Sodbrennen: Was hilft? – Tipps zu Behandlung und Vorbeugung

Sodbrennen: Was hilft?
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Sodbrennen kommt meist unverhofft und ist sehr unangenehm. Unsere Tipps helfen Ihnen, diese schnell wieder loszuwerden oder sie garnicht erst zu bekommen.

Wer es nicht kennt, kann sich glücklich schätzen. Mehr als ein Drittel der Deutschen leidet regelmäßig unter Sodbrennen. Meist tritt es nach einem üppigen Essen auf oder auch nach einem hastigen Imbiss. Aber auch unabhängig vom Essen kann Sodbrennen auftreten – etwa in der Schwangerschaft oder bei der Refluxkrankheit. Unabhängig von der Ursache des Sodbrennens können Sie das Brennen mit einfachen Hausmitteln mildern oder sogar komplett loswerden.

Wie entsteht Sodbrennen?

Sodbrennen kann verschiedene Ursachen haben. Meist ist das Brennen auf einen Rückfluss der Verdauungssäfte in die Speiseröhre zurückzuführen. Verdauungssäfte enthalten Salzsäure. Während der Magen eine natürliche Schutzhülle besitzt, ist die Speiseröhre dem Säureangriff ausgeliefert. Die Folge können teils heftige Schmerzen sein, welche an einen Herzinfarkt denken lassen.

Gelegentliches Sodbrennen ist in der Regel harmlos und lässt sich durch eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten meist langfristig beheben. Tritt das unangenehme Brennen dagegen häufiger und auch vor den Mahlzeiten auf, kann dies auf die Refluxkrankheit hindeuten. Davon ist etwa jeder Fünfte in Deutschland betroffen. Der gesteigerte Rückfluss der Magensäure ist durch Medikamente und eine Ernährungsumstellung gut behandelbar.

Wann zum Arzt?

Stellt sich Sodbrennen regelmäßig und ohne erkennbaren Grund ein, ist der Arztbesuch angezeigt.

Eine ärztliche Behandlung ist bei folgenden Symptomen ratsam:

  • Schluckbeschwerden
  • Kurzatmigkeit
  • Benommenheit
  • Schmerzen im Nacken oder Schulterbereich
  • Blut im Stuhl

Der Mediziner sollte abklären, ob es sich um ein Geschwür handelt, welches sich auf diese Weise bemerkbar macht.

Hausmittel gegen Sodbrennen

Gegen gelegentliches Sodbrennen können folgende Hausmittel hilfreich sein. Da es sich um Produkte handelt, die beinahe in jedem Haushalt zu finden sind, ist schnelle Hilfe garantiert und darüber hinaus sind keine zusätzlichen Kosten notwendig.

Sodbrennen mit Natron beheben

Sodbrennen: Was hilft? - Natron
Natron wirkt in Pulverform und als Tablette gegen Sodbrennen – © visuals-and-concepts / stock.adobe.com

Natron wirkt zuverlässig gegen Sodbrennen. Natriumhydrogencarbonat führt zu einer Neutralisierung der Magensäure und einer deutlichen Verringerung der Beschwerden. Dabei sind nur kleine Mengen notwendig.

Bei Sodbrennen genügt es, einfach nur einen Teelöffel Natron in ein Glas Wasser einzurühren und es in kleinen Schlucken zu trinken. Ich persönlich greife aber lieber auf Original Bullrich Salz zurück. Eine Tablette reicht aus, um dem Brennen ein Ende zu setzen.

Achtung: Diese Methode sollte nicht dauerhaft angewendet werden!
Dafür gibt es gleich 2 Gründe:

  1. Durch die Einnahme von Natron wird die Magensäure zwar neutralisiert. Zu viel Natron regt den Magen aber an, neue Magensäure zu produzieren, was zu neuem Sodbrennen führt.
  2. Unser Körper kann überschüssiges Natron nicht über den Urin ausscheiden. Daher lagert es sich im Körper an, kann den pH-Wert außer Kontrolle geraten lassen und zu Verdauungsbeschwerden führen.

Heilerde gegen Sodbrennen

Sodbrennen: Was hilft? - Heilerde
Heilerde bekämpft Sodbrennen und bindet Schadstoffe an sich – © PhotoSG / stock.adobe.com

Eine schonende Methode, gegen Sodbrennen anzukommen, ist die Einnahme von Heilerde. Diese beruhigt den Magen und kann schädliche Substanzen an sich binden. Die Einnahme kann bedenkenlos auch über einen längeren Zeitraum erfolgen. Heilerde ist in Pulver- oder Kapselform im Handel erhältlich.

Anwendung Heilerde in Pulverform:
Je nach Stärke des Sodbrennens können Sie bis zu drei mal täglich etwa zwei Teelöffel Heilerde in warmes Wasser einrühren und in kleinen Schlucken trinken.

Kartoffelsaft bindet Säure

Sodbrennen: Was hilft? - Kartoffelsaft
Die Stärke im Kartoffelsaft bindet die Magensäure – © Maryna Osadcha / stock.adobe.com

Rohe Kartoffeln enthalten Stärke, welche die Säure an sich bindet und damit sehr gut gegen Sodbrennen wirkt. Stellen Sie sich also einen Kartoffelpresssaft her. Alles, was Sie dazu benötigen, sind vier bis fünf geschälte Kartoffeln ohne Druckstellen und Keime.

Um den Saft herzustellen, können Sie die geschälten Kartoffeln einfach in einen Entsafter geben. Besitzen Sie keinen Entsafter, können Sie die Kartoffeln auch reiben und in ein sauberes Geschirrtuch geben. Das ganze wringen Sie dann aus und fangen den Saft auf.

Tipp: Der frisch gepresste Saft sollte sofort getrunken werden. Die Flüssigkeit reagiert mit dem Sauerstoff der Luft und die Wirkung lässt mit der Zeit nach.

Milch gegen leichtes Sodbrennen

Sodbrennen: Was hilft? - Milch
Bei der Milch kommt es auf den Fettgehalt an – © Davizro Photography / stock.adobe.com

Die Meinungen über dieses Hausmittel gehen auseinander. Milch soll in der Lage sein, den Verdauungssaft zu verdünnen und zu neutralisieren, besitzt jedoch selbst einen leicht sauren pH-Wert. Milch beruhigt zwar die Speiseröhre, im Magen angekommen sorgen die enthaltenen Fette und Proteine aber für eine Anregung der Säureproduktion.

Tipp: Fettarme Milch erscheint die bessere Wahl zu sein. Mit fettreicher Milch oder Joghurt wurden weniger gute Erfahrungen gemacht.

Wasser verdrängt die Magensäure

Sodbrennen: Was hilft? - Wasser
Wasser gegen Sodbrennen – © Pixel-Shot / stock.adobe.com

Ein Glas stilles Mineralwasser oder Leitungswasser kann helfen, die Magensäure aus der Speiseröhre zurückzudrängen. Das Wasser sollte lauwarm, langsam und in kleinen Schlucken getrunken werden.

Tipp: Auf kohlensäurehaltiges Mineralwasser sollten Sie bei Sodbrennen besser verzichten. Die Kohlensäure führt zu einer gesteigerten Aufstoßneigung. Dadurch kann leichter Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen.

Die besten Tees gegen Sodbrennen

Sodbrennen: Was hilft? - Tee
Bei Sodbrennen Tee trinken – © Nitr / stock.adobe.com

Einige Tees haben sich besonders gegen Sodbrennen bewährt:

ZutatErläuterung
IngwerIngwer wirkt beruhigend und entzündungshemmend.
Die Ingwerwurzel wird in Scheiben geschnitten und sollte etwa 20 Minuten kacheln. Der Tee kann mit Honig und Zitrone abgeschmeckt werden.
MädesüßDie enthaltene Salicylsäure ist in ihrer Wirkung Aspirin nicht unähnlich.
Ein Tee aus Mädesüßkraut kann Entzündungen lindern und gegen Übersäuerung helfen.
KamilleKamille beruhigt den Magen und lindert Verdauungsbeschwerden.
Auch Reizungen der Schleimhäute werden gelindert.
Ein Tee aus frischen Kamillenblüten kann jederzeit getrunken werden.
EibischwurzelDie Eibischwurzel enthält Schleimstoffe, welche die Magenschleimhaut schützen.
Da die Wirkstoffe der Eibischwurzel hitzeempfindlich sind, ist der Tee kalt anzusetzen.

Verschiedene Heilkräuter in Kombination besitzen eine verstärkte Wirkung auf Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden:

  • Fenchel-Anis-Kümmel
  • Eibisch-Malve-Kamille
  • Fenchel-Kamille-Süßholzwurzel

Senf gegen Magensäure

Sodbrennen: Was hilft? - Senf
Senf neutralisiert die MAgensäure und schränkt die Mgensäureproduktion ein – © Printemps / stock.adobe.com

Auch Senf kann Sodbrennen lindern. Die enthaltenen Senföle tragen zur Neutralisierung der Magensäure bei. Senf enthält zusätzlich Essig, welcher die Magensäureproduktion einschränkt. Es bietet sich also an, Senf bei der Zubereitung fettreicher Fleischgerichte zu verwenden oder bei Tisch als Beilage zu reichen.

Kaugummi für unterwegs

Sodbrennen: Was hilft? - Kaugummi
Kaugummikauen regt den Speichelfluss an und damit die Neutralisierung der Magensäure – © BillionPhotos.com / stock.adobe.com

Nach einem Stopp im Fast-Food-Restaurant ist Sodbrennen nicht selten vorprogrammiert. Kaugummi verschafft unterwegs schnell Linderung. Denn das vermehrte Kauen führt zu einer Anregung der Produktion von Speichel. Dieser wirkt leicht basisch und kann Magensäure neutralisieren.

Tipp: Verwenden Sie zuckerfreie Kaugummis. Pfefferminzkaugummis werden aufgrund des enthaltenen Menthols nicht von jedermann vertragen.

Mittel aus der Apotheke mit ihren Vor- und Nachteilen

Bekommen Sie die Beschwerden mit den genannten Hausmitteln nicht in den Griff, können Sie auf Medikamente aus der Apotheke ausweichen. Am besten wirken dabei Präparate, welche über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können und die Säure schnell neutralisieren.

Die verfügbaren Medikamente bauen auf folgenden Wirkstoffen auf:

  • Antazida
  • H2-Blocker
  • Protonenpumpeninhibitoren (PPI)

Die Medikationen haben diverse Vor- und Nachteile, die wir in folgender Übersicht zusammengestellt haben:

WirkstoffVorteileNachteile
Antazida wirkt unmittelbar nach dem Schlucken
schnelle Wirkung
gut verträglich
können auch während der Schwangerschaft eingenommen werden
rezeptfrei erhältlich
bei starken Beschwerden Wirkung nicht ausreichend
H2-Blocker zur vorbeugenden Einnahme geeignet
Freisetzung von Magensäure wird gehemmt
zur regelmäßigen Anwendung geeignet
häufig rezeptpflichtig
PPI Ausschüttung von Magensäure wird gehemmt
hilft auch bei starken Beschwerden
kann über einen längeren Zeitraum eingenommen werden
auch zur vorbeugenden Einnahme geeignet
nur in geringen Dosen frei verkäuflich

Homöopathie gegen Sodbrennen

Sodbrennen: Was hilft? - Homöopathie
Je nach Ursache der Sodbrennen können verschiedene homöopathische Mittel helfen – © Wolfilser / stock.adobe.com

Die Homöopathie kennt Mittel, welche bei Sodbrennen helfen können. Dabei handelt es sich um potenzierte Auszüge aus pflanzlichen und mineralischen Stoffen. In Form von Tropfen oder kleinen Streukügelchen (Globuli) kann die Naturarznei bequem eingenommen werden und sofort wirksam werden.

Bei Sodbrennen können folgende Mittel empfohlen werden:

MittelPotenzierungAnwendungsbereich
Nux vomicaD6Sodbrennen, verursacht durch fettiges und üppiges Essen
Argentum nitricumD6Sodbrennen, in Verbindung mit Verlangen nach Süßem
Natrium phosphoricumD6Sodbrennen in Verbindung mit saurem Aufstoßen

Operativer Eingriff

Ist das Sodbrennen chronisch und mit den beschriebenen Mitteln nicht zu beheben, kann ein chirurgischer Eingriff helfen. Während der Fundoplicatio genannten Methode wird der obere Magenabschnitt wie eine Manschette um die untere Speiseröhre gelegt. So fließt weniger Magensäure in die Speiseröhre.

Tipp: Der Eingriff kann nur bedingt empfohlen werden. Ein Drittel der Patienten leidet nach der OP unter Schluckbeschwerden. Beim Aufstoßen kann die Luft weniger schnell aus dem Magen entweichen.

Sodbrennen vorbeugen

Die beschriebenen Mittel und Methoden können gegen akutes Sodbrennen helfen. Dabei werden die Symptome zwar reduziert, allerdings nicht die Ursache bekämpft. Um langfristig beschwerdefrei zu bleiben, helfen einige gezielte Maßnahmen, welche mit der Ernährung und unseren Lebensgewohnheiten in Zusammenhang stehen.

Rauchen

Häufig sind Raucher von Sodbrennen betroffen. Zigarettenrauch wirkt sich negativ auf die Funktionsfähigkeit des Schließmuskels der Speiseröhre aus. Die Säureproduktion ist erhöht.

Tipp: Auch Passivraucher sind von diesem Problem betroffen.

Essgewohnheiten

Sodbrennen: Was hilft? - Essgewohnheiten
Gesunde Ernährung hilft, Sodbrennen vorzubeugen – © PhotoSG / stock.adobe.com

Hastiges und schnelles Essen stellt für den Magen eine Belastung dar. Sodbrennen lässt sich reduzieren, indem langsamer gegessen wird und mehrere kleinere Portionen verzehrt werden. Ein voller Bauch ist die häufigste Ursache für Magensäure, welche in die Speiseröhre drängt.

Nicht zuletzt kommt es darauf an, was wir essen. Folgende Nahrungsmittel fördern das Auftrete von Sodbrennen:

Mit einer ballaststoffreichen Ernährung kann die Darmflora im Gleichgewicht gehalten werden. Ein gestörtes Mikrobiom kann Verdauungsbeschwerden auslösen und zu Sodbrennen führen.

Und nach dem Essen?

Wer sich nach den Mahlzeiten Ruhe gönnt, sollte sich nicht flach hinlegen, sondern den Oberkörper hoch lagern. Ansonsten erhöht sich der Druck im Magen und der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre wird gefördert. Auch durch Arbeiten in gebückter Stellung wird der Druck im Bauchraum erhöht und Sodbrennen gefördert.

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