Ob klassisches Hausmittel oder improvisierte Lösung: Es gibt viele Wege, Geschirr ohne Spülmittel wieder sauber zu bekommen. Hier 8 Alternativen vorgestellt.
Es ist einer dieser kleinen Alltagsmomente, die fast jeder kennt: Man steht in der Küche, die Teller stapeln sich und als man zum Spülmittel greift, herrscht gähnende Leere in der Flasche. Sollte Ihnen das auch mal passieren, dann brauchen Sie nicht in Panik zu verfallen! Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe an Hausmitteln und Tricks, mit denen Sie Ihr Geschirr auch ohne klassisches Spülmittel wieder sauber bekommen. Einige davon sind sogar umweltfreundlicher und hautschonender als herkömmliche Produkte. Welche Alternativen es gibt, wie sie funktionieren und worauf Sie bei der Anwendung achten sollten, erkläre ich Ihnen nachfolgend etwas genauer.
Diese Mittel eignen sich prima als Spülmittel-Ersatz

🫧 Natron – das Allround-Talent in der Küche
Natron, auch bekannt als Speise- oder Backsoda, ist ein echtes Multitalent im Haushalt. Es wirkt leicht alkalisch, neutralisiert Gerüche und löst Fett. Wenn Sie kein Spülmittel zur Hand haben, können Sie einfach einen Teelöffel Natron in warmem Wasser auflösen und Ihr Geschirr darin abwaschen. Besonders gut eignet sich Natron für leicht verschmutztes Geschirr, Gläser oder Besteck. Bei stark fettigen Pfannen können Sie zusätzlich einen Spritzer Essig hinzufügen. Diese Kombination sorgt für eine natürliche Fettlösekraft.
Ein schöner Nebeneffekt: Natron entfernt unangenehme Gerüche aus Töpfen, Schneidebrettern oder sogar aus der Spüle selbst. Nach dem Abspülen sollten Sie jedoch gründlich mit klarem Wasser nachspülen, um eventuelle Rückstände zu vermeiden.
🫧 Essig – der natürliche Fettlöser
Essig ist ein altbewährtes Hausmittel, das fast jede Küche parat hat. Ob Tafelessig, Weißweinessig oder Apfelessig – alle Sorten enthalten Säure, die Fett und Kalk zuverlässig löst. Geben Sie einfach einen Schuss Essig in warmes Wasser und nutzen Sie diese Mischung als Spüllösung. Besonders bei Gläsern sorgt Essig für strahlenden Glanz und verhindert Kalkflecken.
Der Nachteil: Der Geruch ist nicht jedermanns Sache. Doch keine Sorge: nach dem Abspülen verfliegt der Essiggeruch sehr schnell und das Geschirr riecht neutral. Wenn Sie wollen, können Sie einen Tropfen Zitronensaft hinzufügen, um den Duft etwas angenehmer zu gestalten.
🫧 Zitronensaft – frischer Duft und natürliche Reinigungskraft
Zitronensaft ist nicht nur in der Küche vielseitig einsetzbar, sondern auch als Spülmittel-Ersatz ein echter Geheimtipp. Die enthaltene Zitronensäure wirkt antibakteriell, löst Fett und sorgt für einen angenehm frischen Duft. Geben Sie den Saft einer halben Zitrone in eine Schüssel mit warmem Wasser und nutzen Sie die Mischung wie gewohnt zum Spülen.
Besonders schön ist: Zitronensaft hinterlässt einen sanften Glanz auf Gläsern und Edelstahl. Zudem schont er die Haut, da er deutlich milder ist als viele chemische Reinigungsmittel. Wenn Sie möchten, können Sie die Zitronenschale zusätzlich verwenden. Einfach über fettige Oberflächen reiben, um hartnäckige Rückstände zu lösen.
🫧 Soda (Waschsoda) – für hartnäckige Fälle
Wenn das Geschirr richtig fettig oder eingebrannt ist, hilft manchmal nur die stärkere Variante: Waschsoda. Es hat eine deutlich höhere Reinigungswirkung als Natron, sollte aber vorsichtig dosiert werden, da es die Haut reizen kann. Ein Teelöffel auf zwei Liter heißes Wasser reicht völlig aus.
Waschsoda wirkt besonders gut bei Töpfen, Pfannen oder Auflaufformen mit eingebrannten Speiseresten. Lassen Sie das Geschirr am besten ein paar Minuten einweichen, bevor Sie es abspülen. Danach gründlich mit klarem Wasser nachspülen, damit keine Rückstände bleiben.
🫧 Seife oder Kernseife – klassischer Ersatz mit Tradition
Wenn Sie noch ein Stück Kernseife im Bad liegen haben, dann können Sie auch damit problemlos abspülen. Reiben Sie etwas Seife in warmem Wasser auf oder lösen Sie ein kleines Stück direkt im Spülwasser. Die enthaltenen Fette und Laugen lösen Schmutz und Fett erstaunlich gut.
Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Seife möglichst unparfümiert ist und keine Rückfetter enthält, sonst könnten sich auf dem Geschirr Schlieren bilden. Besonders gut geeignet sind klassische Kernseifen oder handgemachte Naturseifen.
🫧 Backofenspray – für hartnäckigen Schmutz
Backofenspray ist normalerweise dazu gedacht, eingebranntes Fett und Krusten im Ofen zu lösen. Genau diese starke Fettlösekraft macht es aber auch zu einem effektiven Spülmittel-Ersatz, wenn Sie stark verschmutzte, fettige Pfannen oder angebrannte Töpfe reinigen müssen.
Tragen Sie dazu eine sehr kleine Menge des Sprays auf einen feuchten Schwamm oder Lappen auf und wischen Sie über das Geschirr. Anschließend unbedingt gründlich mit viel klarem Wasser nachspülen. Am besten sogar mehrfach. So stellen Sie sicher, dass keine chemischen Rückstände auf dem Geschirr verbleiben.
Wichtig ist, dass Sie Backofenspray nur auf robusten Oberflächen verwenden. Porzellan, empfindliche Gläser oder Kunststoffteile können Schaden nehmen, wenn sie zu lange mit dem Spray in Kontakt kommen. Nutzen Sie diese Methode also wirklich nur im Ausnahmefall – zum Beispiel, wenn Sie eine fettige Bratpfanne oder ein Backblech reinigen müssen und gerade kein Spülmittel oder Soda im Haus haben.
🫧 Spülmaschinentabs – praktische Alternative für Einweichlösungen
Wenn Sie eine Spülmaschine besitzen, haben Sie vermutlich auch Spülmaschinentabs auf Vorrat. Und tatsächlich können Sie diese kleinen Helfer auch zum manuellen Spülen zweckentfremden. Lösen Sie dazu einen halben Tab in einer großen Schüssel oder einem Spülbecken mit heißem Wasser auf. Sobald sich der Tab vollständig gelöst hat, können Sie Ihr Geschirr in dieser Lösung einweichen oder direkt mit einem Schwamm reinigen.
Die Tabs enthalten Enzyme und Tenside, die Fett, Eiweiß und Stärke zuverlässig entfernen. Besonders gut funktioniert das bei Töpfen, Auflaufformen oder Geschirr mit angetrockneten Essensresten. Wichtig ist auch hier: Gründlich nachspülen! Die Inhaltsstoffe sind für die Spülmaschine konzipiert und sollten nicht auf der Haut oder dem Geschirr verbleiben.
Ein weiterer Vorteil: Spülmaschinentabs wirken leicht desinfizierend und entfernen unangenehme Gerüche. Wer möchte, kann zusätzlich ein paar Tropfen Zitronensaft ins Spülwasser geben – das verbessert den Duft und sorgt für streifenfreien Glanz. Ebenso können Sie auch Spülmaschinentabs selber machen und zum Spülen mit der Hand verwenden.
🫧 Hausgemachtes Spülmittel – wenn Sie Zeit haben
Wenn Sie etwas Zeit und Lust haben, können Sie natürlich auch Spülmittel selber machen. Dazu brauchen Sie nur wenige Zutaten:
Vermengen Sie 200 ml heißes Wasser, zwei Esslöffel Natron, einen Esslöffel geriebene Kernseife und ein paar Tropfen ätherisches Öl (z.B. Zitrone oder Lavendel). Anschließend abkühlen lassen und in eine leere Spülmittelflasche füllen. Schon haben Sie eine umweltfreundliche, preiswerte und effektive Alternative, die sich auch für empfindliche Haut eignet.
💡 Tipp:
Wenn Sie ein derartiges Küchengerät besitzen, können Sie auch Spülmittel im Thermomix selber machen.










