Wissen Sie, was alles in der Flüssigseife aus dem Handel enthalten ist? Stellen Sie Ihre Seife einfach selber her und Sie wissen es ganz genau!

Seifen sind ideal für eine hygienische Reinigung der Hände. Sie säubern und wirken effektiv gegen Viren und Bakterien. Allerdings enthalten viele Seifen chemische Stoffe wie Farb-, Konservierungs-, Inhalts- oder Duftstoffe, die dem Körper und der Umwelt schaden. Daher lohnt es sich, Flüssigseife selbst zu machen.

Seife besteht aus Kalium- oder Natrium-Salzen, die in Fettsäuren stecken. Sie werden hauptsächlich genutzt, um den Körper zu reinigen. Beim Händewaschen ohne Seife bleiben Fette und Öle auf der Haut zurück, da Wasser sich nicht damit verbindet. Genau diesen Zweck erfüllt Seife, die als Bindeglied zwischen Fetten, Öl und Wasser steht.

Da viele Viren eine Hülle haben, die aus Proteinen und Fett besteht, kann die Seife deren Verbindungen durchdringen. Somit kann sich das Virus sich nicht mehr vermehren und wird unschädlich gemacht. Seine Reste werden dann wie anderer Schmutz einfach mit Wasser abgespült. Hierzu muss die Seife allerdings mindestens für 20, besser 30 Sekunden auf der Haut sein.

Wieso sollten man Seife selbst machen?

Seifen verursachen aufgrund ihrer Verpackung jede Menge Müll. Darüber hinaus werden besonders Flüssigseifen häufig synthetisch hergestellt. Beiden Nachteilen kann man entgegenwirken, indem Sie flüssige Seife selber machen.

Dabei spart man zugleich bares Geld und tut der Umwelt etwas Gutes. Sie wissen nun, was in Ihrer Seife enthalten ist. Ein halber Liter Flüssigseife lässt sich beispielsweise aus Resten im Haushalt für weniger als einen Euro herstellen, während ein vergleichbares Produkt im Supermarkt bis zu drei Euro kosten kann.

Welche Seife sollte man verwenden?

Seife für Flüssigseife
Verwenden Sie am besten biologisch abbaubare Seife | © Pixel-Shot / stock.adobe.com
Bei der Wahl der Seife kann man einiges beachten. Eine biologisch abbaubare Seife beispielsweise schadet der Umwelt nicht. Sie sollten ausschließlich aus Laugen und Fetten bestehen. Kernseife ist ein gutes Beispiel hierfür. Allerdings bestehen diese häufig aus tierischen Fetten, die als Abfall der Fleischproduktion entstehen. Nicht jeder möchte diese auf seiner Haut haben.

Viele Seifen enthalten tierische Inhaltsstoffe wie Milch oder Fett. Auf diese kann man bei der Wahl veganer Seifen verzichten. Jene bestehen aus pflanzlichen Ölen wie beispielsweise:

  • Kokosöl
  • Olivenöl
  • Rapsöl
  • Sheabutteröl
  • Babassuöl
  • Rizinusöl
  • Sonnenblumenöl
  • Jojobaöl
  • Mandelöl

Bei der Wahl der Seife sollten Sie die Finger von Palmöl lassen. Zur Herstellung werden riesige Flächen Regenwald gerodet, um sie durch Monokulturen zu ersetzen. Jene setzen große Mengen an CO₂ frei.

Daneben ist es für nachhaltige Seife sinnvoll auf folgende Inhaltsstoffe zu verzichten:

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  • Sodium Laureth/Lauryl Sulfate: Hierbei handelt es sich um aggressive Tenside, welche die Haut angreifen und Schleimhäute sowie Augen reizen können.
  • Triclosan: Triclosan ist ein Antiseptikum, das gegen Bakterien hilft. Allerdings kann es Bakterien ebenfalls resistent machen und Allergien hervorrufen. Darüber hinaus können sich in Kombination mit UV-Strahlung giftige Dioxine bilden.
  • synthetische Konservierungsmittel (Parabene): Stehen unter Verdacht, Tumore zu erzeugen.
  • synthetische Farbstoffe: Diese sind im Gegensatz zu natürlichen Farbstoffen umstritten.
  • synthetische Duftstoffe: Jene Stoffe können laut diversen Studien Allergien auslösen, zu Kreislaufstörungen und Herzrasen führen, Asthma negativ beeinflussen und teilweise krebserregend sein.

Flüssigseife selber machen – so funktioniert’s

Um Flüssigseife herzustellen, benötigen Sie wenige Zutaten und nur ein bisschen Zeit. Wir zeigen Ihnen nun verschiedene Möglichkeiten, um Ihren Seifenspender selbst schnell und einfach aufzufüllen. Dabei kann biologische Kernseife verwendet werden, die keine Duft- oder Farbstoffe beinhaltet.

Hierzu benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 12 – 25 g Kernseife oder 25 bis 50 g Naturseife
  • 500 ml Leitungswasser

Tipp: Je nach Seife muss deren Menge angepasst werden. Beispielsweise wird etwa die doppelte Menge von Kernseife benötigt, wenn man Naturseife nutzt.

Außerdem:

Zubereitung der Flüssigseife

Flüssigseif Anleizung
Flüssigseife läaas sich leicht selbsz herstellen | © Memories Over Mocha / stock.adobe.com

1. Reiben Sie die Kernseife mit der Küchenreibe fein.
2. Geben Sie die geringere Mengenangabe der Seife in einen Kochtopf. Fügen Sie Wasser hinzu.
3. Erhitzen Sie die Mischung, während Sie stetig mit einem Schneebesen rühren bis sie kocht. Die Seife ist nun noch sehr dünnflüssig. Ihre Konsistenz wird sich beim Abkühlen zunehmend verdicken.
4. Stellen Sie den Topf neben den Herd und lassen Sie die Masse mehrere Stunden abkühlen. Dabei wird die Seife immer dickflüssiger. Rühren Sie dabei immer wieder mit einem Schneebesen durch die Seife.
5. Falls die Seife nun noch zu dünnflüssig ist, können Sie die restliche Menge an geraspelter Seife hinzugeben und den Vorgang wiederholen.
6. Falls die Seife hingegen zu fest ist, sollte Wasser zugeführt werden.

Flüssigseife aufpeppen

Bei der DIY Herstellung von Flüssigseife haben Sie überdies die Möglichkeit, die Seife aufzupeppen. Hierzu lohnen sich beispielsweise verschiedene Duft- und Pflegestoffe

  • Honig duftet und pflegt die Haut.
  • Olivenöl, Kokosöl, oder Mandelöl verleihen der Seife eine cremige Konsistenz und pflegen die Haut durch ihre rückfettenden Inhaltsstoffe.

Ätherische Öle bringen die Seife ebenfalls zum Duften. Pro Kilo Seife sollten dabei maximal 10 ml des duftenden Öls verwendet werden. Besonders beliebt sind beispielsweise:

  • Rose: Rose hat eine rückfettende Wirkung. Sie beruhigt die Haut und eignet sich für empfindliche Typen. Ihr zarter und frischer Duft wirkt elegant.
  • Lavendel: Lavendel ist für seine entspannende und beruhigende Wirkung bekannt. Natürliches Glyzerin ist in diesen enthalten, das die Feuchtigkeit der Haut erhöht. Hierdurch bietet es sich für trockene Haut an.
  • Lemongras: Lemongras wirkt erfrischend und regt die Durchblutung an. Zugleich fördert es die Konzentration und muntert auf. Als Zusatz bietet es sich bei öliger und leicht fettender Haut an.
  • Eukalyptus: Eukalyptus wird als Tee gegen Erkältungen und zum Lösen von Schleim verwendet. Er stimuliert und wirkt schweißtreibend. Zudem fördert er in Seifen die Durchblutung und ist hautfreundlich.
  • Rosmarin: Rosmarin wärmt, regt den Kreislauf an und fördert den Blutdruck. Durch dieses Öl können Verspannungen gelöst werden. Zudem kann die Pflanze anregend wirken.
  • Teebaumöl: Teebaumöl hat eine pilztötende, wundheilende und entzündungshemmende Wirkung und eignet sich daher besonders bei Nagelpilz, Warzen, Pickel etc.
  • Minze: Minze wirkt erfrischend und kühlend. Zugleich kann dieser Inhaltsstoff Juckreiz mindern.

Flüssigseife einfärben

Wenn Sie Farbe in die Flüssigkeit bringen möchten, bietet sich wenige Tropfen Lebensmittelfarbe an.

Glycerin kann zum Schutz der Haut beitragen und deren Elastizität erhöhen. Zugleich spendet der Stoff eine Feuchtigkeit, die lange anhält. Allerdings sollte man auch hier auf die Inhaltsstoffe achten und Produkte mit Palmöl und tierischen Fetten ausschließen. Synthetisches Glycerin fällt häufig als Nebenprodukt der Erdölchemie an und kann der Haut schaden. Bei der Anwendung sollte man vorsichtig sein und die Angaben des Herstellers genau befolgen.

Schaum für die Flüssigseife

Flüssigseife: Schaum
Ein Sud aus Rosskastanien anstelle vom Wasser lässt die Seife schäumen | © FotoHelin / stock.adobe.com
Je salzhaltiger die Seife ist, desto weniger schäumt sie. Um mehr Schaum zu ermöglichen, bietet sich etwas Zucker oder Puderzucker an, die bereits ins Wasser gegeben werden. Rizinusöl in Kombination mit Schaumfett kann ebenfalls ordentlich schäumen.

Wenn Sie statt Wasser einen Sud aus Efeu, Kichererbsenwasser oder Rosskastanie verwenden, kann die Seife ebenfalls besser schäumen. Efeu beispielsweise enthält Saponine, die eine seifenähnliche Wirkung haben.

Haltbarkeit

Aufgrund des Wassers können sich Keime in der Flüssigseife vermehren, die man nicht unmittelbar wahrnimmt. Daher sollte nur eine geringe Menge an Seife produziert werden, sodass diese innerhalb von ein bis zwei Monaten verbraucht wird. Alternativ können 15 Prozent der Flüssigseife aus Weingeist Alkohol bestehen, um die Haltbarkeit zu verlängern. Zudem gibt es einige Konservierungsmittel, welche für Naturkosmetik erhältlich sind.

Diese Zusatzstoffe lassen sich mittels eines Mixers gleichmäßig in der Flüssigseife verteilen.

Füllen Sie die duftende und pflegende Seife nun in den Seifenspender.

Tipp: Flüssigseife, die auf der Basis von Pflanzenölen besteht, kann auch als Inhaltsstoff für Reinigungsmittel dienen.

Mutter, Ehefrau und leidenschaftliche Redakteurin auf 1000-Haushaltstipps.de mit großem Interesse fürs Kochen und den eigenen Garten.