Kapern – Verwendung und gesundheitliche Wirkung

Kapern
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Der Geschmack von Kapern, dient meist zum Verfeinern von Gerichten. Wussten Sie auch, dass Kapern gesund sind und eine positive Wirkung auf den Körper haben?

Die einen mögen sie, die anderen sortieren sie fein säuberlich an den Tellerrand. Kapern haben einen besonderen, einzigartigen Geschmack, der bei vielen Gerichten das Tüpfelchen auf dem i ist. Wer Kapern in der Küche verwendet, greift im Supermarkt zu den kleinen Gläschen, ohne wahrscheinlich genau zu wissen, was er da gerade kauft. Oder ist Ihnen bekannt, dass Kapern an einem Strauch wachsen und neben dem Verfeinern von Gerichten auch eine sehr positive Wirkung auf unsere Gesundheit haben?

Was sind Kapern?

Kapern, wissenschaftlich Capparis spinosa, sind die geschlossenen Blütenknospen des Kapernstrauchs – die Vorstufe der wunderschönen, rosafarbenen und weißen Blüten. An den Zweigen des Kapernstrauchs bilden sich also nicht nur die ovalen bis herzförmigen Blätter, sondern auch die olivgrünen Knospen, die später in unserer Küche landen. Die Ernte der Kapern – die im Frühjahr stattfindet – ist sehr mühsam, da jede Knospe von Hand gepflückt werden muss.

Kapernstrauch
Kapernstrauch – © alsem – Fotolia.com
Der Kapernstrauch kommt aus dem mediterranen Raum, wird aber hierzulande auch gern als Bodendecker oder zur Bepflanzung von Mauern genutzt. Kapern sind auch unter folgenden Bezeichnungen bekannt:

  • Alcaparras (spanisch)
  • Câpres (französisch)
  • Capperi (italienisch)
  • Capers (englisch)

Kapern in unterschiedlichen Größen

Das Kapern nicht alle gleich groß sind, dürfte Ihnen beim Kauf schon aufgefallen sein. Der Anbau der Kapern, bzw. deren Größe, wird vor allem in Frankreich in sieben Stufen eingeteilt.

  1. Nonpareilles
  2. Surfines
  3. Fines
  4. Mifines
  1. Capucines
  2. Capottes
  3. Communes
Diese Bezeichnungen finden Sie aber auch auf dem Verpackungsetikett in Deutschland. Die kleinsten Kapern, also Nonpareilles, werden gemeinhin als sehr mild eingestuft.

Kapern – Verarbeitung nach der Ernte

Nach dem Pflücken sind Kapern noch nicht genießbar. Die Capparis weden deshalb nach der Ernte getrocknet und in Salz eingelegt, oder aber, wie in Deutschland bekannt, in Essig und Öl. Erst jetzt entwickeln die Kapern den typischen Geschmack, ausgelöst durch Caprinsäure und dem im Blütengewebe eingelagerten Methyl-Senföl.

Wie ist der Geschmack von Kapern?

Ich erwähnte bereits, dass der Geschmack der Kapern auch von der Größe abhängig ist. Wenn Sie es also nicht so herb mögen, greifen Sie besser zu kleinen Kapern – das Aroma ist deutlich sanfter. Kapern haben einen intesiven, kräftigen, Geschmack – sind sie in Essig und Öl eingelegt, auch leicht säuerlich.

Kapern – Verwendung in der Küche

Es gibt Gerichte, bei denen dürfen Kapern einfach nicht fehlen. Für mich zählen dazu „Königsberger Klopse“ und „Hühnerfrikassee“. Erst durch die Beigabe von Kapern, bekommt vor allen die Soße den typischen Geschmack.

Extratipp: Kapern immer erst zum Schluss zugeben, damit bleibt der Geschmack unverändert.

Im Mittelmeerraum gehören Kapern auf jeden Anti Pasti Teller, allerdings eher die in Salz eingelegte Variante. Vor dem Servieren bzw. dem Verzehr, werden die Kapern gründlich gewaschen, sonst würde der Salzgeschmack alles übertönen.

Rezepte mit Kapern

Königsbrger Klopse
Königsberger Klopse – © Michael Röhrich – Fotolia.com
Wenn Ihnen der Geschmack von Kapern gefällt, sind der Experimentierfreude in der Küche keine Grenzen gesetzt. Es gibt allerdings Rezepte, die sich stark durchgesetzt und selbst Kapern-Gegner überzeugt haben.

I Königsberger Klopse
Hackfleischbällchen in einer weißen Kapernsoße.

II Hühnerfrikassee
Fleisch vom gekochten Suppenhuhn in einer Soße aus Brühe, Butter und Mehl, abgeschmeckt mit Kapern.

III Roastbeef mit Kapern-Meerrettichsoße

Roastbeef anbraten und im Ofen garen. Bratensaft andicken und mit Meerrettich und Kapern würzen.

IV Bandnudeln mit Tomatensoße, Oliven und Kapern
Bandnudeln aldente kochen und mit einer Soße aus Kapern und Olivem servieren.

V Zitronen-Kapern-Soße

Soße aus Butterschaum, Zitronenspalten und Kapern. Passt am besten zu gebratenem Fisch.

Die vollständigen Rezepte und viele weitere Ideen zum Kochen mit Kapern, finden Sie auf chefkoch.de und bei lecker.de.

Kapern und Kapernäpfel – wo ist der Unterschied?

Kapernäpfel
Kapernäpfel – © Igor Normann – Fotolia.com
Als Laie könnte man beide Begriffe schnell in einen Topf werfen, doch der Kenner unterscheidet ganz klar zwischen Kapern und Kapernäpfeln.

Kapern ➔ sind die geschlossen Blütenknospen des Kapernstrauchs.
Kapernäpfel ➔ werden auch Kapernbeeren genannt und sind die Früchte des Kapernstrauchs, die sich entwickeln, wenn die „jungen“ Kapern nicht geerntet werden.

Kapernersatz – gibt es das?

Wer den typischen Kaperngeschmack bevorzugt, wird sich mit einer Ersatzvariante nicht anfreunden. Für alle anderen gibt es aber eine Alternative. Hierzu werden die Knospen der Kapuzinerkresse, von Sumpfdotterblumen oder dem Scharbockskraut gepflückt und wie Kapern eingelegt. Im Handel gibt es bereits fertige Ersatzprodukte, Sie müssen also nicht raus auf die Wiese um die Knospen selbst zu ernten.

Sind Kapern gesund?

Das Kapern eine positive Wirkung auf den Körper haben, wussten schon die alten Griechen und auch Römer. Sie haben Kapern damals zur Linderung von Beschwerden eingesetzt, zum Beispiel bei Schmerzen der Milz. Auch als Aphrodisiakum und zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, kamen Kapern zum Einsatz.

Nährwerte – Kapern Surfines (abgetropft)

je 100g
Brennwert121 kj / 29 kcal
Fett
- davon gesättigte Fettsäuren
0,6 g
0,3 g
Kohlenhydrate
- davon Zucker
2,6 g
<0,5 g
Eiweiß2,2 g
Was damals galt, gilt heute immer noch. Durch den hohen Anteil an Antioxidantien, wirken Kapern wie ein Schutzfilm für unsere Körperzellen – was sich besonders bei Herzkrankheiten bemerkbar macht. Als vorbeugende gesundheitliche Wirkung sind außerdem zu nennen:

Wer unter Entzündungen der kleinen Blutgefäße (Purpura) leidet, sollte Kapern in seinen Speiseplan integrieren und bei Schwangeren dämmen die kleinen Knospen die Entstehung von Ödemen.

Was den meisten Menschen bisher sicher nicht bekannt war, Kapern sind auch ein natürliches Anti Aging Mittel. Achten Sie beim nächsten Kauf Ihrer Gesichtscreme doch mal genauer auf die Inhaltsstoffe. In vielen Kosmetika und auch Haarpflegeprodukten sind Kapern enthalten.