Estragon ist in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei lässt sich die Pflanze ideal zum Verfeinern von Speisen und zur Linderung von Beschwerden einsetzen.
Besonders zu Fisch und Geflügel passt Estragon sehr gut. Daneben besitzt das Gewürzkraut, welches seine Wurzeln in Asien hat, auch heilsame Kräfte. Schon bei den Griechen wurde das Gewürz kultiviert und dazu eingesetzt, um Speisen zu verfeinern oder die Leiden diverser Beschwerden zu lindern. Was das Kraut genau kann und zu welchen Zwecken Sie es noch nutzen können, fasse ich nachfolgend einmal zusammen.
Aussehen und Wuchs
Das zu den Korbblütlern gehörende Artemisia dracunculus, welches auch „Kleiner Drache“ oder „Schlangenkraut“ genannt wird, wurde ursprünglich in Südostasien, Sibirien und China kultiviert. Durch seine unkomplizierte Pflege und Anspruchslosigkeit in Bezug auf seinen Standort lässt es sich aber nahezu überall kultivieren und ist daher auch in unseren Breitengraden sehr verbreitet.
Grundlegend unterscheidet man zwischen Deutschem, Französischem und Russischem Estragon. Letzterer erweist sich als etwas aufwändiger, was seinen Anbau angeht, daher wird in den meisten Fällen der Französische oder Deutsche Estragon im Garten angebaut.
Die Gewürzpflanze wächst buschig heran und erreicht eine Höhe von 60 bis 150 Zentimetern. Sie verfügt über kräftige Wurzeln, welche den Wuchs des Krauts über mehrere Jahre sicherstellen kann. Verwendet werden sowohl die Blätter, als auch Blüten des Buschs. Letztere wachsen im Juli an den Triebspitzen. Allerdings ist es von den äußeren Temperaturen abhängig, ob sich überhaupt Blüten an der Pflanze entwickeln.
Die Ernte kann bereits den Sommer über erfolgen, sodass stets frische Blätter und Triebspitzen der Pflanze zur Verarbeitung zur Verfügung stehen.
💡Tipp:
Estragon gedeiht nicht nur im Garten gut. Sie können das Würzkraut auch prima auf der Fensterbank anbauen. Dazu ein Lesetipp: Kräuter auf der Fensterbank anbauen
Wissenswerte Fakten über Estragon
Neben seiner Herkunft und Verwendung in der Küche, sowie in der Heilkunde, gibt es noch ein paar weitere wissenswerte Fakten über die Gewürzpflanze:
- Beim Kauf von frischem Estragon sollten Sie darauf achten, dass er wirklich frisch ist. Zeichnen sich weiße Punkte auf ihm ab oder haben sich Rostpilze auf ihm gebildet, sollten Sie ihn nicht kaufen.
- Getrockneter Estragon kann in der Küche verwendet werden, sollte jedoch nach Anbruch rasch verbraucht werden. Andernfalls büßt er einen Großteil seines Aromas ein. Die Verpackung sollte daher grundsätzlich aromaversiegelt sein.
Wie setzt man Estragon in der Küche ein?
Das Aroma ist feinwürzig und hat eine leicht süßliche Note. Manche erinnert der Geschmack auch an Lakritze. Daher wird das Kraut gerne eingesetzt, um diverse Speisen mit seinem Geschmack zu bereichern. Zwar gibt es das Kraut auch in getrockneter Form zu kaufen, das Aroma ist jedoch am stärksten, wenn Sie die frischen Blätter und Triebspitzen verwenden.
Estragon wird gerne zum Würzen folgender Speisen eingesetzt:
- Fisch- und Fleischgerichte
- Soßen
- Reisgerichte
- Salate
Wichtig ist, dass Sie nur eine kleine Menge verwenden. Andernfalls überdeckt das Aroma des Estragons das anderer Gewürze und harmoniert nicht mehr. Besonders gut zum Estragon passt zum Beispiel Kerbel.
Besonders beliebt ist übrigens auch die Kombination mit Senf. Estragonsenf, der aus Dijonsenf und Estragon hergestellt wird, verfeinert Grillfleisch und auch verschiedene Gemüsegerichte.
Besitzt Estragon eine heilende Wirkung?

Estragon kann auch zur Heilung und Linderung von diversen Beschwerden eingesetzt werden. Zum Beispiel lassen sich leichte Zahnschmerzen lindern, indem man die Blätter kaut. Estragon kann aber noch mehr, denn es wirkt:
- antiepileptisch
- antibakteriell
- verdauungsfördernd
- entkrampfend
- beruhigend
- entzündungshemmend
Verantwortlich für die jeweilige Wirkung sind die ätherischen Ölverbindungen, die sowohl aus Sabinen, als auch Eugenol gebildet werden. Dazu kommen Cumarine, die ebenfalls eine positive Wirkung auf den Körper haben können.
Vorwiegend wird Estragon im Heilbereich zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden, sowie bei Übelkeit eingesetzt. Doch auch eine nervöse Unruhe lässt sich mit dem Kraut abmildern.
Nährwerte und Inhaltsstoffe von Estragon
Estragon enthält viele gesunde Nährstoffe. Die folgende Tabelle schlüsselt diese auf und vermittelt einen guten Überblick. Die jeweiligen Angaben entsprechen 100 Gramm:
| Nährstoff | Menge |
| Energie | 49 kcal |
| Fett | 1,1 g |
| Kohlenhydrate | 6,3 g |
| Eiweiß | 3,4 g |
| Ballaststoffe | 5,3 g |
| Vitamin A | 375 μg |
| Vitamin B1 | 150 μg |
| Vitamin B2 | 234 μg |
| Vitamin B3 | 1561 μg |
| Vitamin B5 | 200 μg |
| Vitamin B6 | 180 μg |
| Vitamin B7 | 2 μg |
| Vitamin C | 2000 μg |
| Vitamin E | 1000 μg |
| Vitamin K | 300 μg |
| Natrium | 9 mg |
| Kalium | 450 mg |
| Kalzium | 170 mg |
| Magnesium | 51 mg |
| Phosphor | 46 mg |
| Eisen | 5632 μg |
| Zink | 600 μg |
| Kupfer | 105 μg |
| Mangan | 523 μg |
| Fluorid | 70 μg |
Vor- und Nachteile von Estragon
Die Vorteile von Estragon liegen auf der Hand, denn es lässt sich sowohl in der Küche, als auch in Heilbereichen einsetzen. Doch sollten Sie auch auf die Nebenwirkungen und die damit einhergehenden Nachteile achten, bevor Sie ihn zu sich nehmen. Estragon ist schließlich eines der Gewürzkräuter, die Estragol enthalten. Dieses wird als krebserregend eingestuft und sollte daher mit Bedacht verwendet werden. Dies gilt vor allem bei der Herstellung von Tees, in denen Estragon enthalten ist. Bei einem normalen Konsum richtet das Estragol aber keinen Schaden an. Doch sollten Sie während einer Schwangerschaft oder Stillzeit darauf verzichten.










