Neben Majoran und Thymian gehört Oregano fest zur mediterranen Küche. Er besitzt einen prägnanten Geschmack und lässt sich leicht auf dem Balkon kultivieren.
Oregano gehört zu den Gewürzpflanzen, die aus der mediterranen Küche nicht mehr wegzudenken sind. Allerdings besitzt er einen sehr prägnanten Geschmack, der bisweilen sogar bitter anmutet. Daher nutzt ihn nicht unbedingt jeder gerne in der Küche. Auf der Pizza ist er hingegen unverzichtbar. Zudem lässt er sich sehr gut einsetzen, um gewisse Beschwerden zu lindern. Ich fasse nachfolgend einmal alle Informationen rund um die Gewürzpflanze zusammen.
Aussehen und Wuchs

Die Pflanze, die als Origanum vulgare bezeichnet wird, gehört zur Familie der Lippenblütler. Alternative Namen wie Echter Dost, Dost oder Wohlgemut sind heutzutage allerdings eher in Vergessenheit geraten. Ursprünglich stammte Oregano aus Südeuropa, breitete sich aber nach und nach in ganz Europa aus.
Die Pflanze wächst als buschige Staude und hauptsächlich in sonnigen Lagen. Sie benötigt zudem einen trockenen und nährstoffarmen Boden. Dann erreicht sie eine Höhe zwischen 40 und 60 Zentimetern. Sie wächst mehrjährig und blüht lila zwischen Juli und September. Die Blätter wiederum können das ganze Jahr über geerntet werden.
💡 Tipp:
Neben der Pflanzung im Freiland ist auch eine problemlose Kultivierung im Kübel möglich. Somit lässt sich Oregano prima neben anderen Küchenkräutern auf dem Balkon anpflanzen.
Verschiedene Arten von Oregano
Oregano ist in unterschiedlichen Sorten erhältlich, die sich leicht im Geschmack unterscheiden. Hauptsächlich wird das Gewächs nach den folgenden Arten unterschieden:
- Griechischer Oregano: Er hat seine Heimat hauptsächlich in Italien und besitzt ein würziges Aroma. Die winterfeste Pflanze zeigt während ihrer Blütezeit weiße Blüten, die Blätter weisen dagegen eine deutliche Behaarung auf. Wird er in der Küche verwendet, sollten Sie sparsam sein, ansonsten wirkt er zu intensiv.
- Kreta-Dost: Diese Art von Oregano wird auch als Diptam-Dost bezeichnet. Besonders auffällig sind die zunächst rötlichen Blätter, die sich später silbrig einfärben. Seine Stängel sind sehr drahtig und die Blüten rosa oder violett.
- Pfeffriger Oregano: Wie der Name vermuten lässt, besitzt er eine pfeffrige Note. Ein großer Vorteil dieser Art besteht darin, dass die Äste weniger zur Verholzung neigen. Die Blättchen besitzen eine feine Behaarung, die Blüten sind weiß-rosa gefärbt.
- Hopfen-Oregano: Er hat seinen Namen aufgrund der Blüten, die an Hopfen erinnern. Sie entwickeln sich im Frühsommer. Sein Aroma gleicht dem des gewöhnlichen Oregano stark.
Daneben gibt es noch weitere Arten von Oregano, die jedoch hauptsächlich anhand ihres Aussehens voneinander unterschieden werden und alle einen ähnlichen Geschmack aufweisen.
Wissenswerte Fakten über Oregano

Neben seiner Herkunft gibt es noch weitere wissenswerte Informationen über Oregano, die ich nachfolgend zusammenfasse:
- Im Mittelalter war Oregano oftmals im Einsatz, um sich vor den bösen Mächten von Hexen und Dämonen, sowie dem Teufel zu schützen. Hierzu wurde Oregano verbrannt, denn der Rauch sollte die bösen Mächte abhalten.
- Beim Kauf kultivierter Oreganopflanzen sollten Sie darauf achten, dass die Pflanze kräftig erscheint und nicht bereits an der Basis verholzte Triebe aufweist. Die Stängel sind idealerweise buschig und wirken kräftig. Hochgezüchtete Varianten weisen einen großen Abstand zwischen den Blättern auf und besitzen daher eine geringere Qualität.
- Getrockneten Oregano kaufen Sie am besten in aromaversiegelten Päckchen. Bei der Beschriftung sollten Sie einen Blick auf die Sorte werfen, denn die einzelnen Arten unterscheiden sich (wie bereits aufgeführt) in Bezug auf ihren Geschmack voneinander.
Wie lässt sich Oregano in der Küche einsetzen?
Oregano ist das Pizzagewürz schlechthin, doch lässt er sich auch noch anderweitig einsetzen. Der Geschmack ist leicht bitter, aber noch immer sehr aromatisch. Je nachdem, um welche Sorte es sich handelt, gibt das Kraut auch einen leicht scharfen Geschmack ab. Neben der Verwendung auf der Pizza wird das Gewürz daher in sehr unterschiedlichen Gerichten verwendet. Mit dazu gehören:
- Suppen
- Eierspeisen
- Tomatensoßen
- Fischgerichte
- Gemüse und Salate
Oregano wird häufig zusammen mit anderen typischen Gewürzen kombiniert. So können Sie auf der Zutatenliste neben dem Kraut auch Gewürze wie Salbei, Majoran und Basilikum finden. Bohnenkraut und Schnittlauch untermauert er ebenfalls sehr gut.
Er kann sowohl frisch als auch in getrockneter Form sehr gut verwendet werden. Doch Vorsicht: In getrockneter Form ist der Geschmack deutlich intensiver, weswegen Sie ihn in dieser Form nur in einer kleinen Menge zum Würzen verwenden sollten. Außerdem können Sie ihn ohne Bedenken schon während des Kochens zu den anderen Zutaten geben. Das Aroma verliert sich während des Kochvorgangs nicht, wie es bei anderen Gewürzen häufig der Fall ist. Im Gegenteil: Sein volles Aroma entfaltet der Oregano erst nach einer Kochzeit von etwa 15 Minuten.
Besitzt Oregano eine heilende Wirkung?
Schon lange bevor man ihn als Küchenkraut einsetzte, wurde Oregano zur Heilung diverser Beschwerden eingesetzt. In der Antike, sowie im Mittelalter nutzte man Oregano zum Beispiel, um Schmerzen zu lindern. Speziell, wenn diese durch Hämorrhoiden verursacht wurden. Daneben gibt es viele andere Wirkungen, die Oregano besitzt. Das Kraut
- wirkt antioxidativ
- ist entzündungshemmend
- regt den Appetit an
- wirkt antibakteriell
- löst festsitzenden Husten
- fördert die Verdauung
- schützt vor verschiedenen Viren
Aufgrund dieser Wirkungen wird das Gewürz gerne eingesetzt, um
- Magen- und Darmbeschwerden zu lösen
- einen Pilzbefall einzudämmen
- einen grippalen Infekt zu lindern
- Hautirritationen mit Entzündungsherd zu beruhigen
In den meisten Fällen wird zur innerlichen Behandlung ein Tee verabreicht. Äußerlich kommt stattdessen Oreganoöl zum Einsatz. Dieses beinhaltet die Stoffe Thymol und Carvacrol und kann bei entzündeten Hautkrankheiten den Juckreiz lindern und gleichzeitig die Heilung vorantreiben. Alternativ sind auch Tinkturen erhältlich, die den Extrakt von Oregano aufweisen.
Beachten Sie:
Oregano enthält Pyrrolizidinalkaloide. Diese können unter Umständen die Leber schädigen. Daher sollten Sie beim Verzehr auf die Menge des verwendeten Oregano achten.
Nährwerte und Inhaltsstoffe
Frischer Oregano enthält viele wertvolle Nährwerte. Ich habe daher einmal seine Inhaltsstoffe zusammengefasst. Die angegebenen Werte entsprechen einer Menge von 100 Gramm.
| Nährstoff | Menge |
| Energie | 67 kcal |
| Fett | 2,0 g |
| Kohlenhydrate | 9,7 g |
| Eiweiß | 2,2 g |
| Ballaststoffe | 2,5 g |
| Vitamin A | 810 μg |
| Vitamin B1 | 70 μg |
| Vitamin B2 | 150 μg |
| Vitamin B3 | 1044 μg |
| Vitamin B5 | 200 μg |
| Vitamin B6 | 180 μg |
| Vitamin B7 | 2 μg |
| Vitamin B9 | 50 μg |
| Vitamin C | 45000 μg |
| Vitamin E | 1000 μg |
| Vitamin K | 300 μg |
| Natrium | 3 mg |
| Kalium | 330 mg |
| Kalzium | 310 mg |
| Magnesium | 53 mg |
| Phosphor | 39 mg |
| Chlorid | 34 mg |
| Schwefel | 17 mg |
| Eisen | 7384 μg |
| Zink | 900 μg |
| Kupfer | 185 μg |
| Mangan | 300 μg |
| Fluorid | 34 μg |
Rezepte mit Oregano
🍗🌿 Oregano-Zitronen-Hähnchen

Dieses Gericht lebt von einer erfrischenden Balance aus Zitronensaft, Knoblauch und einer großzügigen Menge getrocknetem oder frischem Oregano. Durch das langsame Garen im Ofen verbinden sich alle Aromen besonders intensiv.
Zutaten (für 2 – 3 Personen)
- 500 – 700 g Hähnchenschenkel oder Hähnchenbrust
- 2 – 3 EL getrockneter Oregano oder 1 Bund frischer
- 2 Zitronen
- 3 – 4 Knoblauchzehen
- 4 EL Olivenöl
- Salz
- schwarzer Pfeffer
Anleitung
- Das Hähnchen gründlich abwaschen und trocken tupfen.
- In einer Schüssel Zitronensaft, Olivenöl, fein gehackten Knoblauch sowie reichlich Oregano miteinander verrühren.
- Das Hähnchen in eine ofenfeste Form legen, mit Salz und Pfeffer würzen und die Marinade darüber gießen.
- Für mindestens 30 Minuten ziehen lassen, ideal sind jedoch 2 Stunden oder länger im Kühlschrank.
- Den Backofen auf etwa 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und das Hähnchen rund 40 bis 50 Minuten garen, bis die Haut leicht knusprig ist.
- Vor dem Servieren frischen Zitronensaft darüber träufeln und optional erneut Oregano hinzufügen.
🥔🌿 Mediterrane Oregano-Kartoffeln

Hier wird Oregano in Kombination mit milden und gleichzeitig herzhaften Aromen eingesetzt. Die Kartoffeln nehmen das Gewürz hervorragend auf und eignen sich als Beilage oder leichte Hauptmahlzeit.
Zutaten (für 2 Personen)
- 600 g festkochende Kartoffeln
- 1 Zwiebel
- 1 Bund frischer oder 2 EL getrockneter Oregano
- 3 EL Olivenöl
- Salz
- grober Pfeffer
- Optional: etwas Parmesan oder Pecorino zum Bestreuen
Anleitung
- Kartoffeln schälen und in gleichmäßige Würfel schneiden.
- Die Zwiebel fein hacken und in einer Pfanne mit Olivenöl glasig anschwitzen.
- Kartoffelwürfel hinzufügen und bei mittlerer Hitze langsam braten, bis sie außen leicht goldbraun werden.
- Nun reichlich Oregano darüberstreuen, gut verrühren und mit Salz sowie Pfeffer abschmecken.
- Wenn die Kartoffeln gar sind, optional fein geriebenen Käse darüber geben und kurz schmelzen lassen.
- Heiß servieren und nach Wunsch mit frischem Oregano garnieren.
🍅🌿 Tomaten-Oregano-Bruschetta

Hier tritt Oregano besonders klar hervor, denn die frische Mischung aus Tomaten, Olivenöl und Oregano bildet den Kern dieses Gerichts. Perfekt als Vorspeise oder Snack.
Zutaten (für etwa 6 Stück Bruschetta)
- 4 mittelgroße aromatische Tomaten
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 1 Bund frischer Oregano oder 2 EL getrockneter
- 2 – 3 EL Olivenöl
- Salz
- Pfeffer
- 1 kleines Baguette oder Ciabatta
Anleitung
- Tomaten waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden.
- Oregano fein hacken und zu den Tomaten geben.
- Den Knoblauch sehr fein schneiden oder zerreiben und ebenfalls untermischen.
- Olivenöl hinzugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Mischung kurz ziehen lassen.
- Das Brot in Scheiben schneiden und in einer Pfanne oder im Ofen leicht rösten, bis es knusprig ist.
- Die Tomaten-Oregano-Mischung gleichmäßig auf den Brotscheiben verteilen und sofort servieren.










