Der Weihnachtsbaum ist das Herzstück der festlichen Dekoration. Doch muss er immer echt sein oder reicht auch eine künstliche Variante aus?
Kaum etwas gehört so fest zur Weihnachtszeit wie der Duft von frischem Tannengrün und das leuchtende Strahlen eines festlich geschmückten Baums im Wohnzimmer. Doch jedes Jahr steht dieselbe Frage im Raum: Soll es ein echter oder ein künstlicher Weihnachtsbaum sein? Beide Varianten haben ihre Fans und auch ihre Vor- und Nachteile. Während die einen auf das traditionelle Ritual des Baumkaufs und den typischen Waldduft schwören, setzen andere auf die praktische, wiederverwendbare Kunststoffversion, die keine Nadeln verliert.
Welche Variante für Sie besser geeignet ist, müssen Sie letztendlich selbst entscheiden. Ich stelle Ihnen hier aber mal die Unterschiede zwischen beiden Varianten vor und welcher Baum am besten zu Ihnen passt.
Die beliebtesten echten Weihnachtsbäume
Wer sich für einen echten Baum entscheidet, hat meist eine klare Vorstellung: Es soll nach Weihnachten duften, das Grün soll frisch wirken und die Äste müssen den Schmuck gut tragen können. In Deutschland sind vor allem drei Baumarten besonders beliebt:
🌲Nordmanntanne
Die Nordmanntanne ist der unangefochtene Liebling im deutschen Wohnzimmer. Ihre weichen, tiefgrünen Nadeln stechen nicht, sie duften angenehm harzig und halten wochenlang. Außerdem verliert sie kaum Nadeln. Also ein Pluspunkt für alle, die ihren Baum schon Anfang Dezember aufstellen. Allerdings hat diese Qualität ihren Preis: Nordmanntannen sind teurer als andere Sorten und sie wachsen vergleichsweise langsam, was ihren Anbau aufwendiger macht.
🌲Blaufichte
Die Blaufichte, auch Edelfichte genannt, überzeugt durch ihre leicht bläulichen Nadeln und ihren intensiven Duft, der sofort eine weihnachtliche Stimmung verbreitet. Ihre Zweige sind fest und tragen problemlos schwere Kugeln oder echte Kerzen. Nachteil: Die Nadeln sind recht spitz und können beim Schmücken unangenehm pieksen. Außerdem verliert die Blaufichte etwas schneller Nadeln als die Nordmanntanne.
🌲Rotfichte
Die Rotfichte war lange der Standard-Weihnachtsbaum, bevor die Nordmanntanne sie vom Thron gestoßen hat. Ihr Vorteil liegt im günstigen Preis und im intensiven Nadelduft. Wer es natürlich und klassisch mag, liegt hier also richtig. Allerdings verliert sie schon nach wenigen Tagen in der warmen Wohnung ihre Nadeln, daher eignet sie sich vor allem für Familien, die den Baum erst kurz vor Heiligabend aufstellen.
Daneben gibt es viele günstige Baumarten, die sich ebenfalls für die Aufstellung im Wohnzimmer eignen. Fichte, Kiefer oder die Rotfichte müssen allerdings erst einen Tag vor dem Weihnachtsfest geschlagen werden. Sie sind günstig erhältlich, doch fallen ihre Nadeln relativ schnell aus.
Echte Weihnachtsbäume – Duft, Tradition und natürliche Schönheit

Generell besitzen echte Weihnachtsbäume viele Vor-, weswegen sich Jahr für Jahr zahlreiche Menschen noch immer für sie entscheiden. Alleine in Nordrhein-Westfalen werden jedes Jahr über 18.000 Hektar Land mit unterschiedlichen Weihnachtsbaumarten bepflanzt, deutschlandweit sind es insgesamt zwischen 30.000 und 50.000 Hektar. Die Bäume wachsen hier zwischen acht und zwölf Jahre, bis sie geschlagen und als Weihnachtsbaum im Wohnzimmer aufgestellt werden. Sie haben in besagtem Alter eine Größe zwischen 1,50 und 1,75 Metern erreicht. Und Ihre Vorteile liegen klar auf der Hand:
Viele Weihnachtsbäume werden regional angebaut und müssen daher keine langen Transportwege für den Import zurücklegen. Sie sind zudem frei von Allergenen und es sind keinerlei gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten. Echte Weihnachtsbäume verströmen obendrein einen besonderen Duft, der ebenfalls zum Fest gehört. Während der Baum aufwächst, kann er CO₂ speichern und nach dem Gebrauch einfach kompostiert werden.
Doch echte Tannenbäume haben natürlich auch ein paar Nachteile, die zu beachten sind: Echte Nadelbäume verlieren nach einer gewissen Zeit ihre Nadeln, die den Boden verschmutzen. Dies ist insbesondere bei kleinen Kindern im Haus oder Haustieren gefährlich. Einige Nadelbäume neigen zudem dazu, Harz zu verlieren.
Lesetipp: Weihnachtsbaum im Tierhaushalt: Das sollte Sie beachten
Künstliche Weihnachtsbäume – pflegeleicht, langlebig und täuschend echt

Künstliche Weihnachtsbäume haben in den letzten Jahren eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Moderne Modelle sehen echten Tannen mittlerweile zum Verwechseln ähnlich. Hochwertige Varianten bestehen aus PVC oder PE-Material und sind detailgetreu in Farbe, Struktur und Astform gestaltet. Sie sind in verschiedensten Größen erhältlich – von Mini-Bäumen fürs Fensterbrett bis zu zwei Meter hohen Luxusmodellen.
Ein großer Vorteil: Ein künstlicher Baum nadelt nicht, er braucht kein Wasser und kann Jahr für Jahr wiederverwendet werden. Gerade für Allergiker ist das ein Pluspunkt, da keine Pollen oder ätherischen Öle freigesetzt werden. Wer wenig Platz oder Zeit hat, freut sich zudem über Modelle mit integrierter Weihnachtsbaumbeleuchtung oder einem Stecksystem, das den Aufbau in wenigen Minuten ermöglicht.
Allerdings fehlt bei einem unechten Baum natürlich der typische Tannenduft. Und auch das Ritual des Baumkaufs oder das gemeinsame Aussuchen im Wald entfällt. Außerdem bestehen die meisten Modelle aus Kunststoff, was ihre Umweltbilanz zunächst schlechter aussehen lässt.
Vor- und Nachteile im Vergleich – Was spricht für welchen Baum?
Ein echter Weihnachtsbaum bringt mit seinem Duft, seiner Natürlichkeit und dem traditionellen Flair unverwechselbare Weihnachtsstimmung ins Haus. Er ist biologisch abbaubar und kann nach dem Fest entsorgt oder kompostiert werden. Wer beim Kauf auf regionale Herkunft und nachhaltige Forstwirtschaft achtet, schont zusätzlich die Umwelt. Allerdings kostet er jedes Jahr aufs neue Geld, verliert Nadeln und braucht Pflege. Denn wenn Sie Ihren Weihnachtsbaum frisch halten möchten, müssen Sie ihn regelmäßig mit frischem Wasser versorgen, nicht zu hoch heizen und den richtigen Standort auswählen.
Ein künstlicher Weihnachtsbaum punktet vor allem durch Bequemlichkeit. Er ist pflegeleicht, sauber und auf Dauer günstiger, denn nach drei bis fünf Jahren hat er seinen Anschaffungspreis meist wieder eingespielt. Umweltfreundlich wird er allerdings erst, wenn Sie ihn viele Jahre lang verwenden. Nach Ende seiner Lebensdauer lässt er sich schwer recyceln, da die Materialien oft gemischt sind. Die Handhabung ist unkompliziert und der Weihnachtsbaumschmuck wird ohne Schwierigkeiten von den Ästen gehalten. Außerdem können Sie ganz einfach einen künstlichen Weihnachtsbaum aufhängen. Der typische Duft eines Tannenbaums fehlt jedoch.
Ein weiterer großer Nachteil: Die meisten künstlichen Bäume werden in China hergestellt. Somit ist der Import um die halbe Welt nötig.
Fazit:
Am Ende stellt sich noch immer die Frage, ob man sich eher für einen echten oder künstlichen Weihnachtsbaum entscheiden sollte. Fakt ist, dass selbst der Naturschutzbund (NABU) den Einsatz von echten Weihnachtsbäumen aufgrund seiner Vorteile empfiehlt. Denn die Nachteile des künstlichen Weihnachtsbaums sind nicht von der Hand zu weisen. Schlussendlich landen diese Weihnachtsbäume nach ein paar Jahren auf dem Müll, was bei Kunststoff nie von Vorteil ist.
Inzwischen gibt es zwar auch die Alternative von echten Weihnachtsbäumen, die in Töpfen angeboten werden, doch sind diese selten vorteilhafter. Angepriesen werden sie aufgrund ihrer mehrjährigen Verwendung. Zu bedenken ist hierbei allerdings, dass viele der Bäume den Wechsel vom warmen Wohnzimmer in die Kälte nicht überstehen. Daher ist es fraglich, ob diese Bäume überhaupt für eine Anschaffung infrage kommen sollten.










