Waschmittel selbst machen – 3 Ideen vorgestellt

Waschmittel selber machen
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Selbst hergestelltes Waschmittel schont die Umwelt und den Geldbeutel. Aus welchen Zutaten sich ein hochwertiges Waschmittel selber machen lässt und wie Sie dabei vorgehen, erfahren Sie hier.

Das Thema Umweltschutz ist in aller Munde. Viele Menschen sind mittlerweile bemüht, wenigstens einen kleinen Teil dazu beizutragen, indem sie sich zum Beispiel beim Einkaufen für die meist teureren, aber umweltfreundlicheren Produkte entscheiden. Allerdings resignieren die Meisten, wenn es um Reinigungsprodukte geht, weil sie annehmen, dass in diesem Bereich Umweltbelastungen schlichtweg in Kauf genommen werden müssen. Dass dem nicht so ist, zeigt dieser Ratgeber. Er widmet sich dem Schwerpunkt Waschmittel und zeigt umweltfreundliche Lösungen auf, die umweltbewusste Menschen sicher zum Nachahmen anregen.

Wie belasten Waschmittel die Umwelt?

Waschmittel enthalten Inhaltsstoffe, die sich in der Umwelt anreichern, weil sie nicht vollständig biologisch abbaubar sind. Selbst nach der intensiven Aufbereitung im Klärwerk stellen sie noch eine hohe Belastung für Mensch und Umwelt dar. Sie sind insbesondere schädlich für Organismen in Gewässern, in die sie über das Abwasser gelangen.

Zu den nicht abbaubaren Inhaltstoffen zählen in erster Linie Duftstoffe, Rieselstoffe und antibakterielle Konservierungsmittel. Die enthaltenen Duftstoffe zum Beispiel sind einer der häufigsten Auslöser für Kontaktallergien. Die Rieselstoffe dienen unter anderem dem Strecken des Waschmittels und können zur Versalzung von Gewässern führen. Dies wiederum kann verheerende Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt haben. In Gewässern leiden vor allem Mikrolebewesen unter den Inhalts- und Konservierungsstoffen.
All dies sind gute Gründe, sein eigenes Waschverhalten zu überdenken und die umweltfreundlichen Alternativen in Betracht zu ziehen.

3 Varianten für selbstgemachtes Waschmittel

✢ Waschmittel aus Kernseife und Soda selbst herstellen

Um rund 2 Liter des Waschmittels herzustellen, werden folgende Dinge benötigt:

  • 40 bis 50 g Kernseife
  • Etwa 5 EL Natriumcarbonat
  • optional 5 bis 10 Tropfen ätherisches Öl
  • 2 l lauwarmes Wasser

Des weiteren werden ein hoher Topf zum Erhitzen der Zutaten, sowie ein Kanister oder ähnliche saubere Behälter zum Abfüllen des fertigen Waschmittels benötigt.

» Übrigens: Beim Natriumcarbonat handelt es sich um ein Salz der Kohlensäure. Umgangssprachlich wird es auch Waschsoda oder reines Soda genannt. Schon im Altertum wurde es als Reinigungsmittel verwendet.

Zubereitung

❖ Schritt 1:
Zunächst wird die Kernseife mit einer handelsüblichen Küchenreibe raspeln oder wahlweise mit einem Messer zerkleinern. Das Wasser in einem Topf mittlerer Größe erhitzen und Kernseife und das Natriumcarbonat hinzufügen. Nun das Ganze unter Rühren, zum Beispiel mit einem Schneebesen, aufkochen lassen. Wenn die Kernseife flüssig ist, Topf vom Herd nehmen und alles etwa eine Stunde lang abkühlen lassen. Es sollte besonders darauf geachtet werden, dass der verwendete Topf eine angemessene Höhe hat, da die Mischung recht hoch kocht und schäumt.

❖ Schritt 2:
Nach Ablauf der Stunde wird die Masse erneut aufgekocht. Auch hier wird wieder fleißig gerührt. Nach einigen Minuten ist es auch schon wieder Zeit zum Abkühlen. Diesmal darf dieser Prozess bis zu 24 Stunden dauern, mindestens aber 6 Stunden.

❖ Schritt 3:
Ein letztes Mal geht es dann an den Herd. Vorsichtig wird die mittlerweile recht feste Masse erwärmt, um sie wieder zu verflüssigen. Die verschiedenen Phasen des Erhitzens sind notwendig, damit sich Kernseife und Soda besser verbinden. Nach dem letzten Abkühlvorgang darf dem selbst hergestellten Waschmittel ein ätherisches Öl hinzugefügt werden. Zehn Tropfen reichen für die zubereitete Menge aus. So kann man dem Waschmittel seine ganz persönliche Note verleihen. Allerdings schwören auch viele auf den recht neutralen Duft einfach frisch gereinigter Wäsche – verbunden mit dem guten Gefühl, ihren Teil zum Umweltschutz beigetragen zu haben.

❖ Schritt 4:
Das fertige Produkt kann abschließend in ein oder mehrere Gefäße abgefüllt werden. Damit es sich gut hält, sollte es luftdicht verschlossen sein. Wer besonders stolz auf sein Werk ist, oder es verschenken möchte, wählt vielleicht schöne Glasflaschen und verziert diese nach Belieben. Zur reinen Aufbewahrung reicht natürlich auch ein Kanister oder eine leere Flasche für Flüssigwaschmittel, die dann auch noch ihr glückliches Ende findet.
Zum Abfüllen eignet sich ein Trichter. Sollte doch etwas daneben gehen, kann man damit gleich über die Küche putzen – ganz umweltfreundlich.

Anwendung

Auch die Anwendung des selbstgemachten Waschmittels ist völlig unkompliziert. Es empfiehlt sich, die Flasche vor dem Gebrauch ordentlich zu schütteln, damit die Konsistenz etwas dünner wird. Sollte die Masse immer noch zu dickflüssig sein, darf sie mit etwas Wasser verdünnt werden. Anschließend ab in die Maschine damit und los geht’s! Die Handhabung erfolgt genauso wie die eines herkömmlichen Flüssigwaschmittels.

Dosierung:

Im Schnitt werden rund 150 ml des Waschmittels pro Waschgang verwendet. Je nach Wäschemenge und Grad der Verschmutzung kann man etwas mehr oder weniger nehmen. Durch Ausprobieren findet jeder schnell die auf seine eigenen Bedürfnisse abgestimmte Dosis.

» Hinweis: Für Seide, Wolle und andere empfindliche Fasern ist dieses Produkt nicht geeignet, da die Fasern zu sehr aufquellen würden.

✢ Waschmittel aus Kastanien herstellen

Wer im Herbst bei einem ausgiebigen Spaziergang gerne Rosskastanien sammelt, um mit den Kindern zu basteln, sollte gleich ein paar mehr mitnehmen. Die hübschen Kugeln überzeugen aufgrund der in ihnen enthaltenen Saponine nämlich auch durch ihre Reinigungseigenschaften.

Für die Herstellung werden tatsächlich nur Kastanien benötigt, die dann in Wasser eingeweicht werden.

Zubereitung:

Die einzige wirkliche Aufgabe bei diesem Projekt ist es, die gesammelten Kastanien klein zu bekommen. Dafür muss man diese immerhin nicht schälen. Das Säubern vor dem Zerbröseln ist allerdings unerlässlich. Es wird die gesamte Frucht, genauer der Samen der Rosskastanie, verwendet. Zum Zerkleinern benötigen Sie neben etwas Kraftaufwand entweder ein Messer oder einen Hammer. Wer sich für den Hammer entscheidet, kann die Kastanien in einen Beutel legen und dann drauf los hämmern. Die Stücke sollten mindestens eine Größe von etwa einem Viertel einer Kastanie haben. Je kleiner die Stücke sind, aber umso besser.

» Tipp: Die zerschlagenen Stücke frischer Kastanien sind übrigens weich genug, um im Mixer noch kleiner zerbröselt zu werden.

Nun werden die Stücke mit heißem Wasser übergossen und für 3 bis 24 Stunden eingeweicht.

Anwendung:

Als grober Maßstab gilt: Etwa 3 EL der zerkleinerten Kastanien auf 1 Glas Wasser. Nach der Einwirkzeit haben die Saponine ihre Wirkung gezeigt und das Wasser sich milchig schäumend verfärbt. Das Ganze nun durch ein Sieb abseihen. Gewaschen wird dann mit dem gewonnenen Sud.

TippHinweise
AnwendungDas Kastanienwasser in das Waschpulverfach der Maschine geben, fertig.
AufbewahrungDas selbstgemachte Waschpulver aus der Rosskastanie lässt sich nicht vorrätig herstellen, da es ab spätestens dem dritten Tag einen unangenehmen Geruch entwickelt. Nun stellt sich die Frage, ob man jeden Tag vor dem Waschen den Hammer rausholen möchte, oder in den verbleibenden Jahreszeiten auf Alternativen zurückgreifen muss. Dem ist zum Glück nicht so.

Um ganzjährig auf sein biologisches Waschmittel zugreifen zu können, gibt es eine gute und äußerst dekorative Möglichkeit:

  • im Herbst ganz viele Kastanien sammeln
  • Kastanien zerbröseln und gut trocknen lassen
  • in Einmachgläser oder hübsche Schraubgläser umfüllen

Wichtig ist hier, die Hackstücke wirklich gut durchtrocknen zu lassen, da Kastanien zu Schimmelbildung neigen. Zum Trocknen eignen sich hervorragend die Herbstsonne und der Kachelofen. Wenn beides fehlt, tut es auch der Backofen. Hier lässt sich Energie sparen, indem man die Restwärme zum Trocknen einsetzt. Ansonsten reicht eine Temperatur von 70 Grad. Je nach Methode dauert der Trockenvorgang einige Stunden bis Tage.

Auf diese Art kann man jederzeit die dem Waschvorhaben angepasste Menge an Kastanienstücken entnehmen und einweichen. Hierbei ist darauf zu achten, dass nur die milchige Flüssigkeit in die Maschine kommt und nicht die Kastanien, da diese das Gerät beschädigen könnten.

Mit dieser Methode der Waschmittelherstellung kann innerhalb weniger Stunden ein Jahresvorrat an kostenlosem Waschmittel zubereitet werden.

✢ Waschmittel aus Efeu herstellen

Eine weitere Möglichkeit, umweltfreundliches Waschmittel selbst herzustellen, ist die Verwendung von Efeublättern. Die Kosten hierfür gehen gegen Null. Wenn das kein Argument ist! Unschlagbar sind zudem die kinderleichte Zubereitung und Anwendung des DIY Efeu-Waschmittels. Efeu gehört, wie die Kastanie auch, zu den Gewächsen, die Saponine enthalten. Diese seifenartige chemische Verbindung bildet einen Schaum, wenn sie mit Wasser kombiniert wird. Im Efeu selbst stecken also bereits alle waschaktiven Substanzen, die es für ein Waschmittel braucht.

Zubereitung:

Eine Handvoll frischer Efeublätter samt Stiel zerreißen und in ein Wäschenetz oder eine Socke stopfen. Gut verschließen und ab in die Waschtrommel. Das ist einfach, oder?

Hinweis: Efeu ist giftig und nicht zum Verzehr geeignet! Auch wenn niemand bei der Herstellung des Waschmittels auf die Idee käme, die Blätter zu essen, ist es ratsam, sich nach dem Zerrupfen dieser die Hände zu waschen.

Was tun, wenn das Waschergebnis nicht optimal ist?

Handelsübliche Waschmittel enthalten viele für die Umwelt potenziell schädliche Inhaltstoffe. Zudem schlagen sie beim Einkauf ordentlich zu Buche. So belasten sie Umwelt und Haushaltskasse gleichermaßen. Selbst hergestelltes Waschmittel ist eine fantastische Alternative. Es ist biologisch und schont den Geldbeutel enorm.

Allerdings haben selbstgemachte Waschmittel aus natürlichen Zutaten nicht immer dieselbe Waschkraft wie die chemischen Varianten. Für normal verschmutzte Wäsche sind sie jedoch zuverlässig einsetzbar und erzielen die gewünschten Ergebnisse.

Welche Schwierigkeiten auftreten können und was man dagegen tun kann, zeigt die folgende Tabelle:

ProblemWaschmittelLösung
GrauschleieralleDie Zugabe von Essig entfernt Grauschleier aus weißer Wäsche und sorgt für kräftigere Farben bei bunter Wäsche.
Ungenügendes WaschergebnisEfeuFür ein optimales Waschergebnis empfiehlt sich die Verwendung älterer Efeublätter. Sie unterscheiden sich von den jungen, hellgrünen Blättern durch ihre satte, dunklere Farbe.
Ungenügendes WaschergebnisEfeu, KastanieStärker verschmutzter Wäsche sollten ein bis zwei Esslöffel Waschsoda hinzugefügt werden. Das verstärkt den Reinigungseffekt. Bitte nicht für Wolle oder Feines anwenden.
Zu hartes WasseralleJe nach Region kann der Härtegrad des Wassers sehr hoch sein. Die Zugabe von Essig oder Waschsoda macht das Wasser weicher.

Kalkablagerungen in der MaschinekeinesDa dem selbstgemachten Waschmittel die chemischen Entkalker der herkömmlichen Waschpulver fehlt, ist es sinnvoll, der Wäsche ab und zu Essig hinzuzufügen. Dieses entfernt Kalkablagerungen.

Die Belastung für die Umwelt verringern und dabei sparen

» Voll beladen

Die Waschmaschine sollte immer möglichst voll beladen sein. Damit ist natürlich nicht ein Überladen der Maschine gemeint. Wer jedoch wiederholt einzelne Teile in die Maschine steckt, der verschwendet Geld und belastet die Umwelt unnötig. Idealerweise werden stets viele Teile der Wäsche gesammelt und dann zusammen gewaschen. Die Maschine sollte so voll sein, dass ihr Fassungsvermögen gut ausgeschöpft wird, ohne die Wäsche hineinpressen zu müssen.

» Wäsche nur in Ausnahmefällen bei 60 Grad waschen

In der Regel weist die Wäsche einen normalen Verschmutzungsgrad auf. Benötigt sie lediglich eine Auffrischung und müssen nur leichte Flecken entfernt werden, reichen 30 Grad für bunte und 40 Grad für weiße Wäsche durchaus aus. Erstaunliche 40 Prozent Energie kann auf diesem Wege eingespart werden. Große Vorteile bringt auch das Weglassen der Vorwäsche, welche in den meisten Fällen unnötig ist.

Stärker verschmutzte Kleidungsstücke können wiederum gesammelt und in monatlichen Abständen bei 60 Grad gewaschen werden. Das kommt zudem der Hygiene der Maschine zugute und verhindert das Wachstum von Keimen.

» Auf die richtige Dosierung kommt es an

Entgegen der landläufigen Meinung wird die Wäsche vom übermäßigen Gebrauch von Waschmitteln nicht noch sauberer. Ein solcher kostet jedoch Geld und – man ahnt es schon- führt der Umwelt Schaden zu. Es darf also durchaus mit der Dosierung der Wäsche experimentiert werden, um die geringste für ein ideales Waschergebnis benötigte Menge zu ermitteln. Diese Regel gilt auch für das Verwenden von Weichspüler. Bei diesem kommt es besonders häufig zu übermäßigem Gebrauch.

» Die eigenen Reinigungsgewohnheiten analysieren

Oft werden Wäschestücke aus Gewohnheit bereits nach einmaligem Tragen gewaschen. Dieses Waschverhalten ist in den meisten Fällen zu viel des Guten, weil die Kleidung in der Regel am Ende des Tages noch sauber ist. Lediglich hygienische Gründe und Geruchsbildung rechtfertigen das umgehende Waschen vor dem nächsten Einsatz.

Fazit: Waschmittel selbst machen? Win-win!

Umwelt, Haushaltskasse und Wäsche profitieren gleichermaßen von dieser alternativen Methode. Die Zubereitung ist einfach, macht Spaß und das fertige Produkt eignet sich hervorragend als außergewöhnliches Geschenk. So trägt man dazu bei, dass die Liebe zur Umwelt weitergetragen wird und ihre Früchte tragen kann.

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