Schwedenkräuter selbst ansetzen – Anleitung & Tipps zur Verwendung

Schwedenkräuter Rezept
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Kräuter helfen gegen eine Vielzahl von Beschwerden. Vor allem die so genannten Schwedenkräuter haben sich einen Namen gemacht. Hier eine Anleitung dafür.

Die Kräutermedizin besitzt eine lange Tradition und reicht bis in das Mittelalter zurück. Im ausgehenden 17. Jahrhundert wurde sogar eine ganz spezielle Kräuter-Rezeptur entwickelt und als Allheilmittel angepriesen. Die Rede ist von den so genannten Schwedenkräutern. Die Heilwirkung dieser Kräuter hat sich über die Jahrhunderte bewährt. Was die bittere Mixtur so besonders macht, gegen welche Beschwerden sie helfen kann und wie sich Schwedenkräuter einfach selbst ansetzen lassen, wird im Folgenden näher beschrieben.

Was sind Schwedenkräuter?

Schwedenkräuter sind ein hochprozentiger Kräuteransatz. Der Schwedenbitter geht auf die schwedischen Ärzte Dr. Urban Hjärne und Dr. Claus Samst zurück. Diese brachten das „Elexir amarum“ Ende des 17. Jahrhunderts in Umlauf. Ähnliche Kräuterelixiere wurden bereits von Paracelsus genutzt und finden sich im 1629 erschienenen Kräuterbuch von Johann Popp.

Hierzulande wurde die Kräutermischung erst in den 1980er Jahren populär. Maria Treben, Kräuterheilkundlerin aus Österreich, widmete sich in ihrem Werk „Heilkräuter aus dem Garten Gottes“ ausführlich der Kräutermixtur und deren Anwendungsmöglichkeiten.

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Wogegen helfen Schwedenkräuter?

Schwedenkräuter sind zur äußeren wie inneren Anwendung geeignet. Die Einnahme erfolgt häufig als Kur, kann aber auch zur Linderung akuter Beschwerden Verwendung finden. Auch die äußere Anwendung zeigt Wirkung.

Für die Wundversorgung kann der Schwedenbitter unverdünnt gebraucht werden. Bei der Verabreichung von Umschlägen wird das Elixier verdünnt. Umschläge sollten mehrere Stunden, am besten über Nacht einwirken. Nach der Anwendung wird die Haut mit Puder versorgt, denn der hochprozentige Alkohol kann zu Hautirritationen führen.

Die breite Palette der Anwendungsmöglichkeiten

  • Verdauungsbeschwerden
  • Erkältung
  • Muskelschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Prellungen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Herpes
  • Hämorrhoiden
  • Hautunreinheiten

• Schwedenkräuter bei Verdauungsbeschwerden:

Schwedenkräuter können die Verdauung in Schwung bringen. Gegen Übelkeit hilft z.B. ein Teelöffel Schwedenbitter, der in Wasser oder Tee eingerührt wird. Bei Magenkrämpfen kann die Dosis auf einen Esslöffel erhöht werden. Die Einnahme kann bis zu dreimal täglich wiederholt werden. Das Elixier wird in kleinen Schlucken vor und nach den Mahlzeiten getrunken.

• Schwedenkräuter bei Erkältungen:

Der Trunk kann gegen verschiedene Erkältungssymptome helfen. Bei Halsschmerzen wird ein Esslöffel Schwedenbitter in eine Tasse Kräutertee gegeben. Bei Fieber kann die Dosis auf zwei Esslöffel pro Tasse erhöht werden. Schwedenkräuter können auch inhaliert werden.

• Schwedenkräuter bei Kopfschmerzen:

Gegen Kopfschmerzen helfen Umschläge mit Schwedenkräutern. Beim Auftrag auf die sensible Hautpartie an Schläfen und Stirn kann der Alkohol jedoch zu Hautreizungen führen. Daher empfiehlt es sich, die betreffenden Hautstellen mit einer beruhigenden Ringelblumensalbe vorzubehandeln. Anschließend einen Wattebausch mit Schwedenkräutern tränken und mit einer Mullbinde oder einem Tuch am Kopf fixieren. Nach zwei bis vier Stunden kann der Wattebausch dann wieder entfernt werden.

• Schwedenkräuter bei Muskelschmerzen:

Bei Muskelschmerzen können Auflagen helfen. Die Anwendung ist identisch wie bei den Umschlägen bei Kopfschmerzen bereits beschrieben. Rheumapatienten können den Schwedenbitter äußerlich und innerlich anwenden. Ein Teelöffel Schwedenkräuter wird auf eine Tasse Brennnesseltee gegeben. Die Anwendung kann dreimal täglich erfolgen.

• Schwedenkräuter bei Hautproblemen:

Werden Warzen oder Narben täglich mit Schwedenkräutern betupft, können sie sich verringern oder sogar komplett zurückbilden. Die Behandlung mit Schwedenbitter hilft aber auch bei Pigmentflecken, die häufig entstehen, wenn die Haut zu lange der Sonne ausgesetzt war.

• Schwedenkräuter bei Schlafstörungen:

Wer unter Schlafstörungen leidet, wird häufig zu Johanniskraut- oder Kamillentee greifen. Schwedenkräuter können die Wirkung unterstützen und Ihnen helfen, dass Sie wieder besser schlafen. Vor dem Schlafengehen wird ein Teelöffel des Elixiers in eine Tasse Tee eingerührt. Sind die Einschlafstörungen von innerer Unruhe begleitet, kann die Auflage eines mit Schwedenkräutern getränkten Tuches auf die Herzgegend helfen.

Schwedenkräuter selbst ansetzen – Das benötigen Sie

Schwedenkräuter Zutaten
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Es wird zwischen einer kleinen und einer großen Kräutermischung unterschieden. Der kleine Schwedenbitter ist intensiver in der Wirkung. Durch den hohen Kampferanteil kann es bei besonders sensiblen Personen jedoch zu Unverträglichkeiten kommen. Die große Schwedenkräuter-Mischung ist deshalb allgemein besser verträglich und besitzt zusätzlich eine krampflösende Wirkung, die bei Verdauungsproblemen helfen kann. Beide Kräutermischungen sind als gebrauchsfertiger Ansatz im Handel erhältlich, lassen sich aber auch selbst herstellen, wenn Sie vorher die benötigten Kräuter trocknen.

Rezeptur für den kleinen Schwedenbitter:

  • 10 Gramm Kampfer
  • 10 Gramm Zitwerwurzel
  • 10 Gramm Aloe Vera, Wermutpulver oder Enzianwurzel
  • 10 Gramm Sennesblätter
  • 10 Gramm Manna
  • 10 Gramm Rhabarberwurzel
  • 10 Gramm Angelikawurzel
  • 10 Gramm Theriak venezian
  • 5 Gramm Myrrhe
  • 5 Gramm Eberwurzel
  • 0,2 Gramm Safran

Rezeptur für die große Schwedenkräuter-Mischung:

  • 35 Gramm Muskatnuss
  • 26 Gramm Wermut
  • 18 Gramm Rhabarberwurzel
  • 18 Gramm Kalmus
  • 18 Gramm Theriak venzia
  • 13 Gramm Myrrhe
  • 9 Gramm Zitwerwurzel
  • 7 Gramm Angelikawurzel
  • 7 Gramm Enzianwurzel
  • 7 Gramm Kieselerde
  • 5 Gramm Lärchenschwamm
  • 5 Gramm Roter Ton
  • 4 Gramm Eberwurzel
  • 2 Gramm Sennesblätter
  • 2 Gramm Kampfer
  • 2 Gramm Bibergall
  • 2 Gramm Tormentill
  • 2 Gramm Muskatblüte
  • 1 Gramm Safran

Zusätzlich benötigen Sie:

  • 1,5 Liter Alkohol (Korn- oder Obstbranntwein ➞ Alkoholgehalt 38 bis 40 Prozent)
  • Flaschen mit breitem Hals oder Gläser (getönte Behältnisse bevorzugen)
  • Kaffeefilter oder Küchentuch

Anleitung für die Herstellung von Schwedenkräutern

Die Kräutermischung in das Behältnis füllen. Anschließend den Ansatz mit Alkohol übergießen. Der Aufguss sollte nun mindestens zwei Wochen an einem warmen Ort ziehen. Den ersten Ansatz können Sie nach dieser Einwirkzeit durch einen Kaffeefilter oder ein Küchentuch abgießen. Er ist dann schon bereit zur Anwendung. Eine längere Ziehzeit intensiviert jedoch die Wirkung der Schwedenkräuter.

Tipp:
Wer zunächst nur eine kleinere Menge herstellen möchte, halbiert die angegebene Dosis an Kräutern und Alkohol.

Was ist bei der Einnahme der Kräuter zu beachten?

➞ Alkoholgehalt beachten:

Auch wenn es sich beim Schwedenbitter um ein natürliches Produkt handelt, gilt es, bei der Einnahme einige Dinge zu beachten. Aufgrund des hohen Alkoholgehaltes dürfen Schwedenkräuter bei Kindern, Schwangeren und Alkoholikern nicht angewendet werden.

➞ Allergietest vorab durchführen:

Pflanzliche Stoffe können Allergien auslösen. Daher ist vorab festzustellen, ob eine Allergieneigung besteht. Dies kann durch einen Allergietest beim Hausarzt geschehen. Heilpraktiker können mittels Bioresonanz auch austesten, ob bestimmte Stoffe vom Körper vertragen werden.

Bei der Anwendung der Schwedenkräuter auf der Haut können Sie an einer unauffälligen Stelle auch selbst einen Allergietest durchführen. Nach Auftrag des Elixiers einfach abwarten, ob sich die Haut rötet oder anschwillt. Zeigen sich innerhalb eines Tages keine Hautirritationen, können Sie den Schwedenbitter wie beschrieben anwenden.

Tipp:
Da der Alkohol bei der äußerlichen Anwendung die betroffene Hautstelle austrocknen kann, ist es ratsam, vor der Anwendung eine fettreiche Creme aufzutragen.

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