Beschlagene Brille – Gründe & Tipps für eine klare Sicht

beschlagene Brille
© Gudellaphoto / stock.adobe.com

Eine beschlagene Brille ist lästig und kann in manchen Situationen auch gefährlich werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine klare Sicht behalten.

Motorradfahrer kennen es ganz gut, dass die Brille beschlägt. Ebenso wie Brillenträger, die im Winter nach Hause kommen und beim Wechsel von kalter zu warmer Temperatur plötzlich nichts mehr sehen.

Die Ursache hierfür ist, dass sich die Brillengläser bei kalten Temperaturen extrem abkühlen. Werden sie dann mit einer etwas wärmeren Luft konfrontiert, nehmen die Gläser Wasser auf, welches kondensiert. Zu diesem Vorgang kommt es übrigens nicht nur oberhalb der Wasseroberfläche. Beim Tauchen gibt es einen sehr ähnlichen Effekt, wenn die warme Taucherbrille in etwas kühleres Wasser getaucht wird.

Ein großer Vorteil besteht darin, dass sich die Brillengläser mit der Zeit akklimatisieren und somit die Sicht wieder klar wird. Jedoch hat man nicht immer die Zeit, um genau darauf zu warten. Glücklicherweise gibt es ein paar Tipps, die dazu führen, dass die Brillengläser gar nicht erst beschlagen.

Lösung 1 – Seife oder Spülmittel

Beides hat man eigentlich immer zu Hause. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Lauge einen leichten Film über die Brillengläser legt, auf dem sich das Kondenswasser nicht festsetzen kann. Da es zu keinerlei Oberflächenspannung kommt, bleibt eine klare Sicht gewährleistet.

Hierbei wird einfach ein kleiner Tropfen des Spülmittels auf die Brille aufgetragen, der anschließend mit einem angefeuchteten Brillenputztuch verrieben wird. Das Ganze lässt man kurze Zeit einwirken und poliert danach die Gläser vorsichtig, bis sie wieder klar sind. Wichtig ist, dass die Schicht nicht mit Wasser abgespült wird, da die Behandlung sonst keinen Effekt hat.

Hinweis: Die verwendete Seife oder das Spülmittel sollte keine rückfettenden Eigenschaften besitzen, da andernfalls ein Film auf den Gläsern entsteht, der sich nur schwer wieder entfernen lässt. Sind die Gläser der Brille entspiegelt, sollte diese Vorgehensweise nicht zu oft angewandt werden.

Lösung 2 – Anti-Beschlag-Tuch und -Spray

Eine weitere Lösung findet man in Form verschiedener Sprays und Putztücher. Hier gilt es, folgendes zu beachten:

MethodeErläuterung
Anti-Fog-Spray• versieht die Brille mit einer glatten Oberfläche
• halten bis zu 72 Stunden
• Brille davor und danach mit einem Mikrofasertuch putzen
• Gebrauchsanweisung immer vorher lesen
• gesamte Oberfläche behandeln
Anti-Beschlag-Tuch• entfernen Staub und andere Partikel von der Oberfläche
• glätten sie immens
• Tücher sind meist mehrfach anwendbar

Gerade bei diesen Methoden ist es wichtig, sie regelmäßig anzuwenden, um den Effekt zu erhalten.

Lösung 3 – Anti-Beschlag-Beschichtung

Diese spezielle Beschichtung wird beim Optiker vorgenommen und ist eine ideale Lösung, sofern die Brille zum Beispiel regelmäßig unter einem Motorradhelm getragen werden muss.

Hierbei wird die Oberfläche der Gläser mit Nanopartikeln versehen, welche die Tropfenbildung effektiv verhindern und die Brille somit nicht mehr beschlägt. Der Vorteil: Die Beschichtung leistet einen dauerhaften Effekt und muss nicht regelmäßig erneuert werden.

Lösung 4 – Kontaktlinsen

Kontaktlinsen statt Brille
Kontaktlinsen bieten in jeder Situation klare Sicht – © REDPIXEL / stock.adobe.com

Natürlich sind auch Kontaktlinsen eine Alternative, die man zu seinem Vorteil nutzen kann. Diese sind natürlich nur dann empfehlenswert, wenn der Betroffene sie auch verträgt. Denn nicht immer sind Kontaktlinsen eine Lösung, was zuvor mit einem Fachmann abgeklärt werden sollte.

Lösung 5 – Speichel

Es ist vielleicht unappetitlich, in einer akuten Situation jedoch häufig eine Lösung: Der Speichel wird einfach auf den Brillengläsern verrieben. Speichel besteht aus Proteinen und Enzymen, welche die Sicht wieder besser werden lassen. Wichtig ist, dass die Gläser danach poliert werden. Trotzdem können Schlieren zurückbleiben.

Den eigenen Speichel zu benutzen ist keine optimale Lösung, in einem akuten Fall jedoch durchaus vertretbar.

Tipps für Maskenträger

Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes kann ebenfalls die Entstehung von angelaufenen Gläsern begünstigen. Dabei gibt es abseits der oben genannten Tipps noch ein paar weitere, die man speziell beim Tragen einer Maske anwenden kann:

  • Maske enger tragen: Wenn der Schutz am oberen Ende gut abschließt, steigt keine warme Atemluft mehr auf. Hilfreich hierbei ist auch der in Masken integrierte Drahtbügel. Wird dieser möglichst optimal an den eigenen Nasenrücken angepasst, kommt keine warme Luft mehr daran vorbei.
  • Brille über der Maske tragen: Hierzu wird einfach die Maske zuerst angezogen, dann erst die Brille. Zwischen Brillengläsern und der Atemluft ist der Abstand größer und somit das Risiko geringer, dass sie beschlagen.
  • Papiertaschentuch in der Maske: Wird in die Maske ein Papiertaschentuch gelegt, nimmt dieses die entstehende Feuchtigkeit auf. Um eine effektive Wirkung zu erzeugen, wird das Taschentuch zu einem Streifen gefaltet und über den Nasenrücken gelegt, bevor man die Maske aufsetzt. Auf diesem Weg wird auch die Maske zusätzlich abgedichtet.
  • Maskenkanten umschlagen: Wird der obere Rand der Maske nach innen umgeschlagen, wird die Maske etwas stabiler und die feuchte Luft wird gut abgefangen.

Wichtig ist selbstverständlich, dass bei alldem noch immer der Schutz der Maske erhalten bleibt.