Fadenbild mit Nägeln selber machen – Ideen, Anleitung und Tipps

Fadenbild
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Fadenbilder sehen wirklich toll aus. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit wenigen Mitteln und ein wenig Kreativität ganz einfach selbst so ein Bild zaubern können.

Fadenbilder haben sich zu beliebten Dekorations- und Geschenkideen entwickelt. Durch die Verarbeitung der vielen Fäden bekommen die Bilder eine ganz andere Tiefe und Wirkung als dies beispielsweise bei Grafiken oder Fotos der Fall ist. Natürlich lassen sich Fadenbilder mit den verschiedensten Motiven fertig kaufen. Viel schöner ist es aber, wenn die Bilder selbst angefertigt werden und mit ein wenig Unterstützung und Übung können schon kleine Kinder daran mitwirken. Das macht die Fadenbilder zum perfekten DIY-Projekt für die ganze Familie.

Was genau ist ein Fadenbild?

Die Idee des Fadenbildes an sich ist nicht neu. Weltweit sind die Bilder aus bunten Fäden als String Art bekannt. Das Motiv der Wahl wird hier auf dem ausgesuchten Untergrund mit Hilfe von Nägeln fixiert. Für das Gestalten des Bildes werden Fäden unterschiedlicher Stärke und Art genutzt. Die Fadenbilder können in ganz unterschiedlichen Größen angefertigt und gekauft werden. Neben kleinen, quadratischen Motiven können auch große Bilder im DIN A3 Format gespannt werden.

Was wird für ein Fadenbild gebraucht?

Fadenbild Material
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Ein Grund für die Beliebtheit der Fadenbilder ist die recht überschaubare Materialliste. Die meisten Materialien sind auch in den meisten Haushalten vorhanden, sodass sich die Bilder im Handumdrehen spannen lassen.

Als Untergrund wird am besten auf eine Holzplatte zurückgegriffen. Diese sollte nicht zu dünn sein, denn sie muss die Nägel natürlich optimal fixieren. Im Grunde kann alternativ auch auf eine Styroporplatte zurückgegriffen werden. Hier kann es jedoch sein, dass sich die Nägel lösen oder die Spitzen durch die Platten durchdrücken, was dann natürlich eine Verletzungsgefahr bedeutet.

Weitere Materialien, die benötigt werden, sind:

  • kurze Nägel (Die Köpfe müssen ein wenig breiter sein, sodass die Fäden gut daran halten.)
  • ein kleiner Hammer
  • Faden in der gewünschten Farbe (Ideal eignen sich Garn und Sticktwist)
  • eventuell Schablone mit dem Wunschmotiv

Tipp: Wenn Sie das Holz, das Sie als Untergrund einsetzen, verändern möchten, bieten sich Lacke und Lasuren an. Die meisten Fäden kommen auf einem hellen Untergrund besonders gut zur Geltung. Soll mit einem weißen Faden gearbeitet werden, sind dagegen dunkle Lacke ideal. So heben sie sich hervorragend von dem Untergrund ab.

Im Handel erhalten Sie neben fertigen Fadenbildern auch Sets mit allem notwendigen Zubehör, um selbst ein Fadenbild erstellen zu können:

Schritt für Schritt zum Fadenbild

Auch wenn sich wirklich jeder beim Fadenbild kreativ austoben kann, sind die generellen Arbeitsschritte immer die gleichen. Vor allem kleine Kinder brauchen beim Anfertigen dieser Bilder noch ein wenig Hilfe, damit sie sich beispielsweise mit den spitzen Nägeln und dem Hammer nicht verletzen.

Schritt 1: Holzbrett vorbereiten

Liegen alle Materialien für das Projekt bereit, kann mit der Umsetzung begonnen werden. Zunächst wird das Holzbrett begutachtet. Ist es intakt? Soll es gestrichen werden? Fühlt es sich sehr rau an, bietet es sich an, dass Holzbrett abzuschleifen. So wird die Oberfläche angenehm glatt und es besteht nicht die Gefahr, sich einen Splitter einzuziehen. Danach kann die Oberfläche des Holzes lasiert oder lackiert werden. Beides wird mit einem Pinsel aufgetragen. Eine besondere Struktur erreicht man, wenn die Farbe mit einem Schwamm aufgetragen wird. So lassen sich helle und dunkle Nuancen verarbeiten, die einen gewissen Marmoreffekt auslösen.

Schritt 2: Schablone auf dem Holz fixieren

Während der Untergrund trocknet, kann mit weiteren Schritten begonnen werden. So wird zunächst eine Schablone gebraucht. Diese lässt sich mit recht wenigen Handgriffen ganz einfach selbst herstellen. Eine solche Schablone kann auf einem Papier oder einer Pappe bereitgestellt werden. Sie orientiert sich an der Größe der Holzplatte. Damit die Schablone beim Übertragen des Motivs nicht verrutscht, bietet es sich immer an, diese zu fixieren. Das ist zum Beispiel mit einem Klebeband möglich.

Tipp: Wer zum ersten Mal ein Fadenbild selber macht, sollte darauf achten, dass die Schablone nicht zu kompliziert ist.

Schritt 3: Nägel im Holz fixieren

Fadenbild Schablone
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Sitzt die Schablone an der gewünschten Stelle, werden nun die kleinen Nägel fixiert. Die Nägel schaffen die Umrisse der Bilder. Grundsätzlich gilt folgende Faustregel: Bei einfachen Motiven mit grober Linienführung können die Nägel weiter auseinanderstehen. Komplexe Motive mit vielen Details machen das nicht möglich. In diesem Fall sollten die Abstände möglichst klein gehalten werden. Gerade bei Rundungen sollten die Nägel nah beieinander stehen.

Schritt 4: Schablone entfernen

Sind alle Nägel angebracht, kann mit dem Spannen der Fäden begonnen werden. Zunächst wird erst noch die Schablone entfernt. Das geht mit einer Papierschablone am einfachsten. Kleine Schnipsel können mit einer Pinzette gelöst werden. Am ersten Nagel wird der Faden festgeknotet.

Schritt 5: Außenlinie mit Fäden spannen

Zunächst wird mit den Fäden die Außenlinie gespannt. Hier ist es dem eigenen Geschmack überlassen, ob mit einer anderen Farbe als im Innenbereich gearbeitet wird. Um den Faden zu spannen, können Sie immer zwischen Innen- und Außenbereich wechseln. Der Faden wird also einmal an der Außenseite des Nagels entlang geführt und ein anderes Mal an der Innenseite. Es ist aber auch möglich, den Faden einmal um die Nägel zu wickeln. Damit die Fäden nicht verrutschen, ist es möglich, den Faden hin und wieder an einem Nagel festzuknoten. Er dient der zusätzlichen Fixierung.  Das ist auch dann sehr praktisch, wenn hin und wieder doch einmal der Faden aus der Hand rutscht. So muss nicht wieder von vorn begonnen werden.

Schritt 6: Innenbereich mit Fäden gestalten

Erst im nächsten Schritt wird mit der Gestaltung im Innenbereich des Motivs begonnen. Auch hier wird der Faden wieder von Nagel zu Nagel gespannt. Im Innenbereich ist es wichtig, dass nicht zu geordnet vorgegangen wird. Die Fäden verlaufen kreuz und quer. Nur so entsteht schließlich das typische Design. Auch hier ist es übrigens ratsam, wenn der Faden hin und wieder fixiert wird, sodass die Spannung erhalten bleibt.

Schritt 7: Faden fixieren

Im letzten Schritt wird der Faden mit einem straffen Knoten befestigt, sodass er sich nicht mehr lösen kann.

Tipp: Wenn die Gestaltung des Fadenbildes nach dem Spannen nicht gefällt, kann auf Acryllack zurückgegriffen werden. Mit diesem lassen sich die Fäden besprühen, sodass sich ihre Farbe anpassen lässt. Auch der Untergrund wird dadurch noch einmal verändert und bekommt tolle Effekte.

Zum besseren Verständnis habe ich noch eine Videoanleitung für Sie:

Abschließender Tipp zur Gestaltung von Fadenbildern

Die Auswahl des Fadens sollte mit Bedacht erfolgen. Es kommt nicht nur auf die Farben an. Wichtig ist auch die Stabilität. Gerade Juteschnur wird viel zu oft unterschätzt. Dabei wirkt sie rustikal und ist außerdem stabil. Für aufwendige Motive bietet sich die Juteschnur aber nicht an. Hier muss auf besonders feine Fäden ausgewichen werden. Die fertigen Fadenbilder lassen sich dann mit einem Bändchen an der Wand aufhängen.

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