Wenn Sie zu viele Kräuter geerntet oder gekauft haben, werfen Sie diese auf keinen Fall weg! Sie können die Kräuter auch einfrieren. Wie, erkläre ich hier.
Sicherlich kennen Sie das auch: Sie haben ein Bund Petersilie gekauft, verbrauchen davon aber nur einen Teil. Und was passiert mit dem Rest? Richtig, der landet oftmals für später in den Kühlschrank. Und genau da wird er dann oft welk und wird im Endeffekt weggeschmissen. Wenn Sie Kräuter regelmäßig kaufen oder selbst ernten, kennen Sie das Spiel. Doch warum durchbrechen Sie diesen Kreislauf nicht einfach und machen die Kräuter länger haltbar? Zum Beispiel, indem Sie sie einfrieren. So können Sie den Geschmack konservieren und gleichzeitig sogar Geld sparen.
Warum das Einfrieren von Kräutern praktisch ist
Beim Einfrieren geht es nicht darum, die Kräuter um jeden Preis haltbar zu machen. Es geht darum, den Geschmack zu konservieren. Viele Kräuter verlieren nämlich im Kühlschrank innerhalb von wenigen Tagen ihren typischen Geschmack. Im Gefrierfach passiert das deutlich langsamer.
Ein zweiter Punkt ist die Planung. Gerade wenn Sie gerne frisch kochen, aber nicht jeden zweiten Tag einkaufen gehen möchten, ist ein Vorrat an Kräutern Gold wert. Und wenn diese plötzlich kräftig und fast schon zu gut sprießen, ist Einfrieren die schnellste Methode, um die Ernte zu retten.
Welche Kräuter lassen sich gut einfrieren und welche eher nicht?
Grundsätzlich lassen sich die meisten Küchenkräuter einfrieren. Der Haken ist: Nicht jedes Kraut übersteht das Einfrieren gut. Viele werden weicher und sind daher nur für warme Gerichte geeignet. Hier deshalb eine Übersicht, die zeigt, welche Kräuter Sie einfrieren können, wie sie sich durch das Einfrieren verändern und wofür Sie das jeweilige Kraut am besten verwenden können.
| Kraut | Zum Einfrieren geeignet? | Was ändert sich nach dem Auftauen? | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|
| Petersilie | Ja | wird weicher, Aroma bleibt gut | Suppen, Soßen, Gemüse, Kartoffeln |
| Schnittlauch | Ja | Struktur wird weich | Rührei, Quark, Kartoffeln, Dressings |
| Dill | Ja | zarter, aber aromatisch | Fisch, Gurkensalat, Soßen |
| Koriander | Ja | weich, intensiver Duft bleibt | Currys, Suppen, Dips |
| Basilikum | Bedingt | kann dunkel werden, wird sehr weich | Pesto, Soßen, Pizza, Pasta |
| Minze | Bedingt | weich, Duft bleibt, leichte Farbveränderung möglich | Tee, Sirup, Desserts, Joghurt |
| Oregano (frisch) | Ja | weich, würzig | Tomatensoße, Ofengerichte |
| Thymian | Ja | kaum Veränderung | Schmorgerichte, Ofengemüse |
| Rosmarin | Ja | kaum Veränderung | Kartoffeln, Fleisch, Gemüse |
| Salbei | Ja | etwas weicher | Buttersoße, Pasta, Fleisch |
| Kerbel | Bedingt | Aroma empfindlich, wird schnell flach | Suppen, Eiergerichte |
| Zitronenmelisse | Bedingt | Duft bleibt, Blätter werden weich | Tee, Sirup, Desserts |
| Borretsch | Eher nein | verliert Struktur und Charakter | als Deko |
| Rucola | Eher nein | matschig, kaum roh genießbar | höchstens für Pesto |
| Schnittsellerie | Bedingt | weich | Suppen, Eintöpfe |
💡 Tipp:
Kräuter wie Basilikum oder Minze, die eher nicht zum Einfrieren geeignet sind, sollten Sie lieber trocknen. So können Sie sich auch einen Vorrat für die kalte Jahreszeit anlegen. Lesetipp: Kräuter trocknen – 4 Möglichkeiten mit Anleitung
So bereiten Sie die Kräuter auf das Einfrieren optimal vor
Bevor es ans Einfrieren geht, sollten Sie die Kräuter auf das Einfrieren richtig vorbereiten. Hier eine kleine Checkliste:
➜ Kräuter waschen: Waschen Sie Kräuter nur dann, wenn es wirklich nötig ist, zum Beispiel bei Gartenkräutern, an denen Erde oder Sand haftet.
➜ Kräuter trocknen: Danach ist gründliches Trocknen Pflicht, sonst kleben die Blätter zusammen und bilden Eiskristalle. Verwenden Sie dazu am besten ein sauberes Küchenhandtuch oder eine Salatschleuder.
➜ Schneiden: Zupfen Sie die Blätter von harten Stielen, wenn Sie die Stiele später nicht brauchen. Bei Rosmarin und Thymian können Sie allerdings die ganzen Zweige einfrieren.
Möglichkeiten zum Einfrieren von Kräutern
🌿Möglichkeit 1 – Kräuter lose im Beutel einfrieren

Diese Methode ist die unkomplizierteste, wenn Sie die Kräuter später portionsweise entnehmen möchten.
- Kräuter putzen, falls nötig kurz waschen, dann gut trocken tupfen.
- Blätter und zarte Stiele klein schneiden oder im Ganzen lassen, je nachdem, wie Sie sie später nutzen möchten.
- Kräuter locker auf einem Brett oder Teller verteilen und 30 bis 60 Minuten vorfrieren. Dadurch entsteht später kein großer „Kräuterklumpen“.
- Die Kräuter dann in einen Gefrierbeutel oder eine gut schließende Dose füllen. Drücken Sie möglichst viel Luft heraus, denn Luft bedeutet Gefrierbrand und Aromaverlust.
- Beschriften Sie den Beutel mit Inhalt und Datum, denn gefroren sehen sich Petersilie und Koriander zum Beispiel sehr ähnlich.
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🌿Möglichkeit 2 – Kräuter in der Eiswürfelform einfrieren

Kräuterwürfel sind ideal, wenn Sie häufig Soßen, Suppen oder Pfannengerichte kochen. Sie geben einfach einen Würfel in den Topf und fertig.
- Hacken Sie die Kräuter fein.
- Befüllen Sie die Eiswürfelform zu etwa zwei Dritteln mit Kräutern.
- Dann alles mit Wasser auffüllen. Alternativ können Sie auch mit Brühe auffüllen, wenn Sie schon beim Einfrieren Würze mitgeben möchten.
- Die Form in das Gefrierfach stellen, bis alles komplett durchgefroren ist.
- Lösen Sie die Eiswürfel aus der Form und geben Sie sie in einen Gefrierbeutel. So bleibt die Eiswürfelform frei und die Würfel lassen sich platzsparend lagern.
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🌿Möglichkeit 3 – Kräuter in Öl einfrieren

Öl ist ein Aromaträger. Kräuter in Öl einzufrieren ist daher besonders vorteilhaft bei Basilikum, Oregano oder Rosmarin.
- Waschen Sie die Kräuter, wenn nötig, und trocknen Sie sie anschließend gründlich.
- Die Kräuter dann hacken oder leicht zerdrücken, damit mehr Aroma in das Öl übergeht.
- Nun die Eiswürfelform mit Kräutern befüllen und mit Olivenöl oder einem neutralen Öl auffüllen. Das Öl sollte die Kräuter gut bedecken.
- Anschließend können Sie die Kräuter einfrieren, bis die Würfel komplett fest sind.
- Abschließend können Sie die Eiswürfel in einen beschrifteten Beutel umfüllen.
Sie können die Eiswürfel beim Kochen direkt in die heiße Pfanne oder in die Soße geben. Auftauen ist meist nicht nötig.
🌿Möglichkeit 4 – Kräuterbutter einfrieren

Wenn Sie Kräuterbutter lieben, können Sie diese auch in einer größeren Menge herstellen und einfrieren.
- Mischen Sie weiche Butter mit den fein gehackten Kräutern.
- Geben Sie Salz, Zitronenabrieb oder Knoblauch je nach Geschmack dazu.
- Formen Sie die Masse zu einer Rolle, wickeln Sie sie in Backpapier ein und drehen Sie die Enden ein. Alternativ dazu können Sie aber auch kleine Portionen in eine Form geben.
- Für saubere Scheiben sollten Sie die Rolle 30 Minuten in den Kühlschrank legen, dann lässt sie sich leichter schneiden.
- Nun können Sie die Rolle am Stück oder in Scheiben einfrieren.
Auftauen oder direkt verwenden?
Bei den meisten Kräutern ist es besser, wenn Sie sie direkt in den Topf geben, denn das Auftauen macht die Blätter matschig. Kräuter in Wasser, Öl oder Butter gehören sowieso direkt in Pfanne oder Topf. Wenn Sie Kräuter für Quark oder kalte Dips verwenden möchten, dann geben Sie sie am besten noch gefroren hinein. Anschließend kräftig umrühren. So verteilt sich die Feuchtigkeit gleichmäßig und der Dip bekommt keine wässrige Schicht.










