Giftige Pflanzen in Haus und Garten: Diese 40 Pflanzen sind für Kinder gefährlich!

giftige Pflanzen
Nicht nur im Garten gibt es viele Pflanzen, die für Kinder gefährlich werden können - © Rosalie P. / stock.adobe.com

Gerade Kleinkinder stecken sich allerhand in den Mund. Dabei machen sie auch vor Pflanzen nicht Halt. Diese können für sie jedoch wirklich gefährlich werden.

Die Auswahl an Pflanzen für Haus und Garten ist groß. Sie werden nach Größe, Form und Farbe der Blüten ausgewählt. Ob eine Pflanze giftig ist, sieht man ihr leider nicht an. Wenn Kinder mit den Pflanzen in Berührung kommen, ist die Kenntnis über die Giftigkeit von Zimmer- und Gartenpflanzen ein absolutes Muss.

Statistisch gesehen sind Kinder durch Giftpflanzen am ehesten gefährdet. Am meisten locken bunte Beeren, gefolgt von Blüten und Blättern. Pflanzen mit giftigen Inhaltsstoffen sind in beinahe allen Pflanzenfamilien zu Hause. Daher ist es umso wichtiger, die Pflanzen zu kennen. Wer sich dabei schwertut, sollte einen Fachmann konsultieren oder sich geeignete Bestimmungsbücher zulegen. Nachfolgend geben wir einen groben Überblick über Giftpflanzen am Blumenfenster und in heimischen Gärten und Parks.

Giftige Zimmerpflanzen

Babys und Kleinkinder besitzen ihre eigene Art, die Welt für sich zu entdecken. Interessante Dinge, die erkundet werden wollen, stecken die Knirpse in den Mund. Bis zum Vorschulalter ist damit zu rechnen, dass der Nachwuchs auch Zimmerpflanzen auf diese Art und Weise untersucht. Bunte Beeren können auch darüber hinaus das Interesse der Kinder wecken und für leckeres Obst gehalten werden.

Folgende Zimmerpflanzen sind giftig und stellen damit eine Gefahr für Kinder dar:

Alpenveilchen (Cyclamen)

giftige Pflanzen: Alpenveilchen
© Daniel Jędzura / stock.adobe.com

Selbst ein Erwachsener leidet unter Vergiftungserscheinungen, wenn lediglich 0,4 Gramm der Knolle verzehrt werden. Die Knolle ist für Kinder besonders giftig und kann zum Tode führen. Auch die Blätter enthalten Giftstoffe.

Azalee (Rhododendron simsii)

giftige Pflanzen: Azalee
© Olesia Sarycheva / stock.adobe.comgiftige Pflanzen:

Der Rhododendron gilt im Garten als Giftpflanze, die Azalee auf dem Fensterbrett. Alle Pflanzenteile sind stark giftig.

Becherprimel (Primula obconica)

giftige Pflanzen: Becherprimel
© Negoi Cristian / stock.adobe.com

Die bunten Frühblüher holt man sich als ersten Farbtupfer gern ins Haus. Alle Pflanzenteile sind schwach giftig. Die Primeln sollten außer Reichweite des Nachwuchses aufgestellt werden. Bereits bei Berührung der Blätter können Vergiftungssymptome auftreten. Eine Alternative wäre die Kultivierung im Balkonkasten.

Christusdorn (Euphorbia milii)

giftige Pflanzen: Christusdorn
© unverdorbenjr / stock.adobe.com

Der Christusdorn zählt zu den Wolfsmilchgewächsen. Die Pflanzen sondern einen giftigen Milchsaft ab. Auch hier gilt, Kinder sollten die Pflanzen nicht berühren.

Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine)

giftige Pflanzen: Dieffenbachie
© Анна Мартьянова / stock.adobe.com

Diese beliebte Zimmerpflanze ist stark giftig. Bei Berührung werden Gift und mikroskopisch kleine Nadeln freigesetzt, die das Gesicht verletzen können. Der Verzehr ruft schwere Vergiftungserscheinungen hervor.

Flamingoblume (Anthurium)

giftige Pflanzen: Flamingoblume
© LuckyRiga / stock.adobe.com

Die Flamingoblume fasziniert mit ihren farbenfrohen, großen Blüten. Diese sind stark giftig. Wird die Pflanze berührt, werden Giftstoffe über kleinste Nadeln in die Haut geleitet.

Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

giftige Pflanzen: Weihnachtsstern
© barmalini / stock.adobe.com

Leben Kinder im Haus, sollte bei der Adventsdekoration umgedacht werden. Weihnachtssterne sind in allen ihren Pflanzenteilen giftig. Die Pflanzen können jedoch berührt werden. Vergiftungserscheinungen treten nur beim Verzehr auf.

Wüstenrose (Adenium obesum)

giftige Pflanzen: Wüstenrose
© mayura / stock.adobe.com

Die Wüstenrose ist in heimischen Wohnzimmern bislang noch weniger verbreitet. Der Exot erfreut sich aber wachsender Beliebtheit. Die Hundsgiftgewächse sind stark giftig. Der austretende Milchsaft und die Blüten enthalten die meisten Giftstoffe.

Symptome bei einer Vergiftung

PflanzeSymptome bei einer Vergiftung
Alpenveilchen• Übelkeit
• Magenschmerzen
• Erbrechen
• Schwindel
• Schweißausbrüche
• Verzehr der Knolle tödlich
Azalee• Übelkeit
• Erbrechen
• Durchfall
• Krämpfe
• Herzrhythmusstörungen
Becherprimel• Hautreizungen
• Entzündungen
• Durchfall
Christusdorn• Hautreizungen
• Reizungen der Schleimhäute bei Verzehr
Dieffenbachie• Hautreizungen
• Tränende Augen
• Pusteln auf der Haut
• Übelkeit
• Erbrechen
Durchfall
• Sprechstörungen
Flamingoblume• Hautreizungen
• Blasenbildung
Weihnachtsstern• Schmerzhafte Reizungen der Mundschleimhaut
Wüstenrose• Verdauungsbeschwerden
• Krämpfe
• Kreislaufbeschwerden
• Schleimhautreizungen

Giftige Pflanzen im Garten

Der Garten ist für Kinder ein aufregender Spielplatz. Auf ihrer Entdeckungstour scheuen die Kleinen nicht davor zurück, die Pflanzen näher zu untersuchen, abzuzupfen und leider auch zu kosten.

Wer seinen Garten kindersicher gestalten möchte, muss damit bereits bei der Pflanzung beginnen. Folgende Tabelle nennt die wichtigsten Giftpflanzen, die sich im heimischen Garten finden lassen.

PflanzeGiftigkeitsgradgiftige Pflanzenteile
Christrose (Helleborus niger)stark giftigalle Teile
Eibe (Taxus baccata)stark giftigalle Teile, roter Samenmantel ausgenommen
Eisenhut (Aconitum napellus)sehr stark giftigalle Teile
Fingerhut (Digitalis purpurea)stark giftigalle Teile
Giftsumach (Rhus toxicodendron)sehr stark giftigalle Teile
Goldregen (Laburnum anagyroides)stark giftigalle Teile
Kartoffel (Solanum tuberosum)sehr stark giftigBeerenfrüchte, Keimlinge
Lebensbaum (Thuja occidentalis)sehr stark giftigZweigspitzen, Zapfen
Oleander (Nerium oleander)stark giftigalle Teile
Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)stark giftigalle Teile, Früchte besonders
Rhododendron (Rhododendron spec.)stark giftigBlätter, Blüten
Sadebaum (Juniperus sabina)sehr stark giftigalle Teile
Schlangenkraut (Calla palustris)stark giftigalle Teile
Seidelbast (Daphne mezereum)sehr stark giftigalle Teile
Stechapfel (Datura stramonium)sehr stark giftigalle Teile
Tabak (Nicotiana tabacum)sehr stark giftigalle Teile
Virg. Zeder (Juniperus virginina)sehr stark giftigalle Teile
Wunderbaum (Ricinus communis)stark giftigSamen

Giftige Pflanzen in Parks und auf Spielplätzen

Auch diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Viele Giftpflanzen sind auf Spielplätzen unbemerkt verwildert oder wurden in Parks gezielt angepflanzt.

PflanzeGiftigkeitsgradgiftige Pflanzenteile
Buchsbaum (Buxus sempervirens)giftigBlätter
Efeu (Hedera helix)giftigBlätter, Beeren
Ginster (Sarothamnus scoparius)giftigalle Teile
Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)sehr stark giftigalle Teile
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)giftigBlätter, Samen
Liguster (Ligustrum vulgare)giftigBlätter, Beeren
Schneeball (Viburnum opulus)giftigBlätter, Beeren
Schneebeere (Symporicarpos albus)giftigBeeren
Stechpalme (Ilex aquifolium)giftigBeeren
Robinie (Robinia pseudoacacia)giftigRinde, Früchte
Tollkirsche (Atropa bella-donna)sehr stark giftigalle Teile
Waldrebe (Clemtis vitalba)giftigalle Teile
Wasserschierling (Cicuta virosa)sehr stark giftigalle Teile, Stängel und Wurzeln besonders
Zaunrübe (Bryonia)stark giftigalle Teile, Beeren und Wurzeln besonders

Was tun, wenn das Kind giftige Pflanzen gegessen hat?

Wie schwer die Vergiftung ausfällt, ist von der Art des Giftes abhängig.

Folgende Giftstoffe kommen in Pflanzen vermehrt vor:

  • Alkaloide (Nikotin, Koffein, Morphin, Atropin)
  • Glycoside (Zuckerverbindungen, zum Beispiel von Blausäure freigesetzt)
  • ätherische Öle (in Harzen von Nadelhölzern)
  • Proteine (toxische Eiweiße)
  • Phenole (zum Beispiel Cumarin in Waldmeister)

Besteht der Verdacht einer Pflanzenvergiftung, ist schnelles Handeln gefragt und es sollte sofort der Notarzt verständigt werden.

Bis dieser eintrifft, können die Eltern selbst einiges tun:

  • ruhig bleiben
  • Kind beruhigen
  • Pflanzenteile aufbewahren
  • Kind nicht zum Erbrechen bringen = Erstickungsgefahr
  • Wasser oder Tee zu trinken geben, keine Milch verabreichen
  • Kohletablette zerdrücken und in Wasser auflösen = bindet Giftstoffe im Körper
Achtung: Wer sich nicht sicher ist, welche Pflanze das Kind gegessen hat, sollte die Giftnotrufzentrale alarmieren.

Die Nummer: 0551-19240 ist rund um die Uhr erreichbar.

Abschließend kann ein Stück weit Entwarnung gegeben werden. Selten nehmen Pflanzenvergiftungen bei Kindern einen wirklich schweren Verlauf. Dafür spricht, dass eine Giftpflanze meist nicht lecker schmeckt und daher von den Kleinen recht schnell wieder ausgespuckt wird.

Dadurch werden nur geringe Mengen an Toxinen aufgenommen. Meist beschränkt sich die Symptomatik auf allgemeines Unwohlsein und leichtes Erbrechen. Schwere Vergiftungserscheinungen treten statistisch betrachtet lediglich bei jeder 70. Pflanzenvergiftung auf. Todesfälle durch Giftpflanzen sind sehr selten.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.