Sind benutzte Taschentücher ansteckend?

Taschentuch ansteckend
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Bei einer Erkältung sind Papiertaschentücher unverzichtbar. Doch was macht man danach mit dem Taschentuch und wirkt es ansteckend auf andere?

Hatschi – damit beginnt nicht selten eine leidige Erkältung. Mindestens einmal pro Jahr trifft es beinahe jeden von uns. Der Hals beginnt zu krabbeln, bald darauf tropft die Nase und lästiger Husten setzt ein. Fast 200 Mal im Leben das selbe Spiel. Darum heißt es vorbeugen und gewappnet sein. Aus diesem Grund sollten Sie sich auch mit Papiertaschentüchern eindecken. Diese sind hygienischer als Stofftaschentücher.

Benutzte Taschentücher gehören in den Abfall, doch wohin genau und sollte man sich wirklich nur einmal ausschnauben und anschließend das Taschentuch entsorgen, um sich durch das benutzte Taschentuch erneut anzustecken? Im Folgenden hinterfragen wir einige typische Erkältungsmythen und verraten Ihnen, welche Gefahr von benutzten Taschentüchern wirklich ausgeht.

Können Taschentücher mehrfach benutzt werden?

Sie können Taschentücher ganz beruhigt auch mehrfach benutzen. Von den darin befindlichen Erregern geht für Sie selbst keine Gefahr aus, denn Sie haben die Erreger ja bereits im Körper. Sie sind quasi für eine gewisse Zeit immun gegen die Viren, welche die Erkältung bei Ihnen ausgelöst haben. Erkältungen werden jedoch durch viele verschiedene Viren hervorgerufen. Erneute Infektionen können durch andere Viren durchaus ausgelöst werden.

➔ Tipp: Von eigenen Taschentüchern besteht keine erneute Ansteckungsgefahr. Von fremden Taschentüchern dagegen können Sie sich infizieren, sofern es sich um andere Viren handelt. Für beinahe die Hälfte aller Erkältungen sind Rhinoviren verantwortlich.

Ob mit oder ohne Taschentuch – Tagebuch einer Erkältung

Sicher haben Sie die alte Regel – eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und vergeht drei Tage schon einmal gehört und nicht selten hat sie sich bewahrheitet. Allein die echte Grippe ist durch ein plötzlicheres Auftreten der Symptome und einen heftigeren und längeren Krankheitsverlauf gekennzeichnet.

Eine typische Erkältung verläuft wie folgt:

Tage 1 bis 3
Etwa einen Tag, nachdem Sie sich infiziert haben, beginnt der Hals zu kratzen. Vermutlich schmerzt Ihnen der Kopf und die Glieder werden schwer. Sie beginnen zu niesen und spätestens am zweiten oder dritten Tag läuft Ihnen die Nase und die Taschentücher müssen her.

Tage 4 bis 6
Die Erkältung hat Sie nun voll im Griff. Es hat Sie ein allgemeines Krankheitsgefühl erfasst. Hin und wieder ist auch bei einer Erkältung leichtes Fieber möglich. Der anfänglich wässrige Schnupfen wird nun zäher und gelblicher. Durch das Anschwellen der Nasenschleimhaut verstopft die Nase. Der anfängliche trockene Reizhusten ist nun von Auswurf begleitet. Versetzt sich der Schnupfen, sind Entzündungen der Nasennebenhöhlen die Folge.

Tage 7 bis 9
Nun werden die Taschentücher bereits weniger gebraucht. Der Schnupfen lässt nach. Der Husten zeigt sich hartnäckiger und ist häufig von Auswurf begleitet. Mit einem trockenen Reizhusten klingt die Erkältung quasi aus.

Zeitbombe Taschentuch – Ansteckungsgefahr für andere

Benutzte Taschentücher gehören nicht auf die Couch oder auf den Tisch. Entsorgen Sie diese sofort oder lassen Sie die Taschentücher in Ihren Hosentaschen verschwinden, wenn Sie vorhaben, sie mehrfach zu benutzen. Müssen gesunde Menschen Ihnen hinterher räumen und die benutzten Taschentücher entsorgen, ist das Risiko sehr hoch, sich selbst eine Erkältung einzufangen. In einem Taschentuch können Krankheitserreger bis zu zwölf Stunden überleben.

Entsorgen Sie benutzte Taschentücher immer selbst und lassen Sie sie nicht an Stellen herumliegen, die von gesunden Menschen häufig aufgesucht und mitbenutzt werden.

Wann ist das Infektionsrisiko am größten?

Das größte Risiko geht für andere von benutzten Taschentüchern aus, genau dann wenn der Schnupfen beginnt. Zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Infektion werden die meisten Viren ausgeschieden. Während dieser Zeit werden Sie auch die meisten Taschentücher benötigen, da der Schnupfen anfänglich wässrig erscheint und die Nase gefühlt ständig tröpfelt. Lassen die Beschwerden nach, benötigen Sie weniger Taschentücher. Auch die Ansteckungsgefahr anderer durch die benutzten Taschentücher flaut ab. Da sich die Viren auch noch einige Tage nach Abklingen der Symptome im Körper befinden, kann ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden.

Küssen verboten?

Ihr Partner kann aufatmen. Von den benutzten Taschentüchern sollte er sich fernhalten, aber geküsst werden darf durchaus hin und wieder. Natürlich werden auch durch einen Kuss Viren übertragen, allerdings besteht nur eine ausnehmend geringe Ansteckungsgefahr. Die Krankheitserreger werden aufgenommen und mit dem Speichel in den Magen transportiert, wo die Magensäure für deren Zersetzung sorgt und die Keime damit unschädlich macht. Es gilt kein generelles Kussverbot, aber eine gesunde Vorsicht. Für das Küssen spricht, dass der Austausch unterschiedlicher Bakterien in geringer Konzentration die Bildung von Antikörpern anregt und damit unsere Abwehr steigert.

Hände weg vom Gegenüber!

Beim Küssen erfolgt lediglich der Austausch von Speichel. Der Speichel ist quasi frei von Erkältungsviren, welche sich hauptsächlich in der Nasenschleimhaut vermehren. Händeschütteln sollte aber besser ausbleiben. Schließlich halten Sie Ihr benutztes Taschentuch in den Händen, bevor Sie es zerknüllen oder in den Hosentaschen verschwinden lassen. Beim Händeschütteln werden auch die Viren weitergegeben. Ihr Gegenüber wird sich anschließend meist nicht sofort zum Waschbecken begeben. Wird mit den Fingern in den Augen gerieben oder gedankenverloren in der Nase gebohrt, ist eine Erkältung beinahe sicher. Also heißt es bei einer Erkältung nicht nur Taschentücher sicher verstauen, sondern auch Hände weg vom Gegenüber.

Erkältet – ab ins Bett!

Bei einer Erkältung muss niemand zwingend tagelang das Bett hüten. Die persönliche Verfassung spielt eine Rolle. Wer sich körperlich fit fühlt und kein Fieber hat, kann durchaus auch einen kurzen Spaziergang machen oder ruhigen Tätigkeiten nachgehen. Stress und größere körperliche Anstrengungen gilt es allerdings zu vermeiden. Während einer Erkältung brauchen Betroffene ausreichend Schlaf und sollten es allgemein ruhiger angehen lassen. Nur bei einer schweren Grippe mit Fieber und körperlichen Beschwerden ist Bettruhe Pflicht.

Taschentuch verlegt – Hochziehen tabu?

Die Nase läuft und ausgerechnet jetzt ist das Taschentuch nicht zur Hand. Im schlimmsten Fall haben Sie es einfach auf der Couch oder dem Küchenstuhl liegengelassen und damit für andere eine Ansteckungsquelle geschaffen. Wohin nun mit dem Rinnsal, wenn es droht herunterzutröpfeln. Hochziehen galt früher als größter Fehler. Allgemein gilt heute, die Nase hochzuziehen ist gesünder, als das Auspusten des Sekrets. Dadurch wird der Schleim in die Nasennebenhöhlen gepresst und könnte sich dort festsetzen. Es droht eine Nasennebenhöhlenentzündung. Hochziehen ist also erlaubt, sollte aber eine Ausnahme bleiben. Besser ist richtiges Ausschnauben, beide Nasenlöcher getrennt zu entleeren und dabei möglichst wenig Druck auszuüben.

Hatschi – Niesen in die Hand oder ins Taschentuch?

Das Taschentuch ist nicht nur zum Schnauben da. Sie sollten es auch hervorholen, wenn sich ein Niesen andeutet, denn nicht selten werden durch den Niesreiz Flüssigkeitstropfen zu Tage befördert. Viele halten instinktiv die Hand vor die Nase, wenn sie niesen. Dies sieht besser aus und schützt die anderen vor Ansteckung – nicht wirklich, denn die Viren machen sich nun in Ihren Händen breit. Dort können sie über mehrere Stunden überleben und beim Händeschütteln oder der Benutzung von Geschirr, Büchern, Türklinken oder Telefonhörern zur Gefahr werden.

Weit verbreitet ist heute das Niesen in die Armbeuge. Dies wird den Kleinsten bereits im Kindergarten anerzogen. Leider ist diese Variante nicht gerade hygienisch und Schleim am Pulloverärmel ist nicht wirklich attraktiv. Daher bleibt das Papiertaschentuch immer noch die bessere Wahl.

Erkältung: viele Taschentücher – viel Vitamin C

Wenn Sie erkältet sind, brauchen Sie nicht nur einen entsprechenden Vorrat an Papiertaschentüchern, sondern der Körper braucht auch jede Menge Vitamin C, um schneller gesund zu werden. Sie können natürlich ein heißes Zitronenwasser trinken, wenn Sie frösteln. Ein Überschuss an Vitamin C ist allerdings nicht, wonach der Körper verlangt. Ernähren Sie sich vollwertig, nehmen Sie tagtäglich ausreichend Vitamin C auf.

➔ Hinweis: Überschüssiges Vitamin C wird vom Körper ungenutzt wieder ausgeschieden.

Mit dem Taschentuch in die Sauna?

Sie sind erkältet – warum dann nicht einmal so richtig schwitzen. Die Sauna bietet sich als erste Wahl an und ist durchaus geeignet, um die Immunabwehr zu steigern und Erkältungen vorzubeugen. Allerdings sollten Sie mit einer Erkältung keine Sauna aufsuchen. Die Belastung für den ohnehin bereits geschwächten Organismus wäre viel zu hoch. Bei Fieber sind Saunagänge also tabu! Lassen Sie sich stattdessen ein Erkältungsbad ein und entspannen Sie im angenehm temperierten Wasser.

Wohin mit den benutzten Taschentüchern?

Papiertaschentücher werden während einer Erkältung in Unmengen anfallen. Häufig werden sie nur einmal benutzt und anschließend weggeworfen. Doch wohin nun eigentlich mit den verbrauchten Taschentüchern, die zu einer Ansteckungsgefahr für andere werden können? Nicht entsorgt werden sollten benutzte Taschentücher in Papierkörben. Werfen Sie die Taschentücher dagegen in einen geschlossenen Mülleimer. Viele werden vielleicht auf die Idee kommen, die Taschentücher im Klo hinunter zu spülen. Dies ist jedoch keine gute Lösung, weniger wegen der Erreger, sondern wegen der drohenden Verstopfung der Rohre und der Unmengen an Fremdkörpern im Abwasser.

Ebenso gehören benutzte Taschentücher nicht in den Biomüll oder ins Altpapier. Dort können immer wieder Menschen damit in Kontakt kommen und sich anstecken. Gut aufgehoben sind benutzte Taschentücher in der Restmülltonne. Deren Inhalt wird verbrannt und damit besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

Wie schütze ich mich vor Ansteckung?

  • benutzte Papiertaschentücher von anderen nicht anfassen
  • regelmäßig Hände waschen
  • Händeschütteln vermeiden
  • Hautkontakt mit Türklinken, Telefonhörern, Wasserhähnen meiden

Welcher Sicherheitsabstand ist nötig?

Sie wissen nun, dass benutzte Taschentücher eine Gefahrenquelle darstellen und besser gemieden werden sollten. Doch wie viel Abstand ist nötig, damit man sich nicht durch Niesen ansteckt? Hierbei gibt es keine eindeutigen Regeln. Manche sprechen von drei bis fünf Metern. Wieder andere sind überzeugt, dass Viren mehr als 30 Meter weit fliegen können. Während der Erkältungszeit besteht immer ein gewisses Risiko, wenn man sich im Freien aufhält. Etwa 30 Prozent aller Betroffenen verspüren keine Beschwerden, können den Virus aber selbst weitergeben.

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