Products
Die Reaktion von Proteinen und Kohlenhydraten wird als Glykation bezeichnet.
Die entstandenen Endprodukte lagern sich im Gewebe an.
  • Krebs
  • Nierenschäden
  • chronische Entzündungen

Warum sind selbst gemachte Chips die bessere Wahl?

Es mag einiges an Arbeit auf Sie zukommen, wenn Sie sich vornehmen, Chips fortan selbst herzustellen. Es bringt aber im Gegenzug auch viele Vorteile mit sich:

  • Verzicht auf Geschmacksverstärker und künstliche Aromastoffe
  • Verzicht auf Zucker
  • Verzicht auf Palmöl
  • Verzicht auf Verpackungsmüll

Was sollte bei der Herstellung von Chips beachtet werden?

Chips werden aus rohen Kartoffeln hergestellt. Sollen die Kartoffelchips besonders knusprig werden, eignen sich „Linda“, „Ditta“ oder andere fest kochende Sorten am besten. Chips lassen sich mit oder ohne Schale herstellen. Dies ist ganz den persönlichen Vorlieben überlassen.

Tipp: Für die Herstellung von Chips mit Schale sollten Bio-Kartoffeln verwendet werden.

Knusprige Chips müssen dünn geschnitten werden, ansonsten wird das Ergebnis wenig überzeugen und eher lasch erscheinen. Zu dicke Scheiben enthalten zu viel Wasser und saugen sich daher schnell mit Fett voll. Bei den Abmessungen ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Eine Stärke von etwa zwei Millimetern dürfte die besten Ergebnisse liefern. Wer es übertreibt und die Chips zu dünn schneidet, dessen Chips werden schnell braun und knuspern ebenfalls nicht.

Der Klassiker – leckere Chips aus dem Backofen

Chips aus dem Backofen
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Im Backofen können Sie Chips schnell und einfach und noch dazu gesund zubereiten, denn im Gegensatz zur Fritteuse wird hier mit weit weniger Fett gearbeitet.

Was wird benötigt?

  • vier bis fünf Kartoffeln
  • zwei bis drei Esslöffel Pflanzenöl
  • Gewürze nach Wunsch

So wird‘s gemacht:

  1. Kartoffeln schälen oder abbürsten
  2. Kartoffeln schneiden
  3. Kartoffelscheiben waschen
  4. Öl und Gewürze mischen
  5. Kartoffelscheiben damit bestreichen
  6. Kartoffelscheiben backen
  7. Chips abkühlen lassen und servieren

Sollen die Chips nicht mit der Schale verzehrt werden, sind sie zunächst zu schälen. Wer die Schale an den Kartoffeln belassen will, sollte die Kartoffeln gründlich abbürsten und ausschließlich Bio-Kartoffeln verwenden. Um die Kartoffeln zu schneiden, können ein scharfes Messer oder eine Reibe verwendet werden. Die Kartoffelscheiben werden nun in Wasser gründlich gewaschen. Dieser Schritt ist wichtig, damit die Kartoffel von überschüssiger Stärke befreit wird und die Chips am Ende schön knuspern. Der Vorgang ist abgeschlossen, wenn das Wasser klar bleibt. Die Öl-Gewürzmischung wird beidseitig auf die Kartoffelscheiben gestrichen. Die Mischung sollte nicht zu dick aufgetragen werden. Denn dies verhindert das Knusprigwerden der Chips. Nun geben Sie die Chips auf einen Abschnitt Backpapier auf den Rost des Backofens. Stellen Sie den Backofen auf 180 Grad und belassen die Chips etwa eine Viertelstunde im Ofen.

Tipp: Kontrollieren Sie öfter den Bräunungsgrad. Dieser kann variieren.

Haben sich die Chips leicht bräunlich verfärbt, nehmen Sie diese aus dem Ofen und lassen sie auf Küchenpapier trocknen. Sind die Kartoffelchips getrocknet, können sie serviert werden.

Tipp: Es können bis zu drei Bleche auf einmal im Umluft-Herd gebacken werden.

Besonders schnell – Kartoffelchips aus der Fritteuse

Soll es einmal besonders schnell gehen, kann für die Zubereitung von Chips auch zur Fritteuse gegriffen werden.

Was wird benötigt?

  • drei mittelgroße Kartoffeln
  • Öl
  • Gewürze nach Wunsch

So wird‘s gemacht

  1. Kartoffeln schälen oder abbürsten
  2. Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden
  3. Kartoffelscheiben waschen
  4. Kartoffelscheiben abtropfen lassen
  5. Fritteuse erhitzen
  6. Kartoffelscheiben hinein geben
  7. Kartoffelchips abtropfen lassen
  8. Kartoffelchips würzen

Auch hier können die Kartoffeln mit oder ohne Schale verwendet werden. Mit dem Messer oder der Reibe werden wieder besonders dünne Scheiben geschnitten. Nach dem Waschen müssen die Kartoffelscheiben besonders gut abtropfen. Legen Sie die späteren Kartoffelchips dazu auf saugfähige Küchentücher. Die restliche Flüssigkeit tupfen sie vor dem Frittieren gut ab. Die Fritteuse sollte auf etwa 170 Grad erhitzt werden. Nun geben Sie die Kartoffelscheiben hinein. Nach einigen Minuten dürften die Chips eine goldbraune Farbe angenommen haben und können aus der Fritteuse genommen werden und werden auf Küchentüchern zum Abtropfen ausgelegt.

Tipp: Würzen Sie die Chips, solange sie noch warm sind.

Damit die Chips auch wie gewünscht knuspern, sollten sie gut auskühlen.

Topf contra Fritteuse

Sie besitzen keine Fritteuse? Dann können Kartoffelchips auch im Topf zubereitet werden.
Was wird benötigt?

  • fünf Kartoffeln
  • etwa eine Flasche Pflanzenöl
  • Gewürze nach Wunsch

So wird‘s gemacht:
Die Vorbereitung gleicht der Zubereitung in der Fritteuse. Erhitzen Sie das Öl im Topf und geben die Kartoffelscheiben möglichst einzeln hinein, denn so lassen sie sich besser frittieren. Sind die Chips gut gebräunt, werden sie auf Küchentüchern getrocknet und noch warm mit den gewünschten Gewürzen bestreut.

Ganz ohne Fett – Chips aus der Mikrowelle

Chips aus der Mikrowelle
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Sie möchten Ihre Kartoffelchips ganz ohne Fett zubereiten? Dann dürfte Ihnen diese Methode zusagen.

Was brauchen Sie?

  • drei mittelgroße Kartoffeln
  • Holzspieße
  • Schüssel
  • Gewürze nach Wunsch

So wird‘s gemacht:

  1. Kartoffeln vorbereiten
  2. Kartoffelscheiben aufspießen
  3. Spieße über eine Schüssel legen
  4. Spieße erhitzen

Die Kartoffeln werden mit oder ohne Schale verwendet und wie gehabt vorbereitet. Die dünnen Kartoffelscheiben werden nun auf Schaschlik-Spieße aus Holz gefädelt. Achten Sie darauf, dass Sie zwischen jeder Kartoffelscheibe Abstand lassen und sich die Kartoffeln beim Erhitzen nicht berühren. Die Holzspieße werden über eine mikrowellengeeignete Schüssel gelegt und bei 700 Watt knapp zehn Minuten in der Mikrowelle erhitzt. Stellen Sie fest, dass die Chips nach der empfohlenen Garzeit noch nicht knusprig sind und sich noch feucht anfühlen, erhitzen Sie die Kartoffelscheiben nochmals etwa eine Minute. Sind die Chips kross und trocken, werden sie gewürzt und abgekühlt.

Kartoffelchips richtig würzen

Hierbei können Sie eigentlich nichts verkehrt machen. Wie die Chips gewürzt werden, ist Geschmackssache. Hierbei stellen mit Salz und Pfeffer gewürzte Kartoffelchips den Klassiker dar. Doch es darf auch gern experimentiert werden.
Probieren Sie doch einfach folgende Varianten:

  • Chili
  • Paprika
  • Rosmarin
  • Curry
  • Besprühen mit Essig
  • getrocknete Kräuter nach Belieben

So bleiben Chips knusprig und lecker

Am besten werden die Chips unmittelbar nach der Zubereitung verzehrt. Sollen die selbst gemachten Kartoffelchips über einen längeren Zeitraum gelagert werden, müssen sie luftdicht verpackt werden, ansonsten bleiben sie nicht knusprig. In Gefrierbeuteln oder Frühstückstüten, welche sich dicht verschließen lassen, können die Chips aufbewahrt werden.

Tipp: Selbst gemachte Kartoffelchips sollten nicht zu lange gelagert werden, da es sich um ein frisches Lebensmittel handelt und keinerlei Konservierungsstoffe enthalten sind.

Keine Lust auf Kartoffeln?

Gemüsechips
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Kartoffelchips sind natürlich der Klassiker schlechthin, doch es geht auch anders. Haben Sie keinen Appetit auf Kartoffeln oder möchten einmal etwas Neues ausprobieren, stellen Sie doch einfach Gemüsechips her. Die Zubereitung unterscheidet sich nicht und Sie können alle hier beschriebenen Methoden nutzen.

Herstellen können Sie Gemüsechips aus:

  • Roten Beeten
  • Zucchini
  • Süßkartoffeln
  • Sellerie
  • Rettich
  • Grünkohl

Für Liebhaber von süßen Leckereien bieten sich Chips aus Äpfeln oder Bananen als Alternative an.

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