Waschmittel Unterschiede – Ein Überblick der verschiedenen Arten

Waschmittel Unterschiede
© Sergiy Serdyuk - Fotolia.com

Die Auswahl an Waschmittel ist riesig. Da den Überblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Worin liegen die Unterschiede der einzelnen Waschmittel? Wir sagen es Ihnen.

Eine Waschmaschine ist einem Haushalt kaum wegzudenken. Rund 96,4 Prozent Waschmaschinen befinden sich in deutschen Haushälten – mehr als drei Millionen Geräte wurde allein im Jahr 2017 in Deutschland verkauft. Damit die Wäsche auch wirklich sauber und frisch duftend die Waschmaschine verlässt, ist das passende Waschmittel ausschlaggebend. Vor den endlos langen Regalreihen im Supermarkt wirken nicht wenige Verbraucher verunsichert und beinahe verloren.

Deshalb möchten wir Ihnen hier einen kleinen Überblick über die Unterschiede geben und vor allem erläutern welche Mittel Sie wirklich benötigen.

Welche Waschmittel gibt es?

Will man sich einen groben Überblick über das Angebot an Waschmitteln verschaffen, fällt zunächst diese grobe Gliederung ins Auge:

  • Vollwaschmittel
  • Colorwaschmittel
  • Feinwaschmittel

Wie wirkt ein Vollwaschmittel?

Die Wirkungsweise eines Vollwaschmittels wird deutlich, wenn wir uns die einzelnen Bestandteile näher betrachten.

Ein Vollwaschmittel enthält eine ganze Reihe an Inhaltsstoffen:

  • Tenside
  • Enthärter
  • Bleichmittel
  • Aufheller
  • Enzyme
  • Duftstoffe
  • Konservierungsmittel

» Was sind Tenside?
Tenside haben wichtige Aufgaben zu erfüllen. Die Substanzen sorgen dafür, dass die Oberflächenspannung des Wassers sinkt und die Wäsche gut mit Feuchtigkeit durchtränkt wird. Weiterhin sind Tenside dafür verantwortlich, dass sich Fett in Wasser lösen kann und der Schmutz sich nicht in der Waschmaschine anlagert, sondern eingeschlossen in Mizellen im Wasser treibt und mit dem Spülvorgang die Waschmaschine verlässt.

» Warum braucht Vollwaschmittel Enthärter?
Wasser besitzt einen unterschiedlich großen Anteil an Magnesium- und Calcium-Ionen. Diese Ionen können den Tensiden gefährlich werden, diese an sich binden und somit unwirksam werden lassen. Enthärter setzen die Wirkung dieser Ionen außer Kraft.

» Wozu dient Bleichmittel?
Durch das Bleichen werden Vergilbungen oder unerwünschte Farbrückstände auf Wäschestücken entfernt. Bleichmittel zerstören die Struktur der Farbstoffe und sorgen dafür, dass sich diese wieder vom Gewebe lösen. Noch vor einigen Jahren wurde vermehrt mit chlorhaltigen Bleichmitteln gearbeitet. Heutzutage ist die umweltfreundlichere Sauerstoffbleiche geläufig. Bei höheren Waschtemperaturen wird über Wasserstoffperoxid Sauerstoff freigesetzt. Da heute häufig mit niedrigeren Temperaturen gewaschen wird, besitzen viele Vollwaschmittel den Zusatz TAED. Dabei handelt es sich um den Bleichaktivator Tetraacetylethylendiamin.

Bleichmittel töten auf Grund ihrer mikrobiziden Wirkung auch Mikroorganismen ab.

Vollwaschmittel, unverzichtbar für Weißes, ungeeignet für Buntes

Vollwaschmittel werden gern als beste Empfehlung für weiße und bunte Wäsche angepriesen. Für bunte Wäsche eignen sich diese Produkte allerdings weniger, denn die bereits erwähnten Bleichmittel sorgen schnell dafür, dass Farben verblassen. Die Wirkung ist in etwa damit vergleichbar, farbige Dinge über einen längeren Zeitraum der prallen Sonne auszusetzen.

Vollwaschmittel sind für weiße Wäsche empfehlenswert. Diese wird wieder strahlend weiß und bleibt es auch nach mehreren Waschgängen.

Flüssig oder Pulver – Was ist besser?

Diesbezüglich hat es bereits einige Tests gegeben. Diese führten einstimmig zu dem Ergebnis, dass Vollwaschmittel-Pulver die besseren Reinigungseigenschaften mitbringt. In flüssigen Waschmitteln sind keine Bleichmittel enthalten. Diese würden sich in Flüssigkeiten nicht halten und damit als wirkungslos erweisen. In Flüssigwaschmitteln finden sich optische Aufheller, die der Wäsche ein strahlendes Aussehen verleihen sollen.

Achtung: Flüssige Vollwaschmittel sollten nicht für Buntwäsche verwendet werden. Die enthaltenen optischen Aufheller können Farbveränderungen im Gewebe bewirken.

Besitzt die Wäsche keine größeren Verschmutzungen, lässt sie sich mit einem Vollwaschmittel-Pulver in der Regel einwandfrei reinigen. Bei der Fleckentfernung versagen viele Pulver im niedrigen Temperaturbereich. Damit die Bleichmittel ihre Wirkung entfalten, sind Temperaturen von 60 Grad notwendig. Erst in diesem Temperaturbereich ist eine zuverlässige Fleckentfernung gegeben.

Flüssigwaschmittel sind mit hohen Dosen an Tensiden versetzt. Diese sollen die Wasserenthärtung bewirken. Flüssigwaschmittel können allgemein leider wenig gegen Flecken ausrichten und führen nicht selten zu einem Vergrauen der Wäsche.

Colorwaschmittel bringt die Farbe zum Strahlen

In einem Colorwaschmittel sind weder optische Aufheller noch Bleichmittel enthalten. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie sich für ein Pulverwaschmittel oder für ein flüssiges Produkt entscheiden. Colorwaschmittel schützen die Farben. Dabei kommen Farbübertragungsverhinderer zum Einsatz, die weitgehend verhindern, dass Wäschestücke die Farben anderer Textilien annehmen.

» Tipp: Buntwäsche sollte stets vorsortiert werden. Für Helles und Dunkles sind separate Waschgänge zu wählen. Der Schutz vor Verfärbungen kann nicht zu 100 Prozent garantiert werden.

Flüssigwaschmittel im Aufwind

Pulverwaschmittel hinterlassen nicht selten hässliche weiße Flecken auf der Wäsche. Dabei handelt es sich um die als Enthärter wirksame Zeolite. Flüssigwaschmittel sind frei von Zeoliten und damit besteht auch keine Gefahr der Fleckenbildung.

Wenn auch flüssige Colorwaschmittel gegenüber einen Pulverwaschmittel meist allgemein das Nachsehen haben, es werden vermehrt Produkte entwickelt, die bei höheren Temperaturen durchaus eine akzeptable Reinigungsleistung bieten und auch Flecken zuverlässig entfernen.

Werden flüssige Colorwaschmittel über einen längeren Zeitraum benutzt, kann vergraute Wäsche die Folge sein. Dies kommt daher, dass sich der gelöste Schmutz während des Waschvorgangs wieder auf der Wäsche niederlässt.

Wann Sie besser ein Vollwaschmittel benutzen sollten

Ist bunte Wäsche besonders stark verschmutzt und besitzt hartnäckige Flecken, sollte zu Vollwaschmittel gegriffen werden. Damit sich in der Waschmaschine keine Bakterien ansiedeln und vermehren, bietet es sich an, etwa in zweiwöchigen Abständen einen Waschvorgang mit 60 Grad zu starten und ein Vollwaschmittel zu verwenden, das Bleichmittel enthält.

Bei einigen Textilien empfiehlt sich die Verwendung eines Vollwaschmittels aus hygienischen Gründen:

  • Unterwäsche
  • Stofftaschentücher
  • Stoffservietten
  • Bettwäsche
  • Babywäsche
  • Handtücher
  • Tierkissen oder Tierkörbe

Feinwaschmittel – die schonende Alternative

Besonders schonend waschen Sie mit einem Feinwaschmittel, denn dieses enthält weder Bleichmittel, noch Aufheller oder Enzyme. Empfindliche Textilien, die nur bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden dürfen, eignen sich für die Verwendung eines Feinwaschmittels. Besonders empfindliche Textilien werden schonend gereinigt, da diese Waschmittel einen feinen Schaum bilden, der sich schützend um die Textilfasern legt und vor mechanischen Beanspruchungen durch die rotierende Trommel schützt.

» Tipp: Verwenden Sie Feinwaschmittel für Schonprogramme und waschen nur mit halber Ladung.

Waschmittel und ihre Unterschiede im Überblick

WaschmittelWaschladungWaschtemperatur
Vollwaschmittelweiße Kleidung
Handtücher
Bettwäsche
30 bis 95 Grad
Colorwaschmittelbunte Textilien
Jeans
Handtücher
bis 60 Grad
Feinwaschmittelempfindliche Kleidung
Wolle
Seide
20 bis 40 Grad

Machen spezielle Waschmittel Sinn?

Gehen wir ins Detail, ist die Produktpalette noch umfangreicher, als hier beschrieben. Schwarzes, Weißes, Buntes, Seidiges, Wolliges, Verschwitztes – vor dem Waschen wird die Wäsche sortiert. Diese speziellen Waschladungen können ebenfalls mit individuellen Waschmitteln bedient werden.

Waschmittel für Schwarzes

Ein Waschmittel, das speziell auf die Reinigung von dunkler Kleidung ausgerichtet ist, unterscheidet sich in seiner Wirkung kaum von einem Colorwaschmittel. Die chemische Glättung der Fasern ist eine zusätzliche Option. Die Wirkung gleicht jedoch lediglich einer Art optischer Täuschung. Schwarzes wirkt dann intensiver. Dies können Sie selbst ausprobieren, indem Sie über eine schwarze Jeanshose streifen. Die Farbe wird sich dabei verändern und kräftiger erscheinen. Der Abrieb in der Waschmaschine wirkt dem entgegen. Damit sind Schwarzwaschmittel kein Muss. Der Farbschutz ist nicht intensiver, als bei einem herkömmlichen Colorwaschmittel.

Waschmittel für Weißes

Ähnliches ist auch für weiße Wäsche auf dem Markt. Die meisten Waschmittel dieser Art enthalten optische Aufheller. Diese Stoffe lagern sich auf den Fasern ab und täuschen das Auge. Für unsere Augen nicht sichtbares UV-Licht wird in blaues Licht umgewandelt. Die Wäsche erscheint strahlend weiß. Weißwaschmittel sind wenig umweltgerecht, da die enthaltenen Aufheller nur schwer biologisch abbaubar sind. Für die zuverlässige Reinigung weißer Wäsche ist ein Vollwaschmittel vollkommen ausreichend.

Waschmittel für Wolle

Wolle ist empfindlich, ganz besonders in nassem Zustand. Wollwaschmittel können Sinn machen, da sie ohne Proteasen auskommen. Diese Enzyme spalten Eiweiß. Dies führt nach und nach zu einer Schädigung der aus einer chemischen Eiweißverbindung bestehenden Fasern. Wollwaschmittel schäumen zusätzlich sehr stark und bieten so in der Trommel einen extra Schutz. Wollwaschmittel sind für die Reinigung empfindlicher Kleidungsstücke durchaus empfehlenswert.

Sportwaschmittel

Spezielle Sportwaschmittel ähneln in der Wirkung einem Feinwaschmittel. Ein Zusatz, der verschwitzter Wäsche entgegenkommt, sind Stoffe, die Gerüche neutralisieren können. Dies macht durchaus Sinn, wenn es sich um stark verschwitzte Wäsche handelt und Personen unter starkem Schweißgeruch leiden.

Die Vor- und Nachteile von Pulver gegenüber Flüssigwaschmittel
Vorteile
 hohe Reinigungskraft
 weniger Verpackungsmüll
 keine Konservierungsstoffe notwendig
Nachteile
 Fleckenbildung durch Waschmittelrückstände
 komplizierte Handhabung
 schwerer zu dosieren

Was taugen Waschkapseln?

Waschkapsel erscheinen auf den ersten Blick handlich und praktisch. Doch auch der Preis kann sich sehen lassen. Die Reinigungswirkung unterscheidet sich kaum von Pulver oder Flüssigprodukten. Einige Nachteile werden jedoch deutlich. Die Kapsel erlaubt keine individuelle Dosierung. Wird nicht mit voller Waschladung gewaschen, kommt es zu einer Überdosierung des Waschmittels, was nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt schadet. Die Waschkapseln wirken optisch anziehend auf kleine Kinder und sollten immer sicher verwahrt werden.

Weichspüler, frischer Duft und?

Weichspüler werden den meisten Waschladungen zugegeben. Schließlich soll die Wäsche sich weich anfühlen und noch dazu frisch und blumig duften. In die Trommel wird der Weichspüler erst mit dem letzten Spülgang gegeben. Dadurch kann sich der Weichspüler an die Fasern der Wäsche anlagern und wird nicht mehr abgespült. Besonders Handtücher trocknen anschließend nur schwer. Weichspüler sind auch umwelttechnisch nicht die beste Option. Schließlich belasten sie die Gewässer.

» Tipp: Wäsche ohne Weichspüler waschen und an der Luft trocknen lassen, den frischen Duft gibt es gratis und luftgetrocknete Wäsche ist herrlich weich.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.