Kaffee: 8 Mythen rund um das Lieblingsgetränk der Deutschen

Kaffee - Mythen
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Um den Kaffee ranken sich eine Reihe von Mythen, die Kaffee oft in ein schlechtes Licht rücken. Viele dieser Mythen wurden in den vergangenen Jahren widerlegt.

Egal, ob Kaffee, Espresso oder Latte Macchiato – für einen Großteil der deutschen Bevölkerung ist Koffein am Morgen unentbehrlich, um in den Tag starten zu können. Im Laufe des Tages bringen wir es im Schnitt auf zwei bis drei Tassen Kaffee. Mein Mann bringt es sogar auf bis zu sechs Tassen am Tag. Und weil er auf seinen geliebten Kaffee nicht verzichten will, hat er vor einiger Zeit sogar ein Kaffee Abo bei Andraschko aus Berlin abgeschlossen, um immer genug Kaffee vorrätig zu haben.

Besorgt um meinen Mann habe ich mich mit den verschiedenen Mythen über die gesundheitsgefährdende Wirkung von Koffein vertraut gemacht. Und was soll ich sagen? Meine Sorgen waren überhaupt nicht begründet, denn die meisten Mythen wurden in den vergangenen Jahren widerlegt.  Im Folgenden soll es um acht gängige Mythen gehen.

Mythos 1: Kaffee entzieht dem Körper Flüssigkeit

Die Behauptung, dass Kaffee dem Körper Wasser entziehe, hält sich hartnäckig. So soll Kaffee den Harndrang so sehr steigern, dass wir für eine Tasse Kaffee ein Glas Wasser trinken müssen, um den Wasserverlust auszugleichen.

Kaffee besitzt tatsächlich eine harntreibende Wirkung. Diese macht sich aber – wenn überhaupt – erst ab einem Konsum von mehr als sechs Tassen am Tag bemerkbar. Denn nach Angaben des Berufsverbandes der Internisten (BDI)  scheiden wir 84 Prozent der durch Kaffee aufgenommenen Flüssigkeitsmenge innerhalb eines Tages über den Urin wieder aus. Im Vergleich dazu sind es beim Wasser 81 Prozent. Der Unterschied ist also minimal.

Mythos 2: Kaffee schadet dem Magen

Kaffee kann dem Magen in der Tat Probleme bereiten. Allerdings muss man hier differenzieren. Ausschlaggebend dafür ist die Art der Röstung. Wird der Kaffee nämlich zu heiß geröstet, bilden sich Bitterstoffe, die den Magen reizen und zu Sodbrennen und Magenschmerzen führen können.

Tipp: Wenn Sie ohnehin schon einen empfindlichen Magen haben, sollten Sie auf eine milde und schonende Röstung achten.

Mythos 3: Kaffee hat einen negativen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System

Kurzfristig gesehen erhöht Kaffeegenuss den Blutdruck. Allerdings sinkt dieser nach etwa einer halben Stunde wieder. Wer ohnehin schon an hohem Blutdruck leidet, sollte jedoch seinen Kaffeekonsum lieber etwas einschränken.

Studien belegen aber, dass Kaffee für das Herz-Kreislauf-System nicht nur unschädlich ist, sondern es auch noch positiv beeinflusst. So können einige Tassen Kaffee am Tag das Schlaganfallrisiko senken und das Herz schützen.

Mythos 4: Kaffee erhöht das Krebsrisiko

Lange Zeit ging man davon aus, dass Kaffee das Krebsrisiko erhöhen könnte. Neuere Studien widerlegen diese Annahme jedoch und belegen sogar, dass der Konsum von Kaffee bestimmten Krebssorten vorbeugen kann. So kann laut dem Leiter der europäischen Krebs- und Ernährungsstudie (EPIC) am Deutschen Institut für Ernährungsforschung mit steigendem Kaffeekonsum das Risiko besonders für Leberkrebs, aber auch für Brust- und Magenkrebs senken.

Mythos 5: Kaffee ist für Schwangere und stillende Mütter tabu

Kaffee - Mythos Schwangerschaft
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Das im Kaffee enthaltene Koffein kann in zu großen Dosen zu ernsthaften Schäden in der frühkindlichen Entwicklung führen. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu einer Fehlgeburt. Auf den morgendlichen Kaffee müssen Schwangere aber nicht generell verzichten. Sie müssen nur darauf achten, dass sie täglich nicht mehr als 200 mg Koffein pro Tag zu sich nehmen. Denn neben Kaffee enthalten auch Schokolade, Tees und Energydrinks Koffein.

Tipp: Während in zwei Tassen Instantkaffee etwa 200 mg Koffein enthalten sind, ist die Konzentration im Kaffee aus Kaffeevollautomaten meist stärker.

Mythos 6: Kaffee verursacht Schlafprobleme

Das im Kaffee enthaltene Koffein wirkt in der Regel aktivierend, weshalb Kaffee ein beliebter Wachmacher ist. Darüber hinaus steigert es die Gehirndurchblutung und damit auch die Konzentrationsfähigkeit. Gleichzeitig besitzt Koffein auch eine gefäßerweiternde Wirkung, wodurch nach einiger Zeit der Blutdruck und die Herzfrequenz sinken.

Kaffee kann letztlich zwei ganz unterschiedliche Effekte mit sich bringen: Einige von uns können nach einer Tasse Kaffee super gut schlafen und andere liegen danach ewig lange wach. Ob er beim Einschlagen hilft, oder uns davon abhält, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sehr wir an Kaffee gewöhnt sind.

Mythos 7: Kaffee macht süchtig

Grundsätzlich muss man sagen, dass der Koffeingehalt im Kaffee zu gering ist, um durch Kaffeekonsum in eine Sucht zu verfallen. Es kann jedoch passieren, dass Menschen mit einem erhöhten Kaffeekonsum mit der Zeit mehr Koffein benötigen, um die belebende Wirkung zu erlangen. Bei diesem Phänomen handelt es sich lediglich um einen Gewöhnungseffekt des Körpers, den man leicht mit einer Sucht verwechseln kann. Zumal es zu Kopfschmerzen und Müdigkeit kommen kann, wenn Sie plötzlich weniger Kaffee trinken. Allerdings legen sich diese Beschwerden schnell wieder.

Mythos 8: Kaffee verringert Diabetesrisiko

Diverse Studien belegen es: Der Konsum von Kaffee kann Diabetes Typ 2 vorbeugen. Dafür soll die im Kaffee enthaltene Chlorogensäure verantwortlich sein, indem sie den Insulin- und Zuckerstoffwechsel positiv beeinflusst und damit das Diabetesrisiko senkt.

Tipp: Weitere Studien belegen folgendes: Personen, die täglich mehr als vier Tassen Kaffee trinken, erkranken bis zu 23 Prozent seltener an Diabetes als Personen die nur eine oder zwei Tassen am Tag trinken.

Fazit

Auch, wenn Kaffee lange Zeit als gesundheitlich bedenklich galt, so besitzt Kaffee nach neueren Erkenntnissen doch eine Reihe positiver Wirkungen auf den menschlichen Körper. Es spricht also nichts dagegen, auch weiterhin täglich die eine oder andere Tasse Kaffee zu genießen

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