Bohnenkraut lässt sich sowohl in der Küche, als auch zur Heilung einsetzen. Das vielseitige Küchenkraut macht sich außerdem im Garten ganz gut und ist leicht anzupflanzen.
Nicht nur zusammen mit Bohnen funktioniert dieses Küchenkraut sehr gut. Der Begriff „Bohnenkraut“ ist eigentlich nur ein Oberbegriff, der zahlreiche Arten unterschiedlicher Kräuter umfasst. Am geläufigsten ist wahrscheinlich das Sommer- und Winterbohnenkraut, welches sich zwar im Geschmack nicht deutlich voneinander unterscheidet, aber in Bezug auf Pflege und Wuchs andere Ansprüche aufweist.
Arten
Das Bohnenkraut gehört zur Familie der Lippenblütler und wird hauptsächlich nach zwei Arten unterschieden:
- Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis): einjährige Pflanze, die krautig wächst und eine Wuchshöhe von etwa 55 Zentimetern erreicht
- Winterbohnenkraut (Satureja montana): zwei- oder mehrjährig, kann eine Höhe bis zu 70 Zentimetern erreichen
Diese beiden Varianten sind am häufigsten auf dem Markt vertreten, wenn es darum geht, das Kraut im Garten anzubauen. Insgesamt umfasst die Familie der Bohnenkräuter jedoch um die 40 verschiedenen Arten. Die Pflanze kann als Samen ins Freiland gesetzt werden, wo sie zwischen Juni und Oktober ihre ersten Blüten entwickelt. Im Jahr darauf wird sie zwischen April und Juni geerntet und für weitere Zwecke verwendet.
Herkunft
Ursprünglich kommen die Bohnenkräuter aus unterschiedlichen Gebieten. So wuchs das Sommerbohnenkraut hauptsächlich im Gebiet des Mittelmeers, während das Winterbohnenkraut überwiegend in Südeuropa zu finden war. Inzwischen sind beide Arten so oft kultiviert worden, dass man sie praktisch überall finden kann, sofern die Bodenbedingungen stimmen.
Verbreitet hat es sich übrigens durch Mönche, die das Kraut in ihren Klostergärten anbauten und von dort aus immer weiter verbreiteten.
Bohnenkräuter sind verwandt mit anderen Kräutern, die oftmals in der Küche eingesetzt werden. Mit dazu gehören Thymian (mit dem die Bohnenkräuter sogar den typischen Geschmack teilen), Salbei und Rosmarin. Eine andere Variante des Bohnenkrauts ist übrigens die indianische Minze, die man jedoch weitaus seltener findet.
Wissenswerte Fakten über Bohnenkraut
Neben seiner Herkunft gibt es noch ein paar weitere Fakten zu Bohnenkraut, die besonders die Beschaffung von Pflanzen angeht. So sollten Sie beim Kauf auf jeden Fall folgendes beachten:
- Um Bohnenkraut auf dem Balkon oder im Garten anzupflanzen, ist nicht immer der Samen notwendig. Fertige Pflanzen sind auf dem Markt sehr leicht erhältlich. Hierbei ist häufig die mehrjährige Variante, das Winterbohnenkraut, zu finden. Gut sortierte Gartenmärkte bieten jedoch auch das Sommerbohnenkraut an.
- Getrocknetes Bohnenkraut hält sich lange und vor allem verliert es nach dem Öffnen kaum Aroma. Daher lässt es sich gut lagern. Wichtig ist es jedoch, beim Kauf darauf zu achten, dass es aromaversiegelt ist.
- Frisch geerntetes Bohnenkraut kann auch ohne Bedenken eingefroren werden.
- Beim Kochen sollte Bohnenkraut aufgrund seines starken Aromas nur in geringen Mengen eingesetzt werden.
Wie lässt sich Bohnenkraut in der Küche verwenden?
Bohnenkraut gehört zu den Standard-Gewürzen, die man eigentlich in jeder Küche findet. Dort wird es sowohl frisch als auch in getrocknetem Zustand verwendet. Wenn Sie es selbst trocknen möchten, ernten Sie die frischen Blätter am besten kurz vor der Blüte im Juni. Dann ist der Geschmack besonders intensiv.
Geschmacklich überzeugt das Kraut mit einem kräftigen Aroma, das eine herbe Note besitzt. Je nach Reifegrad ist es auch leicht scharf und erinnert oft an Thymian. Im Winterbohnenkraut sind übrigens mehr ätherische Öle enthalten, weswegen es oftmals einen stärkeren Geschmack besitzt, als das Sommerbohnenkraut. Es zeichnet sich besonders durch seine vielseitige Verwendung in unterschiedlichen Speisen aus. So wird Bohnenkraut hauptsächlich verwendet, um:
- Saucen und Marinaden zu verfeinern,
- Bohnengerichte oder jene die Hülsenfrüchte enthalten zu würzen,
- Fisch und Meeresfrüchte geschmacklich aufzuwerten,
- Fleischgerichte aufzupeppen.
Daneben wird es außerdem gerne über Frischkäse oder Quark gestreut und kann Pasta das gewisse Etwas verleihen.
Übrigens:
Bohnenkraut ist ein Hauptbestandteil der Gewürzmischung „Kräuter der Provence“ und somit besonders in der französischen Küche unverzichtbar.
Kann man das Kraut zur Heilung einsetzen?

Abseits der Küche macht sich Bohnenkraut auch als Heilkraut sehr gut. Bereits im Mittelalter wurde es dazu verwendet, um gewisse Leiden zu lindern. Insbesondere im Magen-Darm-Trakt erweist sich das Bohnenkraut als sehr vorteilhaft, um Verdauungsbeschwerden zu verringern. Da Bohnen ohnehin oftmals als schwer verdaulich eingestuft werden, ist es also nur von Vorteil, Bohnenkraut zu deren Verfeinerung einzusetzen.
Alternativ wurde es auch gerne zur Behandlung von Kopfschmerzen und Einschlafstörungen eingesetzt. Daneben weist Bohnenkraut einen hohen Anteil an Gerbstoffen auf. Diese können sich positiv auf Durchfall auswirken.
Verwenden Sie es als Zutat für ein Gesichtsdampfbad, gleicht es das Ungleichgewicht fettiger Haut aus, da es die Produktion von Talg beeinflusst. Die Schmerzen entzündeter Pickel werden ebenfalls gelindert.
Die Wirkungen von Bohnenkraut lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- antioxidant
- antiparasitär
- antibakteriell
- antikanzerös
Zwar ist der Einsatz als Heilpflanze in der heutigen Zeit nicht mehr so üblich wie früher, doch ist sie zu gewissen Gelegenheiten eine gute natürliche Alternative zu anderen Produkten auf dem Markt.
Nähr- und Inhaltsstoffe von Bohnenkraut
Der Verzehr von Bohnenkraut hat auch Vorteile in Bezug auf die Nährwerte. In Bohnenkraut sind die Folgenden enthalten (die angegebenen Werte entsprechen einer Menge von 100 Gramm):
| Nährstoff | Menge |
| Energie | 49 kcal |
| Fett | 1,0 g |
| Kohlenhydrate | 8,8 g |
| Eiweiß | 1,1 g |
| Ballaststoffe | 2,5 g |
| Vitamin A | 508 μg |
| Vitamin B1 | 60 μg |
| Vitamin B3 | 669 μg |
| Vitamin C | 9832 μg |
| Natrium | 4,0 mg |
| Kalium | 172 mg |
| Kalzium | 349 mg |
| Magnesium | 62 mg |
| Phosphor | 23 mg |
| Chlorid | 33 mg |
| Eisen | 6207 μg |
| Zink | 705 μg |
| Kupfer | 164 μg |
| Mangan | 819 μg |
| Fluorid | 66 μg |
Rezepte mit Bohnenkraut
🍴 Klassische grüne Bohnen mit Bohnenkraut

Dieses Gericht ist vermutlich die bekannteste Verwendung von Bohnenkraut. Es ist einfach, aromatisch und passt perfekt zu Bratkartoffeln, Schnitzel oder Frikadellen.
Zutaten für 4 Personen:
- 800 g frische grüne Bohnen
- 1 Bund frisches Bohnenkraut oder 1 – 2 TL getrocknet
- 1 kleine Zwiebel
Zubereitung:
- Zunächst die Bohnen waschen, putzen und die Enden entfernen.
- Anschließend in einem großen Topf etwa 1,5 Liter Salzwasser zum Kochen bringen.
- Die Bohnen zusammen mit dem Bohnenkraut hineingeben und etwa 12 bis 15 Minuten bissfest garen.
- Währenddessen optional den Speck in einer Pfanne auslassen, die fein gewürfelte Zwiebel dazugeben und glasig anschwitzen.
- Die gegarten Bohnen abgießen, kurz abtropfen lassen und dann in der Pfanne in Butter schwenken.
- Abschließend mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
Das Bohnenkraut sorgt nicht nur für Würze, sondern macht das Gericht bekömmlicher.
🍴 Deftiger Bohneneintopf mit Kartoffeln und Bohnenkraut

Ein Bohneneintopf gehört in Deutschland zu den klassischen Wohlfühlgerichten. Bohnenkraut hebt das Aroma auf ein neues Niveau und verleiht dem Eintopf seine typische Würze.
Zutaten für 4 Personen:
- 250 g getrocknete weiße Bohnen (über Nacht eingeweicht)
- 500 g festkochende Kartoffeln
- 2 Möhren
- 1 Stange Lauch
- 1 Liter Gemüse- oder Fleischbrühe
- 1 Bund Bohnenkraut
- 2 EL Rapsöl
- Salz
- Pfeffer
- Optional: 200 g Mettenden o. Kasseler
Zubereitung:
- Die eingeweichten Bohnen zunächst in frischem Wasser etwa 60 Minuten weich kochen.
- In einem separaten großen Topf das Öl erhitzen und gewürfelte Zwiebeln, Möhren und Lauch andünsten. Die Kartoffeln würfeln und hinzugeben.
- Anschließend kommen die gekochten Bohnen samt Brühe dazu.
- Das Bohnenkraut wird entweder als ganzer Bund mitgekocht und später entfernt oder fein gehackt untergerührt.
- Der Eintopf sollte nun etwa 25 Minuten sanft köcheln.
- Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Wer es deftiger mag, lässt Mettenden oder Kasselerwürfel mitziehen.
Das Ergebnis ist ein aromatischer, kräftiger Eintopf, der sich hervorragend vorbereiten lässt. Am nächsten Tag schmeckt er sogar noch besser.










