Trauermücken in Blumenerde bekämpfen – So werden Sie die Fliegen wieder los

Fliegen in der Blumenerde
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Im Blumentopf fühlen sich nicht nur Pflanzen wohl. Das Pflanzgefäß ist auch Brutstätte und Lebensraum für zahlreiche Schädlinge. Vor allem für Trauermücken.

Erhebt sich beim Gießen plötzlich ein Schwarm kleiner, schwarzer Fliegen aus dem Substrat, haben Trauermücken vom Pflanztopf Besitz ergriffen und es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Larven der Schädlinge bereits über die Wurzeln der Pflanzen hermachen. Daher sollte schnell gehandelt werden. Im Folgenden nennen wir Hausmittel und Maßnahmen, wie Sie Fliegen in der Blumenerde schnell wieder loswerden können.

Wie kommen Trauermücken in das Substrat?

Viele Zimmerpflanzen verbringen den Sommer auf Balkon oder Terrasse. Obstfliegen oder Trauermücken legen ihre Eier in der Erde ab. Die Larven schlüpfen und nutzen die feinen Wurzeln als Nahrungsquelle. Der Befall bleibt zunächst unbemerkt und die Pflanzgefäße samt Fliegen werden im Herbst zurück ins Haus transportiert.

Tritt der Befall an Pflanzen auf, die ganz jährlich auf der Fensterbank kultiviert werden, ist davon auszugehen, dass sich die Larven bereits in der Blumenerde befanden.

So lassen sich Trauermücken in der Blumenerde bekämpfen

Tipp 1 – Das gilt es bei der Pflanzenpflege zu beachten:

Zimmerpflanze umtopfen
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❍ Sparsamer gießen:

Die Schädlinge fühlen sich in einem feuchten Milieu besonders wohl. Befallene Pflanzen sind daher sparsamer zu gießen. Den meisten Zimmerpflanzen schadet dies keinesfalls. Die wenigsten Pflanzen vertragen einen dauerhaft feuchten Boden und Staunässe.

❍ Blumenerde abdecken:

Wird die Blumenerde abgedeckt, können sich die Trauermücken nicht mehr darauf niederlassen und vermehren. Dadurch sterben sie langsam aus. Der Blumentopf sollte einige Zeit in einen Beutel gestellt und verschlossen werden. Für diese Methode eignet sich aber auch ein Strumpf.

❍ Substrat mit Sand bestreuen:

Wird das Substrat mit Sand bestreut, wird den Plagegeistern ebenfalls der Zugang verwehrt. Der Quarzsand sollte mindestens zwei Zentimeter hoch aufgeschichtet werden. Alternativ kann für die Abdeckung der Blumenerde auch Kaffeesatz verwendet werden, um die Fliegen zu bekämpfen.

❍ Pflanzen umtopfen:

Eine schnelle und effektive Methode, Trauermücken in der Blumenerde loszuwerden, ist das Umtopfen der Pflanze. Dabei genügt es nicht, die Pflanze aus dem alten Gefäß in ein neues umzusetzen und mit frischem Substrat aufzufüllen. Das befallene Erdreich muss komplett entfernt werden.

Nicht allen Pflanzen bekommt es, vollständig von Erde befreit zu werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Wurzeln unter fließendem Wasser gut abgespült, anschließend getrocknet und in frisches Substrat gesetzt werden. Auch während der Blütezeit sollte möglichst nicht umgetopft werden.

Tipp 2 – Hausmittel gegen Trauermücken in der Blumenerde:

Backpulver gegen Trauermücken
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Folgende drei einfache Hausmittel helfen zuverlässig gegen Trauermücken in Blumenerde und sollten in jedem Haushalt greifbar sein.

❍ Backpulver:

Backpulver wird längst nicht mehr nur allein für Kuchen und Gebäck verwendet, sondern hat sich als wahre Allzweckwaffe im Haushalt entpuppt. Für die Anwendung bei der Schädlingsbekämpfung im Blumentopf ist etwas Geduld gefragt und vermutlich muss die Anwendung wiederholt werden. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

Streuen Sie das Backpulver flächendeckend auf die Blumenerde. Anschließend Backpulver und Substrat mit einem Pflanzsprüher benetzen, damit das Backpulver in die Erde gelangt. Dort wird es dann von den Larven gefressen, woraufhin diese dann sterben. Die Anwendung kann ohne Bedenken mehrfach wiederholt werden, denn Backpulver schadet den Pflanzen nicht.

Übrigens: Mit Backpulver können Sie auch prima Silberfische bekämpfen.

❍ Streichhölzer:

Mit einem gewöhnlichen Streichholz lässt sich gleich doppelt gegen die Schädlinge vorgehen. In den Steichholzköpfchen ist Kaliumchlorat enthalten. Dieser Stoff wird von den Larven der Trauermücken nicht vertragen und sie sterben nach und nach ab.

Je nach Größe des Pflanzgefäßes werden ein bis vier Streichhölzer mit dem Kopf nach unten in die Erde gesteckt. Auch hier ist etwas Geduld gefragt, bis der Stoff in das Substrat einzieht und zu den Larven vordringt. Für empfindliche Pflanzen eignet sich diese Methode jedoch weniger.

Indem ein Streichholz in Pflanznähe abgebrannt wird, lassen sich die männlichen Fliegen von der Pflanze fernhalten. Der aufsteigende Geruch kann die Schädlinge für einige Zeit von der Zimmerpflanze vertreiben.

❍ Petersilie:

Petersilie verfeinert nicht nur Speisen, sondern kann auch Trauermücken in die Flucht schlagen. Petersilie frisch aus dem Kräutergarten wirkt dabei am zuverlässigsten. Sie schneiden das Kraut in kleine Stücke und verteilen es großflächig auf der Blumenerde. Die ätherischen Öle der Petersilie halten die Fliegen vom Substrat und der Vermehrung in der Blumenerde ab. Ist das Kraut vertrocknet, lässt die Wirkung allerdings nach und die Petersilie muss erneuert werden.

Tipp 3 – Nützlinge gegen Trauermücken einsetzen:

Nematoden
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Für eine zuverlässige Bekämpfung der Trauermücken können folgende Nützlinge eingesetzt werden:

Nützling Wirkung
Fadenwürmer (Nematoden)• benötigt Temperaturen zwischen zwölf und 30 Grad
• Wirkung innerhalb von drei Wochen
Bakterien (Bacillus thuringienses)• keine bestimmte Temperatur notwendig
• Wirkung innerhalb einiger Tage

Die Nematoden nehmen aktiv die Verfolgung der Larven auf. Die Verbreitung der Bakterien erfolgt passiv über Sporen. Diese Sporen produzieren für die Fliegen giftige Eiweißstoffe.

Beide Nützliche schaden weder Menschen, Haustieren noch Pflanzen. Da sie sich fortpflanzen, kann für die Pflanze dadurch ein Langzeitschutz aufgebaut werden. Mit derartigen Nützlingen können Sie übrigens auch Spinnmilben bekämpfen.

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Tipp 4 – Fallen gegen Trauermücken in der Blumenerde einsetzen:

Gelbsticker gegen Trauermücken
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Bei der Bekämpfung von Schädlingen in Blumenerde haben sich sogenannte Gelbsticker bewährt. Diese Fallen bestehen aus einem gelben Streifen Plastik, welcher in der Nähe der von Fliegen heimgesuchten Pflanze platziert wird. Die Fliegen bleiben an den klebrigen Gelbtafeln hängen. Die Gelbsticker sind hin und wieder auszutauschen.

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Alternativ zu den Gelbstickern können Sie auch eine Mischung aus Essig, Spülmittel, Fruchtsaft und Wasser als Lockstoff für die Schädlinge verwenden.

Trauermücken in der Blumenerde vorbeugen

❍ Sparsam gießen:

Die beste Vorbeugung gegen einen Befall mit Trauermücken ist ein Substrat zu besitzen, welches sich nicht als Lebensraum für die Fliegen eignet. Die Larven entwickeln sich zum Beispiel nur, wenn der Boden dauerhaft feucht ist. Die meisten Zimmerpflanzen vertragen es, wenn die Erde kurzzeitig antrocknet, bevor die nächste Wassergabe erfolgt. Erst wenn sich das Substrat auf der Oberfläche trocken anfühlt, wird erneut bewässert.

Besitzen die Pflanzen einen höheren Wasserbedarf, kann ein mit Wasser gefüllter Unterteller bereitgestellt werden. Nach etwa 20 Minuten hat sich die Pflanze mit ausreichend Wasser versorgt und die überschüssige Flüssigkeit wird entfernt, damit es nicht zu Staunässe kommt.

❍ Blumenerde sterilisieren:

Häufig ist die Blumenerde der Übeltäter und die Fliegen haben sich bereits eingenistet, wenn die Pflanze in neues Substrat gesetzt wird. Blumenerde, welche für das Umpflanzen angeschafft wurde, ist kühl, trocken und gut verschlossen aufzubewahren. Wer sich nicht sicher ist, ob sich bereits Fliegenlarven in seiner Blumenerde befinden, kann das Substrat im Backofen sterilisieren. So geht’s:

  1. Backofen auf 90 Grad vorheizen.
  2. Substrat auf dem Backblech ausbreiten.
  3. Substrat etwas auflockern.
  4. Substrat für eine halbe Stunde im Ofen belassen.

Wer überprüfen will, ob sich Fliegen in der eingelagerten Blumenerde befinden, setzt den bereits beschriebenen Gelbsticker ein. Haften die Plagegeister am Sticker, rechtfertigt sich die Sterilisation des Substrats.

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