Piment kennt man hierzulande hauptsächlich aus der Weihnachtsbäckerei. Doch das Gewürz besitzt auch ein paar heilsame Fähigkeiten.
Der aus der Karibik stammende Piment ist ein Gewürz, welches Sie in zahlreichen Gerichten gut aufgrund seiner Schärfe einsetzen können. Genau deswegen wird es oftmals dazu verwendet, um gewissen Gerichten einen besonderen Pfiff zu verleihen. Seine Fähigkeiten als Heilpflanze können Sie sich ebenfalls zunutze machen. Ich fasse nachfolgend zusammen, was es über das Gewürz zu berichten gibt.
Herkunft
Piment gehört zu den Gewürzen, die schon beim ersten Schnuppern neugierig machen. Sein Duft erinnert an Nelken, Zimt, Muskat und sogar ein wenig an Pfeffer – kein Wunder also, dass englische Händler ihn einst „Allspice“ tauften. Ursprünglich stammt Piment aus der Karibik und dem heutigen Mittelamerika. Besonders Jamaika gilt als das Herzstück des Anbaus, denn dort findet die Pflanze optimale Bedingungen und liefert bis heute einen Großteil der weltweiten Ernte.
Schon die indigenen Völker nutzten die aromatischen Körner nicht nur zum Kochen, sondern auch für medizinische Zwecke. Mit der europäischen Entdeckung und dem darauf folgenden Gewürzhandel gelangte Piment schließlich nach Europa, wo er wegen seines runden, warmen Aromas rasch beliebt wurde. Auch wenn die Pflanze heute in einigen tropischen Gebieten angebaut wird, bleibt sie bis heute eng mit der Karibik verbunden.
Aussehen & Wuchs
Wer Piment nur aus dem Gewürzregal kennt, ist oft überrascht, wie stattlich die Pflanze in freier Natur wirkt. Pimenta dioica, so der botanische Name, wächst als immergrüner Baum, der locker die Höhe eines kleinen Hauses erreichen kann. Die Blätter sind glänzend und fest, und wenn man sie reibt, verströmen sie sofort einen würzigen Duft. Im Frühsommer erscheinen zahlreiche kleine weiße Blüten, aus denen sich später grüne Beeren entwickeln. Diese Beeren werden geerntet, wenn sie noch unreif sind, und anschließend in der Sonne getrocknet. Erst dann verfärben sie sich braun und entfalten ihr typisches Aroma. In einigen Ländern nutzt man sogar die Blätter ähnlich wie Lorbeer. Sie geben Eintöpfen und Fleischgerichten ein feines, würziges Aroma.
Wissenswerte Fakten über Piment
Neben seiner Herkunft lässt sich noch weiteres zu Piment erzählen:
- Um Piment zu verwenden, werden die halbreifen Früchte zunächst getrocknet.
- Sie sollten bei der Ernte keineswegs ihre Vollreife erreicht haben, da sie dann ihr Aroma verlieren.
- Piment ist mit Gewürznelken verwandt, weist jedoch ein erheblich schärferes Aroma auf.
- Neben den Früchten werden in der Karibik auch das Holz, sowie die frischen Blätter des Baums zum Kochen verwendet.
Wie wird Piment in der Küche eingesetzt?
Piment ist ein echtes Allround-Gewürz. In Deutschland begegnet man ihm besonders oft in winterlichen Gerichten, denn sein warmes Aroma passt wunderbar zu Lebkuchen, Glühwein oder Spekulatius. Doch auch herzhaften Speisen verleiht Piment eine besondere Note. Sauerbraten, Kohlgerichte, Suppen oder Wild profitieren sehr von seiner würzigen Tiefe. In Jamaika spielt Piment sogar eine Hauptrolle: Dort ist es unverzichtbarer Bestandteil der berühmten „Jerk“-Gewürzmischungen, die Fleisch und Fisch ihr typisches karibisches Aroma schenken. Verantwortlich für sein Aroma ist übrigens das enthaltene ätherische Öl namens Eugenol.
Man kann Piment ganz unterschiedlich verwenden. Die ganzen Körner eignen sich gut zum Mitkochen – sie geben den Geschmack langsam ab und können später einfach wieder entfernt werden. Wer den Geschmack intensiver möchte, greift zu frisch gemahlenem Piment, das deutlich kräftiger wirkt.
Piment findet man übrigens in vielen Rezepten neben Gewürzen wie Lorbeer, Wacholder oder Gewürznelken. Mit all diesen Gewürzen harmoniert Piment nämlich prima.
Hat Piment auch heilende Eigenschaften?
Neben seinem kulinarischen Wert wird Piment in vielen Herkunftsregionen schon seit Jahrhunderten als Naturheilmittel geschätzt. Die enthaltenen ätherischen Öle, allen voran Eugenol, wirken leicht schmerzlindernd, wärmend und entzündungshemmend. Deshalb wird Piment traditionell bei Verdauungsproblemen, Erkältungen oder Muskelverspannungen eingesetzt. Auch als Tee oder in Einreibungen kann Piment eine wohltuende Wirkung haben. Natürlich ersetzt er keine medizinische Behandlung, aber viele Menschen empfinden die sanfte Unterstützung als angenehm – besonders wenn es um Magen und Darm geht.
Nährwerte von Piment
Piment enthält einige wertvolle Nährstoffe. Die angegebenen Werte entsprechen dabei jeweils 100 Gramm.
| Nährstoff | Menge |
| Energie | 308 kcal |
| Fett | 8,7 g |
| Kohlenhydrate | 50,5 g |
| Eiweiß | 6,1 g |
| Ballaststoffe | 21,6 g |
| Vitamin A | 325 μg |
| Vitamin B2 | 60 μg |
| Vitamin B3 | 2900 μg |
| Vitamin B5 | 500 μg |
| Vitamin B6 | 200 μg |
| Vitamin B7 | 10 μg |
| Natrium | 77 mg |
| Kalium | 1040 mg |
| Kalzium | 660 mg |
| Magnesium | 130 mg |
| Phosphor | 110 mg |
| Chlorid | 60 mg |
| Schwefel | 100 mg |
| Eisen | 7100 μg |
| Zink | 1000 μg |
| Kupfer | 550 μg |
| Mangan | 1700 μg |
| Fluorid | 50 μg |
Was man bei der Anwendung und beim Verzehr beachten sollte
Auch wenn Piment ein vielseitiges und vergleichsweise mildes Gewürz ist, lohnt sich ein wenig Achtsamkeit. Sein Aroma ist sehr intensiv, weshalb kleine Mengen völlig ausreichen. Zu viel Piment kann ein Gericht schnell überlagern und leicht bitter wirken. Menschen mit empfindlichem Magen sollten das Gewürz zunächst sparsam einsetzen, um zu sehen, wie sie darauf reagieren.
Für Schwangere und Stillende gilt: In normalen Küchendosen ist Piment unproblematisch, konzentrierte Präparate oder große Mengen sollten aber vermieden werden. Bei äußerlicher Anwendung, etwa in Form von Ölen oder Salben, empfiehlt sich ein kleiner Hauttest, da die ätherischen Öle in seltenen Fällen Reizungen verursachen können.
Rezepte mit Piment
🍴 Sauerbraten rheinischer Art

Ein klassischer Sauerbraten lebt von seiner aromatischen Marinade, und genau dort spielt Piment eine wichtige Rolle. Die würzigen Beeren sorgen für Tiefe und einen leicht warmen Unterton, der besonders gut zu Rindfleisch passt.
Zutaten (für 4–6 Personen)
- 1,5 kg Rinderbraten (Keule oder Schulter)
- 750 ml Rotwein
- 250 ml Rotweinessig
- 2 Zwiebeln
- 2 Möhren
- 1 kleines Stück Sellerie
- 3 Lorbeerblätter
- 8 Pimentkörner
- 8 Pfefferkörner
- 3 Wacholderbeeren
- 1 TL Salz
- etwas Öl zum Anbraten
- optional für die Sauce: 2 EL Rosinen oder 1 – 2 Stücke Lebkuchen
Zubereitung
- Für einen klassischen Sauerbraten beginnt alles mit der Marinade. Dazu sollten Sie die Zwiebeln, Möhren und den Sellerie in grobe Stücke schneiden und sie mit Rotwein und Essig in einem ausreichend großen Gefäß mischen.
- Nun kommen die Gewürze dazu: Lorbeer, Pfeffer, Wacholder und natürlich die Pimentkörner, die dem Gericht seine würzige Tiefe verleihen.
- Das Fleisch wird vollständig in dieser Mischung bedeckt und mindestens drei, besser fünf Tage im Kühlschrank durchziehen gelassen.
- Nach der Marinierzeit müssen Sie den Braten aus der Flüssigkeit holen, trocken tupfen und ihn in einem großen Bräter in etwas Öl kräftig anbraten.
- Nachdem alle Seiten Farbe angenommen haben, geben Sie das Gemüse der Marinade dazu und löschen mit der Flüssigkeit ab. Der Braten schmort nun etwa zwei bis zweieinhalb Stunden bei niedriger Hitze, bis er butterzart ist.
- Für die Sauce den Schmorsud durch ein Sieb gießen und kurz aufkochen. Wenn Sie es klassisch mögen, runden Sie die Sauce mit etwas Lebkuchen oder einer Handvoll Rosinen ab, die ihr eine angenehme Süße und Bindung verleihen.
- Zum Schluss wird alles nach Belieben abgeschmeckt und zum in Scheiben geschnittenen Braten serviert.
🍴 Jamaikanisches Jerk Chicken

Jerk Chicken ist das wohl berühmteste Gericht der jamaikanischen Küche und lebt vom intensiven Zusammenspiel aus Piment, Chili, Knoblauch und frischen Kräutern.
Zutaten (für 4 Personen)
- 1,2 – 1,5 kg Hähnchenteile
- 2 TL Piment, frisch gemahlen
- 4 Frühlingszwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 1 Stück Ingwer (ca. 3 cm)
- 2 – 3 Chilischoten (z.B. Scotch Bonnet oder Jalapeño)
- 1 TL getrockneter Thymian
- 1 TL Zucker
- Saft von 1 Limette
- 3 EL Öl
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung
- Das Geheimnis eines authentischen Jerk Chicken liegt in der Gewürzpaste. Dafür pürieren Sie Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Chilischoten, Piment, Thymian, Limettensaft, Zucker und Öl zu einer dicken, aromatischen Paste.
- Die Mischung nun gründlich in das Hähnchen einmassieren, wobei es hilfreich ist, die Haut etwas anzuheben, damit die Gewürze besser einziehen können.
- Danach sollte das Fleisch mindestens zwei Stunden, idealerweise über Nacht im Kühlschrank, ruhen.
- Gegrillt wird Jerk Chicken traditionell über offenem Feuer oder Holzkohle, wodurch sich ein rauchiges Aroma entwickelt. Auf dem Grill braucht das Hähnchen etwa 30 bis 40 Minuten, wobei Sie es regelmäßig wenden sollten.
💡 Tipp:
Wenn Sie keinen Grill haben, können Sie das Gericht auch problemlos im Ofen zubereiten: einfach bei 180 °C etwa 45 Minuten backen, bis das Fleisch außen knusprig und innen saftig ist.










