Zahnfleischentzündung: Diese 8 Hausmittel lindern Schmerzen

Hausmittel gegen eine Zahnfleischentzündung
Zahnfleischentzündungen können sehr schmerzen - © motortion / stock.adobe.com

Schmerzen im Mundraum und Blut an der Zahnbürste sind eindeutige Alarmsignale für eine Zahnfleischentzündung. Hier heißt es schnell handeln.

Entzündungen des Zahnfleisches werden meist durch Bakterien hervorgerufen und sind nicht selten die Folge von mangelnder Mundhygiene. Ist das Zahnfleisch gerötet und geschwollen, besteht Handlungsbedarf. Doch nicht jeder hat bei einer Zahnfleischentzündung Symptome. Entzündetes Zahnfleisch bleibt auch häufig über einen längeren Zeitraum unbemerkt. Das kann allerdings fatale Folgen haben. Im schlimmsten Fall droht dann sogar Zahnverlust! Deshalb sollten Sie bei den ersten Anzeichen einer Zahnfleischentzündung sofort handeln.

Im Folgenden stellen wir Ihnen Hausmittel vor, welche die Entzündung bekämpfen. Zusätzlich verraten wir Ihnen, worauf es bei der Zahnhygiene ankommt.

Typische Symptome einer Zahnfleischentzündung

Eine Zahnfleischentzündung verursacht zunächst keine Schmerzen. Damit kann die Gingivitis über einen längeren Zeitraum übersehen werden. Wer bei der Zahnpflege auch auf den Zustand des Zahnfleisches achtet, wird die typischen Anzeichen jedoch nicht übersehen können:

  • Rötung des Zahnfleisches
  • Schwellung des Zahnfleisches
  • Zahnfleischbluten
  • Schmerzen beim Zähneputzen
  • Mundgeruch

Medizinisch wird in eine akute und eine chronische Zahnfleischentzündung unterschieden. Akute Entzündungen treten meist spontan am Zahnfleischrand auf und verlaufen in der Regel schmerzfrei. Etwa Dreiviertel aller Erwachsenen in Deutschland leiden sogar an so einer akuten Zahnfleischentzündung, ohne davon zu wissen. Hält die Entzündung jedoch länger als sieben Tage an, wird von einem chronischen Krankheitsverlauf gesprochen. Unbehandelt kann sich die Entzündung auf den Zahnhalteapparat ausweiten und in schweren Fällen Zahnausfall zur Folge haben.

Diese Hausmittel helfen bei einer Zahnfleischentzündung

Mundspülung
Mundspülungen wirken antibakteriell – © New Africa / stock.adobe.com

1.Gurgellösungen:

Die meisten Hausmittel gegen Zahnfleischentzündungen sind Gurgellösungen, welche über einen längeren Zeitraum im Mundraum belassen werden sollten und mit ihren entzündungshemmenden und desinfizierenden Eigenschaften die Entzündung abklingen lassen. Bewährt haben sich hierbei Kamillen- oder Salbeitee. Auch Auszüge aus Thymian und Myrrhe zeigen Wirkung.

2.Apfelessig:

Apfelessig regt die Speichelbildung an und wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Sie können ihn also ebenfalls gegen Zahnfleischentzündungen einsetzen. Geben Sie dazu einfach zwei Esslöffel Apfelessig in ein Glas Wasser und spülen Sie den Mundraum damit kräftig durch.

Wichtig:
Nach der Behandlung mit Apfelessig sollten Sie mit der üblichen Zahnreinigung mindestens eine halbe Stunde warten. Der Körper benötigt diese Zeitspanne, um die Mineralisierung des Zahnschmelzes wieder herzustellen.

3.Salz:

Ist die Zahnfleischentzündung mit Schmerzen verbunden, kann eine Salzlösung helfen. Dazu zwei Teelöffel Salz in warmem Wasser auflösen. Diese Mundspülung wirkt antibakteriell und fördert die Speichelbildung, was einen natürlichen Kariesschutz darstellt.

Tipp:
Eine Mundspülung mit einer Salzlösung hilft auch gegen Zahnschmerzen.

4.Knoblauch:

Die Heilwirkung von Knoblauch ist seit Jahrhunderten bekannt. Er wirkt z.B. antibakteriell und entzündungshemmend. Zerdrücken Sie einfach eine Knoblauchzehe mit einem Messer und geben Sie den Knoblauchbrei auf die Entzündung. Dabei sollten Sie sich von einem anfänglichen Brennen nicht abschrecken lassen. Nach einigen Minuten den Mund gründlich ausspülen.

5.Kurkuma:

Für die Wirkung von Kurkuma ist das enthaltene Curcumin hauptverantwortlich. Der Stoff wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze gleichermaßen. Stellen Sie aus einem Teelöffel Kurkuma-Pulver und etwas Wasser einfach eine Paste her. Diese dann mit einem Wattestäbchen auf die entzündete Stelle auftragen. Nach etwa vier Minuten entfernen Sie die Kurkuma-Paste wieder und spülen den Mund kräftig aus.

Übrigens: Kurkuma-Paste verfärbt die Zähne nicht, sondern macht sie sogar noch weißer.

6.Honig:

Honig wird aufgrund seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften geschätzt. Sie sollten für die Behandlung einer Zahnfleischentzündung immer Bio-Honig von guter Qualität verwenden. Die besten Erfahrungen wurden z.B. mit kalt geschleudertem Honig gemacht. Manuka-Honig wirkt beispielsweise zuverlässig und lässt sich als vielseitiges Heilmittel anwenden.

Den Honig müssen Sie ebenfalls mit einem Wattestäbchen auftragen und nach einigen Minuten entfernen. Diese schonende Methode kann bei akuten Zahnfleischentzündungen schnell Linderung bringen und bedenkenlos mehrmals täglich angewendet werden.

7.Gewürze:

Einige Gewürze, welche wir aus der Weihnachtsbäckerei kennen, helfen aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle auch bei akuten Entzündungen des Zahnfleisches. Aus einem Teelöffel Zimtpulver und Wasser können Sie z.B. einen Tee zubereiten. Den abgekühlten Tee anschließend als Mundspülung verwenden.

Nelken sind als Hausmittel gegen Zahnschmerzen bestens bekannt. Aber auch schmerzhafte Zahnfleischentzündungen können damit behandelt werden. Für die Anwendung müssen Sie einfach nur auf eine Nelke beißen. Dabei werden dann intensive Aromen freigesetzt. Anschließend belassen Sie die Nelke im Mundraum und lassen sie auf das entzündete Zahnfleisch einwirken. Ihren Mund müssen Sie anschließend nicht ausspülen.

8.Kräuter:

Viele Kräuter besitzen entzündungshemmende Eigenschaften, wirken gegen Bakterien und lindern Schmerzen. Für die Behandlung von Zahnfleischentzündungen eignen sich z.B. Lösungen und Tinkturen aus folgenden Kräutern:

  • Pfefferminze
  • Lavendel
  • Ringelblume
  • Frauenmantel
  • Gänseblümchen
  • Gundermann

Um die Wirkung zu intensivieren, können Sie auch einen Alkoholauszug herstellen. Prinzipiell ist es immer ratsam getrocknete Kräuter im Haus zu haben, um schnell gegen die schmerzhafte Zahnfleischentzündung vorgehen zu können.

Achtung:
Die beschriebenen Hausmittel können unterstützend bei der Behandlung von Zahnfleischentzündungen wirken, den Zahnarztbesuch aber häufig nicht ersetzen. Klingen die Entzündungen nicht nach wenigen Tagen ab, ist es ratsam, einen Zahnarzt aufzusuchen. Dieser wird dann das Zahnfleisch eingehender untersuchen und entsprechende Medikamente verschreiben.

Mit der perfekten Mundhygiene beugen Sie vor

Zahnzwischenräume reinigen
In den Zahnzwischenräumen siedeln sich viele Bakterien an – © Dan Race / stock.adobe.com

❖Schritt 1:

Die tägliche Zahnhygiene ist die beste Waffe gegen entzündetes Zahnfleisch. Es gilt deshalb regelmäßig alle bakteriellen Beläge von den Zähnen zu entfernen, damit sich diese nicht ablagern und verhärten. Deshalb sollten Sie mindestens zweimal täglich die Zähne gründlich putzen. Dabei dürfen Sie keine Zahnflächen vergessen. Entfernen Sie den Zahnbelag gründlich, können akute Zahnfleischentzündungen schnell abheilen.

Tipp:
Verwenden Sie eine Zahnbürste mit weichen Borsten, um das Zahnfleisch nicht zusätzlich zu reizen und zu verletzen.

❖Schritt 2:

Vergessen Sie bei der Zahnreinigung auf keinen Fall die Reinigung der Zahnzwischenräume. Der Umgang mit Zahnseide oder Interdental-Bürsten sollte unbedingt zur Gewohnheit werden. Mit herkömmlichen Zahnbürsten lassen sich Speisereste aus den Zahnzwischenräumen schließlich nur schwer entfernen. Das Problem: Genau hier liegt häufig die Ursache für Zahnfleischentzündungen.

❖Schritt 3:

Nach der Zahnreinigung kann eine antibakterielle Mundspüllösung die Zahnpflege abschließen. Bei chronischen Entzündungen sind Lösungen auf der Basis von Wasserstoffperoxid eine gute Wahl. Diese kann der Zahnarzt verschreiben.

Tipp:
Mindestens einmal jährlich sollten Sie eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen. Mit ihren Apparaturen erreichen die Zahnärzte dabei auch Stellen, die mit der Zahnbürste häufig vergessen werden. Das Gute: Die Kassen bezuschussen den Eingriff.

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