Die richtige Beleuchtung für jeden Raum finden

Pärchen sucht richtige Beleuchtung aus.
Die passende Beleuchtung sollte gut geplant sein. © auremar / stock.adobe.com

Das Angebot an Lampen und Leuchtmitteln ist groß und mitunter sehr unübersichtlich. Worauf es bei der Einrichtung der passenden Beleuchtung ankommt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Nicht jeder Wohnraum verfügt über große Fenster, durch die ausreichend Tageslicht bis in die letzte Zimmerecke dringt. In solchen Fällen kann mit Kunstlicht nachgeholfen werden, damit jeder Winkel des Raumes genutzt werden kann. Worauf Sie bei der Installation von Lampen achten sollten, erfahren Sie hier.

Die Beleuchtung der Nutzung anpassen

Grundsätzlich sollte sich die Beleuchtung eines Raumes immer an dessen Nutzung orientieren. Räume wie Wohnzimmer, Schlaf- und Kinderzimmer dienen dem allgemeinen Aufenthalt und brauchen nicht so hell beleuchtet sein wie das Büro beispielsweise, indem konzentriert gearbeitet werden muss.

Zur Orientierung gibt es eine DIN-Norm, die man bei der Beleuchtungsgestaltung der Wohnräume heranziehen kann. Darin werden folgende Beleuchtungsstärken empfohlen:

  • Flur, Garderobe und Treppen: 50-100 Lux
  • allgemeine Beleuchtung in Wohn-, Schlaf-, Kinder- und Badezimmer: 100-300 Lux
  • spezielle Beleuchtung in Küche, Büro und Kinderzimmer: 300-2000 Lux

Dabei dienen die jeweiligen Tätigkeiten, die man in den Räumen verrichtet, als Anhaltspunkt für die Beleuchtungsstärke.

Lesen, Schreiben oder am Computer arbeiten erfordern andere Lichtverhältnisse als einen Flur entlanggehen. Auch beim Nähen, Basteln und anderen filigranen Arbeiten sollte der Raum oder der Arbeitsplatz intensiver ausgeleuchtet sein als bei einem Fernsehabend.

Kombinierte Beleuchtungsmöglichkeiten nutzen

Da viele Räume heutzutage mehrfach genutzt werden, sollten verschiedene Beleuchtungsmöglichkeiten gegeben sein.

Unterschieden wird dabei zwischen allgemeiner und spezieller beziehungsweise fokussierter Beleuchtung.

Für den allgemeinen Aufenthalt im Wohnzimmer ist die Deckenlampe ausreichend. Müssen nun aber Näharbeiten im Wohnzimmer getätigt werden, sollte auf jeden Fall zusätzliches Licht vorhanden sein.

Arbeitslicht im Wohnzimmer.
Zusätzliches Licht für Arbeitsbereiche schont die Augen. © Pixel-Shot / stock.adobe.com

Im Kinderzimmer sieht es ähnlich aus: Zum allgemeinen Spielen reicht eine geringere Beleuchtung aus, als wenn die Kinder Hausaufgaben am Schreibtisch machen. Dort sollte sich dann unbedingt eine Extra-Lampe befinden.

Eine große Lichtquelle an der Wand neben dem Esstisch strahlt zu den Mahlzeiten ausreichend warmes und weiches Licht. Wird am Esstisch aber regelmäßig gebastelt oder anderweitig gearbeitet, sollte ein Arbeitslicht keinesfalls fehlen.

Sie sehen also: Immer dort, wo konzentriert und detailreich gearbeitet wird und die Augen mehr als nur leichte Sehaufgaben leisten, braucht es zusätzliche Beleuchtung.

Allgemeine oder fokussierte Beleuchtung

Die allgemeine Raumbeleuchtung macht Räume vor allem in der dunklen Jahreszeit nutzbar. Dies entweder durch direkte oder indirekte Beleuchtung an Decke, Wand oder mittels Standleuchte.

Direkte Beleuchtung erhellt die Räumlichkeiten gezielt in den Raum hinein, während bei indirekter Beleuchtung das Licht an Wand oder Decke geworfen und von dort reflektiert wird.

Während Decken- und Wandleuchten fest mit dem Untergrund verbunden sind, können Standleuchten und Deckenfluter umgestellt werden und sind so flexibler einsetzbar. Dafür braucht es aber auch den Platz, um einen Deckenfluter aufzustellen. Vor allem in kleinen Räumen, in denen jeder Quadratmeter benötigt wird, ist dies nicht immer einfach umzusetzen. Aus diesem Grund sollte die jeweilige Raumbeleuchtung gut geplant werden, falls Bau- oder Umbaumaßnahmen anstehen.

Eine interessante Alternative zu einer herkömmlichen, fest installierten Deckenlampe ist eine ins Schienensystem integrierte Lampe. Dabei wird eine Schiene fest an der Raumdecke montiert, in die dann die eigentliche Lampe kommt. Diese ist dann innerhalb der Schiene flexibel positionierbar. Moderne Schienensysteme sind modular aufgebaut, können also beliebig erweitert werden und brauchen dafür auch nur einen Stromanschluss.

Schreib- und Arbeitsbereiche werden mit einer separaten Beleuchtungsmöglichkeit zusätzlich erhellt. Das kann im Kinderzimmer oder im Büro die einfache Schreibtischlampe sein, genauso wie sogenannte Unterbauleuchten unterm Wandschrank, die für sicheres und augenschonendes Arbeiten sorgen.

Unterbauleuchte unterm Küchenwandschrank.
Unterbauleuchten sorgen für ausreichend Licht. © pozitivo / stock.adobe.com

Das passende Leuchtmittel

Die Auswahl an passenden Leuchtmitteln ist groß. Für welches man sich entscheidet, ist wohl überwiegend eine Frage des Geschmacks und des Geldbeutels. Am sparsamsten im Verbrauch sind LED-Leuchtmittel und Energiesparlampen, die es wiederum in verschiedenen Farbspektren gibt. Von Warmweiß bis Blauweiß reicht die Farbpalette. Das Farbspektrum, genauer gesagt die Farbtemperatur, wird in Kelvin (K) angegeben.

  • » bis zu 3000 K: warmweißes Licht (gelbweiß)
  • » 3000 – 5300 K: neutralweißes Licht
  • » ab 5300 K: kaltweißes Licht (blauweiß)

Es ist wichtig zu wissen, dass besonders die bläulichen Weißtöne anregend auf den Körper wirken und daher eher im Büro oder Arbeitszimmer eingesetzt werden sollten. Je weiter sich das Farbspektrum nach Gelb verschiebt, desto beruhigender die Wirkung.

Aus diesem Grund sollte im Schlaf- und Kinderzimmer eher gelbliches Weiß verwendet werden.

Auf der sicheren Seite ist man mit neutralweißen Leuchtmitteln, die für den universellen Einsatz gedacht sind.

Weitere Tipps

» Schatten vermeiden: Lampen sollten vor allem im Nahbereich so positioniert werden, dass keine Schatten entstehen. Wer am Schreibtisch arbeiten möchte und mit seinem Körper Schatten wirft, tut seinen Augen nichts Gutes.

Mann am Schreibtisch mit kleiner Lampe.
Immer auf die richtige Positionierung der Lichtquelle achten. © Krakenimages.com / stock.adobe.com

» Behagliche Atmosphäre: Ein behagliches Ambiente schafft man mit indirekter Beleuchtung. Geeignet sind hier vor allem Schlaf- und Wohnzimmer.

» Blenden vermeiden: Zu dunkle Wohnbereiche erhöhen die Unfallgefahr genauso wie Lampen, die blenden. Daher ist besonders in der Küche und in Fluren auf geeignete Lampen zu achten, die aufgrund ihrer Konstruktion das Licht streuen beziehungsweise das Leuchtmittel verdecken.

» Tageslicht nutzen: Jeder Raum sollte so eingerichtet sein, dass möglichst viel Tageslicht genutzt werden kann. Dies gilt vor allem im Bad, denn künstliches Licht kann besonders beim Schminken die Farben anders scheinen lassen, als sie tatsächlich sind.

» Sicherheit: Sicherheitsrelevant sind auch Balkon- oder Terrassenbeleuchtung. Diese Bereiche unbedingt in die Planung mit einbeziehen und dort für ausreichend Licht sorgen.