Wärmekissen selber machen – Schritt für Schritt Anleitung

Wärmekissen auf dem Bauch
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Verspannungen, Rückenschmerzen und Unruhe sind für viele ein täglicher Begleiter. Abhilfe kann hier ein Wärmekissen schaffen, das Sie im Nu selber machen können.

Wärmekissen sind besonders praktisch, wenn es wieder richtig kalt wird. Gerade Frostbeulen lieben diese kleinen handlichen Wärmespender, um dem Frieren ein Ende zu bereiten. Aber nicht nur für diejenigen, die ständig frieren, ist das Wärmekissen ideal. Auch bei Verspannungen und Gliederschmerzen können sie eine große Hilfe darstellen. Damit das Wärmekissen genau Ihren Wünschen und Anforderungen entspricht, nähen Sie Ihr individuelles Modell am besten einfach selbst. So können Sie die Größe, Farbe, Füllung und auch die Form selbst bestimmen. Wir erklären Ihnen hier, wie das geht.

Wie funktioniert ein Wärmekissen?

Die Funktionsweise von einem Wärmekissen ist einfach und schnell erklärt. Meist bestehen sie aus Baumwollstoff, der mit Körnern gefüllt wird. Hierbei kommen für die Füllung häufig Kirschkerne, aber auch Reis, Raps, Dinkel oder Traubenkerne zum Einsatz. Unabhängig von der Füllung gestaltet sich die Funktionsweise identisch. Wird das Kissen in Backofen oder Mikrowelle erwärmt, speichern die enthaltenen Kerne die Wärme und geben diese lange und kontinuierlich wieder ab.

Wärmekissen lassen sich aber auch zum Kühlen verwenden. Dafür werden sie in den Kühlschrank oder das Eisfach gelegt, damit die Kerne die Kälte aufnehmen können. Anschließend wird die Kälte, genauso wie Wärme, kontinuierlich und lange abgegeben.

Einsatzbereich von Wärmekissen

Wärmekissen sind ideal, um Muskelverhärtungen oder Verkrampfungen zu lösen und Schmerzen zu lindern. Wenn sie zum Wärmen verwendet werden, lassen sich Beschwerden wie innere Unruhe, Bauch- bzw. Magenschmerzen, Blähungen, Menstruationsbeschwerden, Blasenentzündungen, Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Verspannungen damit lindern. Praktisch ist aber auch eine kalte Anwendung, um Beschwerden wie Verstauchungen, Prellungen, Kopfschmerzen/Migräne und Gelenkschmerzen entgegenzuwirken.

Tipp:
Wenn das Wärmekissen schnell erwärmt werden soll, nutzen Sie die Mikrowelle. Bei 600 Watt ist die richtige Temperatur in einer Minute erreicht. Vorher aber bitte die Mikrowelle reinigen.

Möchten Sie das Wärmekissen als Kühlpack verwenden, geben Sie es in einen Gefrierbeutel und legen Sie es für mehrere Stunden ins Gefrierfach. Anschließend legen Sie es auf die schmerzende Stelle, um Schwellungen und Schmerzen zu lindern.

Wärmekissen selber herstellen – Wie geht das?

Sie wünschen sich ein ganz individuelles Wärmekissen, das genau Ihren Wünschen und Vorstellungen entspricht? Zuerst einmal gibt es einige wichtige Faktoren, die Sie beachten sollten:

➭ Wärmekissen sollten am besten aus Leinen oder Baumwolle gefertigt sein.

➭ Die Füllung sollte hin und her rutschen und sich so dem Körper anpassen können.

➭ Wärmekissen sollten bestenfalls mit einer Doppelnaht versehen werden.

Die richtige Füllung

Kirschkerne als Wärmekissen-Füllung
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Füllungen sind folgende Körner, die jede Menge Vorteile mitbringen:

  • Dinkel – passt sich der Körperform an, atmungsaktiv, gute Stütze für Nacken/Wirbelsäule
  • Leinsamen – durch hohen Fettanteil kann Wärme lange gespeichert werden
  • Kirschkerne – ermöglichen eine Speicherung von trockener Wärme

Was Sie für das Nähen eines Wärmekissens benötigen

Wärmekissen verfügen immer über eine Außenhülle und je nach Größe über ein oder zwei Innenhüllen, damit die Körner optimal geschützt sind. Sie benötigen für den Zuschnitt:

• Kleines Wärmekissen:

Baumwoll- oder Leinenstoff in der Größe 17 x 17 cm für außen
Baumwoll- oder Leinenstoff in der Größe 15 x 15 cm für innen
Je nach Körnerart bis zu 400 Gramm

• Großes Wärmekissen:

Baumwoll- oder Leinenstoff in der Größe 32 x 17 cm für außen
Baumwoll- oder Leinenstoff in der Größe 30 x 15 cm für innen
Je nach Körnerart bis zu 800 Gramm

Beachten Sie:
Beim Zuschnitt sind an den Seiten keine Nahtzugaben von 1 Zentimeter notwendig, da diese in den Maßen bereits enthalten sind.

Nähanleitung für ein Wärmekissen

Bei Stoffen mit einer Motivseite werden die fertig zugeschnittenen Stoffstücke so aufeinandergelegt, dass sich die Motive innen befinden und nicht mehr sichtbar sind. Beim Nähen mit der Nähmaschine schauen Sie auf die Rückseite des Stoffs, damit beim Wenden der fertigen Außenhülle das Muster wieder zum Vorschein kommt.

❍ Schritt 1:

Die zugeschnittenen Stoffteile werden mit einer Nahtzugabe von einem Zentimeter an allen Seiten zusammengenäht. Lassen Sie an der Oberseite eine Wendeöffnung. Diese sollte etwa 8 Zentimeter lang sein. Ist die Doppelnaht fertiggestellt, wird der überschüssige Stoff in allen Ecken bis kurz vor die Naht weggeschnitten.

❍ Schritt 2:

Anschließend wird das Wärmekissen auf rechts gedreht und die Ecken schön geformt. Die Nahtzugabe an der Öffnung wird nun nach innen gelegt und mit dem Bügeleisen glatt gestrichen.

❍ Schritt 3:

Nun wird das fertig genähte Innenkissen in die Außenhülle eingefügt. Die Nahtzugabe des Innenkissens ziehen Sie nach außen, damit sich die Körner gut einfüllen lassen.

❍ Schritt 4:

Achten Sie darauf, dass die Körner noch genug Platz im Kissen haben, um sich bewegen zu können. Dann passt sich das Wärmekissen auch perfekt der Körperform an. Zum Befüllen nutzen Sie am besten einen Trichter oder einen kleinen Löffel.

Tipp:
Bei einem großen Körnerkissen falten Sie den Stoff mittig, um eine Mittellinie zu erhalten. Damit die Körner nicht auf eine Seite rutschen, wird an dieser Stelle eine Steppnaht gesetzt, um das Kissen in zwei Bereiche zu unterteilen. Dementsprechend müssen Sie natürlich auch zwei Wendeöffnungen lassen.

❍ Schritt 5:

Nach dem Befüllen des Wärmekissens werden die Wendeöffnungen knapp an der Kante zugenäht. Das kann mit der Nähmaschine oder per Hand erfolgen. Fertig ist Ihr selbst genähtes Wärmekissen!

Wärmekissen für die Wärmebehandlung aufheizen

Mikrowelle
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Das selbstgenähte Wärmekissen kann jetzt das erste Mal zum Einsatz kommen. Damit es seine volle Wirkung entfaltet, muss es zuerst auf Temperatur gebracht werden. Wenn es schnell gehen soll, ist die Mikrowelle das richtige Gerät. Dafür wird noch nicht einmal die volle Leistung benötigt. Je nachdem, welche Füllung und Größe beim Wärmekissen gewählt wurde, sollten Sie sich an die richtige Temperatur langsam herantasten. Dafür verwenden Sie am besten eine niedrige Leistungsstufe.

So funktioniert’s:

  1. Geben Sie das Wärmekissen in Ihr Mikrowellengerät.
  2. Den Timer stellen Sie bei Kissen mit einer Größe von etwa 20 x 20 Zentimeter auf eine Minute ein.
  3. Wählen Sie eine Leistung von maximal 600 Watt.
  4. Nach dem ersten Erwärmen nehmen Sie das Kissen aus der Mikrowelle, um es einmal durchzukneten.
  5. Ist die gewünschte Temperatur noch nicht erreicht, wird der Erwärmungsvorgang wiederholt.

Wird direkt von Anfang an das Wärmekissen direkt auf höchster Leistung erhitzt, kann sehr große Hitze entstehen. Die Verwendung des Wärmekissens ist dann nicht nur unangenehm, es verursacht schlimmstenfalls sogar schmerzhafte Hautverbrennungen.

Tipp:
Wärmekissen können auch im Backofen auf Temperatur gebracht werden. Legen Sie es auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und geben Sie ein Glas mit Wasser dazu. Bei Umluft, mit einer Temperatur von 130° Celsius wird nun das Kissen für 10 Minuten auf die richtige Temperatur gebracht.

Das Wärmekissen für Eilige

Sie haben doch sicherlich eine alte, einzelne Socke im Schrank, oder? Dann nehmen Sie diese und füllen Sie Reiskörner oder Kirschkerne hinein. Als Verschluss dient ein Haargummi. Sie können aber auch einfach nur einen Knoten in das Sockenende machen. Und dann ab damit in die Mikrowelle. Zum Erwärmen des Socken-Wärmekissens können Sie es auch auf einen heißen Heizkörper legen. Das dauert aber halt etwas länger.

Alternativ dazu können Sie übrigens auch auf die nachfolgenden Arten (und das ganz ohne Nähen!) ein Wärmekissen selber machen:

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