Schon gewusst, wie vielseitig Sie Kartoffelwasser verwenden können? Es eignet sich zur Handpflege, als Putzmittel wie auch im Garten. Mit unseren Tipps müssen Sie Kartoffelwasser nicht mehr wegschütten, sondern können es nachhaltig nutzen.

Kartoffeln kommen in Deutschlands Haushalten beinahe täglich auf den Tisch. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 60 bis 70 Kilogramm pro Jahr. Während wir den Knollen als vielseitige Beilage Beachtung schenken, fällt literweise Kartoffelwasser an. Dies landet meist achtlos im Ausguss. Dabei ist Kartoffelwasser viel zu schade zum Entsorgen. Denn Kartoffelwasser ist reich an Stärke und Mineralstoffen und vielseitige Verwendungsmöglichkeiten im Haushalt sind gegeben.

Warum ist Kartoffelwasser zu schade für den Ausguss?

Skeptiker werden sagen, dass Kartoffelsud nicht weiterverwendet werden sollte, da er schließlich Giftstoffe enthält. Diese Annahme nimmt Bezug auf Solanin, einen Pflanzenstoff, der bei übermäßigem Verzehr tatsächlich Vergiftungserscheinungen auslösen kann.

Werden Kartoffeln aber vorab geschält und dann gekocht, sind die Giftstoffe entfernt und das Kartoffelwasser kann ohne Bedenken für die nachfolgend genannten Anwendungen verwendet werden.

Nicht zu vergessen, die zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffe, die unter der Kartoffelschale sitzen und beim Kochen zum Teil auch in das Kartoffelwasser übergehen:

  • Vitamine
  • Eisen
  • Magnesium
  • Kalium
Tipp:  Verwenden Sie frische und reife Knollen. Die Kartoffeln sollten keine grünen Stellen oder längere Keime besitzen. Bei dunkler und trockener Lagerung verderben Kartoffeln weniger schnell.

Kartoffelwasser als Gießwasser verwenden

Wie bereits erwähnt, gehen die Nährstoffe der Kartoffel beim Kochen in das Wasser über. Die enthaltenen Mineralstoffe dienen als natürliches Stärkungsmittel für Zimmer- und Balkonpflanzen.

Das Kartoffelwasser sollte abkühlen und kann dann pur als Dünger verwendet werden oder verdünnt dem Gießwasser beigegeben werden.

Achtung: Als Gießwasser eignet sich nur Kartoffelwasser, das kein Salz enthält.

Kartoffelwasser bekämpft Unkraut

Gegen hartnäckiges Unkraut im Garten hilft diese Sofortmaßnahme: Das noch heiße Kartoffelwasser tragen Sie im Topf nach draußen und kippen es über die ungeliebten Pflanzen im Beet. Dabei ist es wichtig, dass der Sud noch nicht abgekühlt ist. Dann kann die effektive Zweifachwirkung eintreten: Durch die Hitze kommt es zu Zellschädigungen. Die im Kartoffelsud enthaltene Stärke bewirkt den Verschluss der Poren. Damit geht das Unkraut ein.

Blattläuse unschädlich machen

Blattläuse lassen kaum eine Pflanze in Haus und Garten aus. Die Schädlinge vermehren sich blitzartig und greifen nicht selten auf das komplette Blumenfenster oder Beet über. Eine wirksame Waffe erhalten Sie, wenn das Wasser nach dem Kochen von Pellkartoffeln nicht entsorgt wird.

Für diesen Trick wird das in den Schalen vorkommende Solanin benötigt. Das Kartoffelwasser wird abgekühlt und in einen Pflanzensprüher gefüllt. Die Anwendung erfolgt unverdünnt. Der giftige Pflanzenstoff vertreibt Blattläuse zuverlässig und schnell.

Kartoffelwasser als Fettlöser

Das Kartoffelwasser enthält Speisestärke. Diese gilt als natürlicher Fettlöser. Damit können Sie mit Kartoffelwasser auch Putzen. Die Spüle lässt sich mit Kartoffelsud auf Hochglanz bringen. Ebenso eignet sich Kartoffelwasser als Putzmittel für Silber.

Auch für die Reinigung von Tür- und Fensterrahmen ist Kartoffelwasser bestens geeignet. Sie behandeln den Kunststoff direkt mit Kartoffelsud und wischen mit klarem Wasser nach.

Mit wenigen Handgriffen können Sie aus Kartoffelwasser ein wirkungsvolles Fensterputzmittel herstellen. Sie mischen Kartoffelsud mit heißem Wasser und einigen Spritzern Essig. Die Mischung wird in eine Sprühflasche gefüllt.

Tipp: Hartnäckige Verschmutzungen von der Fensterscheibe lösen sich, wenn mit der Schnittfläche einer Kartoffel darüber gerieben wird.

Kartoffelwasser für einen sauberen Abfluss

Auch hier gilt, der Kartoffelsud sollte vor der Anwendung nicht abkühlen. Das heiße Wasser in Verbindung mit der enthaltenen Stärke kann Ablagerungen im Abfluss lösen und Verstopfungen vorbeugen.

Starke Verstopfungen lassen sich mit Kartoffelwasser allerdings nicht lösen. Daher bietet sich die vorbeugende Anwendung an.

Kartoffelwasser als Fleckentferner

Dieser Tipp bezieht sich erneut auf ungesalzenes Kartoffelwasser. Der Kartoffelsud kann wie ein natürlicher Fleckentferner wirken. Die Wäschestücke werden etwa eine Stunde in Kartoffelwasser eingeweicht. Anschließend wird die Kleidung wie gewohnt gewaschen.

Die Anwendung hat sich besonders bei Fettflecken und bei Rotweinflecken bewährt.

Kartoffelwasser für Haare und Kopfhaut

Kartoffelwasser enthält Stärke und Mineralstoffe, die Haare und Kopfhaut pflegen können. Die Kartoffeln sollten mit Schale gekocht werden. Die Haare werden wie gewohnt gewaschen. Anschließend wird das Kartoffelwasser wie eine Spülung verwendet und ins feuchte Haar gegeben. Nach einer Einwirkzeit von einigen Minuten werden die Haare nochmals mit klarem Wasser gespült.

Kartoffelwasser für die Handpflege

Die Haut an den Händen ist häufig rau und überstrapaziert. Hier können die im Kartoffelwasser enthaltenen Mineralstoffe gute Dienste leisten. Wurden die Kartoffeln abgeschüttet, sollte das Wasser so lange abkühlen, bis es sich für die Hände angenehm anfühlt.

Die Hände sollten einige Minuten im Kartoffelsud verweilen. Nach dem Trockentupfen der Haut gewinnt diese an Geschmeidigkeit und kann Feuchtigkeit besser aufnehmen. Weiterhin können Pflegeprodukte besser eindringen.

Kartoffelwasser gegen Ausschlag

Bei Hautirritationen kann Kartoffelwasser eine ausgleichende und beruhigende Wirkung mitbringen. Der Sud sollte vor der Anwendung abkühlen und wird mit einem Tupfer auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Kartoffelsud lässt sich auch wie ein Gesichtswasser anwenden und kann das Hautbild klären.

Tipp: Pickel können mit einer rohen Kartoffel behandelt werden. Werden diese mit einer rohen Kartoffel betupft, sollten sie bei regelmäßiger Anwendung austrocknen.

Kartoffelwasser zum Kochen und Backen

Kartoffelwasser lässt sich im Haushalt auch nutzbringend einsetzen, indem es zur Verfeinerung verschiedener Speisen verwendet wird. Mit Kartoffelwasser lassen sich Suppen und Soßen verfeinern und leicht abbinden.

Wer selbst Brot backt, sollte einmal versuchen, herkömmliches Wasser durch Kartoffelwasser zu ersetzen. Das Brot wird wunderbar luftig und bekommt ein leichtes Kartoffel-Aroma.

Kartoffelwasser beruhigt den Darm

Die Kartoffel zählt zu den Nachtschattengewächsen und enthält daher in geringen Mengen Atropin. Dem Stoff wird eine krampflösende Wirkung nachgesagt. Dies kann man sich bei Magenverstimmungen zunutze machen.

Das Wasser der geschälten Kartoffeln kann den Verdauungstrakt beruhigen. Eine Heilwirkung lässt sich allerdings nicht sofort beobachten. Eine kurmäßige Anwendung ist empfohlen.

Wer unter Sodbrennen leidet, kann nach dem Essen kleine Mengen Kartoffelwasser trinken und dadurch die Beschwerden lindern. Der Grund hierfür liegt in der im Kartoffelsud enthaltenen Stärke, welche in der Lage ist, die aufsteigende Magensäure zu neutralisieren.

Kartoffelwasser lindert Reizhusten

Wer mit hartnäckigem Reizhusten zu kämpfen hat, findet mit Kartoffelwasser ein bewährtes Hausmittel. Das Wasser frischer und ungesalzener Kartoffeln sollte heiß getrunken werden. In den Kartoffelsud wird ein Teelöffel Honig eingerührt.

Achtung: Soll das Kartoffelwasser der inneren Anwendung dienen, sind beim Schälen alle grünen Stellen und Keime großzügig zu entfernen. Verwenden Sie am besten lediglich frische Bio-Kartoffeln.

Als mehrfache Mutter lebe ich mit meiner Familie, Hund und Katzen auf dem Land. Ein geordneter Haushalt ist mir dabei genau so wichtig wie Nachhaltigkeit und ein angenehmes Miteinander. Ebenso wie meine Leidenschaft fürs Schreiben.