Brauner Zucker soll gesünder und aromatischer sein als der weiße. Aber ist das wirklich so? Und wo liegt der Unterschied zum weißen Zucker?

Während in vielen Kuchen und Plätzchen vor allem mit weißem Zucker gearbeitet wird, hat sich die braune Variante in Cocktails durchgesetzt. Während es bei der Verwendung Unterschiede gibt, ist der Ursprung gleich. Sowohl weißer als auch brauner Zucker wird entweder aus dem Zuckerrohr oder der Zuckerrübe gewonnen. Häufig werden Rohrzucker und brauner Zucker gleichgesetzt. Tatsächlich wird Rohrzucker aber nur aus dem Zuckerrohr hergestellt, während für den braunen Zucker auch die Zuckerrübe genutzt wird.

Um die süße Leckerei herzustellen, werden die Rüben in der Fabrik zerkleinert und gekocht. Anschließend werden die Rüben ausgepresst, sodass ein süßer Sirup gewonnen werden kann.

Keine Unterschiede beim Kaloriengehalt

Obwohl brauner Zucker gern als gesunde Alternative zum weißen Zucker empfohlen wird, gibt es beim Kaloriengehalt keinen Unterschied. Beide Varianten weisen auf 100 Gramm 400 kcal auf. Zwar enthält brauner Zucker Mineralstoffspuren – der Gehalt ist aber so gering, dass sich daraus keine positiven Effekte für die eigene Gesundheit ergeben.

Brauner Zucker entsteht als Zwischenprodukt

Auch weißer Zucker wird aus der Zuckerrübe gewonnen. Hierfür wird der bei der Produktion entstehende Sirup immer wieder getrocknet und gereinigt. Mit jeder Aufreinigung verliert der Sirup an Farbe, bis aus ihm schließlich weißer Zucker gewonnen werden kann. Bei braunem Zucker entfällt diese mehrfache Aufreinigung. Für die Herstellung von braunem Zucker wird der Sirup stattdessen nur einmal aufgereinigt.

Unterschiede zwischen braunem und weißem Zucker zeigen sich vorrangig beim Geschmack. So verleiht brauner Zucker Gebäck, aber auch Cocktails und Kuchen eine leicht malzige Note. Der Geschmack erinnert pur ein wenig an Karamell.

Bei weißem Zucker entfällt dieser besondere Geschmack aufgrund der Aufreinigung, weshalb er sich ohne Ausnahme für alle Rezepte eignet und sowohl zum Süßen von Backwaren als auch von Soßen genutzt werden kann. Aufgrund der bevorzugten Verwendung wird weißer auch gern als Haushaltszucker bezeichnet.

Unterschiedliche Arten des braunen Zuckers

Aufgrund der Farbe ist gemeinhin von braunem Zucker die Rede. Tatsächlich können darunter aber ganz unterschiedliche Zuckerarten verstanden werden. So gibt es den sogenannten Braun- und Voll-, aber auch Vollrohrzucker. Anhand der Bezeichnung sind Rückschlüsse auf das Herstellungsverfahren möglich. Bei Vollzucker handelt es sich immer um ein Produkt, das aus Zuckerrüben hergestellt wird. Vollrohrzucker wird dagegen aus Zuckerrohr hergestellt. Eine Sonderform stellt der Braunzucker dar. Hierbei handelt es sich um karamellisierten Zucker, der mit Hilfe von Sirup eingefärbt wird.

Auf die richtige Lagerung kommt es an

Damit brauner Zucker in der Küche bedenkenlos und lange genutzt werden kann, ist die richtige Lagerung wichtig. Aufgrund des Sirups weist brauner Zucker einen höheren Feuchtigkeitsanteil auf. Um ein Verklumpen der feinen Zuckerkörner zu vermeiden, ist es wichtig, dass brauner Zucker absolut trocken gelagert wird. Bei einer feuchten Lagerung können sich zudem die enthaltenen Mikroorganismen besser vermehren, was die Haltbarkeit deutlich einschränkt. Generell gilt jedoch, dass brauner Zucker nicht so lange haltbar ist wie weißer.

Fazit

Obwohl brauner Zucker ein wenig mehr Mineralstoffe und Vitamine enthält als weißer Zucker, ist er keineswegs gesünder. Zucker bleibt generell Zucker, denn der Anteil der Vitamine und Mineralien ist so gering, dass er nicht ins Gewicht fällt. Auch bei der Verwendung gibt es in der Theorie keine Unterschiede. Allerdings hat brauner Zucker einen malzigen, karamellähnlichen Eigengeschmack. Weißer Zucker schmeckt dagegen absolut neutral und lediglich süß.

Mutter, Ehefrau und leidenschaftliche Redakteurin auf 1000-Haushaltstipps.de mit großem Interesse fürs Kochen und den eigenen Garten.